Früherer FC-Profi: Pezzoni verlässt Köln wegen eigener Fans

Skandal beim 1. FC Köln: Profi Kevin Pezzoni wurde unter der Woche von den eigenen Fans angepöbelt und bedroht. Daraufhin löste der Abwehrspieler seinen Vertrag beim Zweitligisten auf. Trainer Holger Stanislawski sprach von einer Grenze, die überschritten worden sei.

Ehemaliger Köln-Profi Pezzoni: Pöbler vor der Haustür, Zettel am AutoZur Großansicht
Getty Images

Ehemaliger Köln-Profi Pezzoni: Pöbler vor der Haustür, Zettel am Auto

Hamburg - Der 1. FC Köln hat den Vertrag mit Kevin Pezzoni aufgelöst. So lautete die offizielle Nachricht am Freitag. Was nicht in der Meldung stand: Der Verteidiger flieht vor den eigenen Fans. Pezzoni wurde in den vergangenen Tagen von Teilen des FC-Anhangs bedroht. Das bestätigte Kölns Trainer Holger Stanislawski nach der 0:1-Niederlage seines Teams am Freitagabend gegen Energie Cottbus.

"Eine Gruppe von Menschen hat Pezzoni in dieser Woche vor dessen Privatwohnung aufgelauert, ihn angepöbelt und ihn massiv bedroht", sagte Stanislawski: "Sie haben Zettel an sein Auto geklebt und ihm klar gemacht, dass sie ihm wehtun wollen. Damit haben diese Leute eine Grenze überschritten."

Daraufhin habe Pezzoni erklärt, nicht mehr für den FC spielen zu wollen, und seinen Vertrag aufgelöst. "Bei jedem Ball, das hat er mir berichtet, ging es ihm nur noch darum, keinen Fehlpass zu spielen. Das ist nicht zu tolerieren", sagte Stanislawski. Kölns Abwehrspieler Christian Eichner sagte, die gesamte FC-Mannschaft stehe "unter Schock". Er selbst berichtete, er habe im Mai nach dem Bundesliga-Abstieg der Kölner das Stadion aus Sicherheitsgründen im Kofferraum des Autos seiner Eltern verlassen.

"Es wäre untragbar gewesen, hier weiter zu spielen"

Zum Fall Pezzoni sagte Stanislawski: "Wir haben die beste Lösung für Kevin gesucht. Dabei ging es nicht um finanzielle Dinge. Ich hoffe, er findet wieder Spaß am Fußball." Franco Pezzoni, Vater des 23-Jährigen, sagte der "Bild"-Zeitung: "Es wäre untragbar gewesen, hier weiter zu spielen." Bereits Anfang des Jahres war sein Sohn in einen Zwischenfall verwickelt gewesen, als ihm während der Karnevalstage die Nase gebrochen wurde.

Pezzoni selbst äußerte sich nicht zu den Drohungen, stellte am Samstagmittag aber eine Nachricht auf seine Facebook-Seite. "Es freut mich, zu lesen, wie viel Verständnis für unsere Entscheidung entgegengebracht wird und wie viel Unverständnis wir gemeinsam gegenüber Mobbing, Beleidigungen, Gewalt und Co. haben", schrieb er. "Dies hat weder auf noch neben dem Platz oder im privaten Umfeld etwas zu suchen." Die positiven, aufmunternden Rückmeldungen blieben ihm gemeinsam mit "vielen schönen und erfolgreichen Spielen mit dem FC" in Erinnerung.

Zur Rückrunde der Saison 2007/2008 war Pezzoni von der Reservemannschaft des englischen Clubs Blackburn Rovers zum 1. FC Köln gewechselt. Unter dem damaligen Trainer Christoph Daum debütierte Pezzoni im März 2008 beim 2:1-Heimsieg gegen den SV Wehen-Wiesbaden in der zweiten Bundesliga für den FC. Seitdem absolvierte er 99 Pflichtspieleinsätze für Köln. In der Bundesliga spielte er insgesamt 80-mal für den Club, in der zweiten Liga zehnmal, im DFB-Pokal kam er neunmal zum Einsatz.

ham/sid

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insgesamt 33 Beiträge
oneworldnow 01.09.2012
besungen in vielen lokalen Kompositionen,aber das ständige Auf-und Absteigen scheint einigen das Hirn verbrannt zu haben.Der jüngste Vorfall ist ja nur ein Glied in einer langen Kette von Übergriffen,die mit Sport absolut nichts [...]
besungen in vielen lokalen Kompositionen,aber das ständige Auf-und Absteigen scheint einigen das Hirn verbrannt zu haben.Der jüngste Vorfall ist ja nur ein Glied in einer langen Kette von Übergriffen,die mit Sport absolut nichts zutun hat.Kravalle in den Stadien,Überfälle auf Fanbusse anderer Vereine,Körperverletzung an Spieler anderer Manschaften...und nun die Bedrohung eigener Spieler.Sind es Identifikationsprobleme?Für mich als ehemaligen FC Fan und geborenen Kölner waren es vor allem einige Mitglieder des Vorstands und die klüngelei um Posten,die mich von diesem Verein entfernten.Getreu dem Motto:Wenns oben nicht stimmt,kann`s unten nichts werden.
Talan068 01.09.2012
Immer wieder schade, daß so mancher Volltrottelm der mit seinem Leben nicht klar kommt, dafür jemand anderst verantwortlich macht. Wenn mein Leben schon so scheiße ist, dann sorge ich dafür, daß es andernen noch beschissener [...]
Immer wieder schade, daß so mancher Volltrottelm der mit seinem Leben nicht klar kommt, dafür jemand anderst verantwortlich macht. Wenn mein Leben schon so scheiße ist, dann sorge ich dafür, daß es andernen noch beschissener geht. In letzte Konsequenz muß man über den Ausschluß, von solchen Vereinen oder gar die Schließung der BL nach denken. Auch wenn die Vereine selbst kaum etwas dafür können.
sappelkopp 01.09.2012
...Zustände. Wie können Fans nur so reagieren. Welche privaten Ängste und Selbstzweifel werden hier wohl auf den Verein projiziert?
Zitat von sysopDaraufhin habe Pezzoni erklärt, nicht mehr für den FC spielen zu wollen und seinen Vertrag aufgelöst. Kölns Abwehrspieler Christian Eichner sagte, die gesamte FC-Mannschaft stehe "unter Schock". Er selbst berichtete, er habe im Mai nach dem Bundesliga-Abstieg der Kölner das Stadion aus Sicherheitsgründen im Kofferraum des Autos seiner Eltern verlassen. Pezzoni wurde vor seiner Vertragsauflösung von Kölner Fans bedroht - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,853341,00.html)
...Zustände. Wie können Fans nur so reagieren. Welche privaten Ängste und Selbstzweifel werden hier wohl auf den Verein projiziert?
sikasuu 01.09.2012
. Spieler werden nicht nur in Köln angegriffen. Fast jedes WE Strassenschlachten mit "sogenannten" Fans. . SPORT IST DAS LANG NICHT MEHR! . Jeder private Veranstalter bekäme nach 3-5 mal solch einem Aufstand keine [...]
Zitat von sysopSkandal beim 1. FC Köln: Profi Kevin Pezzoni wurde unter der Woche von den eigenen Fans angepöbelt und bedroht. Daraufhin löste der Abwehrspieler seinen Vertrag beim Zweitligisten auf. Trainer Holger Stanislawski sprach von einer Grenze, die überschritten worden sei. Pezzoni wurde vor seiner Vertragsauflösung von Kölner Fans bedroht - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,853341,00.html)
. Spieler werden nicht nur in Köln angegriffen. Fast jedes WE Strassenschlachten mit "sogenannten" Fans. . SPORT IST DAS LANG NICHT MEHR! . Jeder private Veranstalter bekäme nach 3-5 mal solch einem Aufstand keine Genehmigung für seine Veranstaltungen. . Fußballvereine sind private Veranstalter. Wenn immer wieder diese "FANS" Ärger machen, lasst die Vereine, die das nicht geregelt bekommen in LEEREN Stadien spielen. . Nehmt den "I...n" diesen sogenannten FANS die Spielwiese weg. Nur dann werden sie vielleicht mal ruhiger und können sich wie normale Menschen auch am Fußball freuen, oder auch ärgern ohne gewalttätig zu werden! . Die VEREINE sind in der Verantwortung für ihre Zuschauer! . Kopfschüttelnde Gruesse Siaksuu . Ps. OK, das trifft auch die normalen Zuschauer, aber ohne deren Masse könnten die Schäger nicht agieren und währen sehr schnell dingfest gemacht!
maipiu 01.09.2012
In den letzten Jahren wurde wenig so verharmlost wie Gewalt auf den Rängen von Fußballstadien. Bengalische Feuer, die sehr gefährlich sind auf engem Raum werden harmlos "Bengalos" genannt. "Fan-Programme" [...]
In den letzten Jahren wurde wenig so verharmlost wie Gewalt auf den Rängen von Fußballstadien. Bengalische Feuer, die sehr gefährlich sind auf engem Raum werden harmlos "Bengalos" genannt. "Fan-Programme" werden massiv gekürzt. Die Kosten für die Sicherheit auf die Allgemeinheit abgewälzt. Meiner Meinung wäre es jetzt Zeit für eine konsequente Null-Toleranz-Strategie. Notfalls müssen Spiele vor leeren Rängen ausgetragen werden. Selbstverständlich ist auch der Fußball "nur" ein Spiegel der Gesellschaft und die ist ja bekanntlich schlecht. Mir reicht's jetzt, es steht mir bis oben. Die Beschwichtigungen müssen endlich aufhören. Klare Fallanalysen sind nötig und konsequentes Vorgehen gegen diese sogenannten Fans mit allen - auch strafrechtlichen - Konsequenzen.
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  • Samstag, 01.09.2012 – 12:58 Uhr
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