Pfiffe gegen Lehmann Bierhoff sauer auf die Bayern

Von wegen Festtagsstimmung: Oliver Bierhoff sorgte mit heftiger Kritik an Veranstalter Bayern München für Aufregung. Der DFB-Teammanager monierte, dass die FC-Verantwortlichen nicht schon während des Spiels gegen die Nationalmannschaft auf die Schmähungen der Bayern-Fans gegen Jens Lehmann reagiert hatten.


Verärgerter Bierhoff: "Das war eine Riesensauerei"
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Verärgerter Bierhoff: "Das war eine Riesensauerei"

München - Ein gellendes Pfeifkonzert zur Begrüßung, Schmähgesange mit Passagen wie "Klinsmann, schmeiß' den Lehmann raus", Buhrufe bei jeder Ballberührung und zwei unglückliche Gegentore: Für Lehmann wurde die Eröffnungsfeier zum Trauerspiel. Während der Torhüter der Nationalmannschaft nach Außen gelassen blieb ("Das passiert eben"), war DFB-Teammanager Bierhoff nach der Partie nur schwer zu beruhigen: "Das ist eine Riesensauerei. Wir waren hier Gäste und wollten feiern, da kann ich nicht akzeptieren, dass Jens so niedergemacht wird. Die Bayern hätten eingreifen müssen, ich hätte eine Durchsage erwartet", so Bierhoff gestern Abend nach der 2:4-Niederlage der DFB-Auswahl gegen den FC Bayern.

Dann legte der 37-Jährige nach: "Bei aller verständlichen Parteilichkeit" für Bayern-Torwart und Lehmann-Rivalen Oliver Kahn, "aber so darf man einen Nationalspieler nicht behandeln". Die ohnehin angespannte Situation erlebte ihren Höhepunkt in der 27. Spielminute, als Lehmann Bayerns Bastian Schweinsteiger jenseits der Eckfahne mit einem Bodycheck in eine Werbebande beförderte.

Der Torhüter des FC Arsenal war von den Hasstiraden sichtlich beeindruckt und zeigte einige Male Nerven. In der 5. Minute blieb Lehmann auf der Linie stehen und ermöglichte Sebastian Deisler damit den ersten offiziellen Treffer für den FC Bayern im neuen Stadion. Das 2:0 durch ein Eigentor von Robert Huth (36.) leitete der 35-Jährige mit einem Fehlpass ein.

Lehmann wollte jedoch nicht die hitzige Atmosphäre für seine Patzer verantwortlich machen: "Ich habe nicht gut gespielt. Aber ich bin Pfiffe gewohnt. Mir hat der Rhythmus gefehlt." Rückendeckung erhielt der Ex-Schalker zum Abschluss des unangenehmen Abends von Bierhoff: "Die Gegentore waren sicher nicht glücklich, aber er hat sich im Spiel von der negativen Stimmung nicht frei machen können. Wir werden ihn wieder aufrichten. Jens ist ja leidgeprüft."





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