Zum Saisonende Lahm beendet seine Karriere

Am Wochenende bestritt Philipp Lahm sein 500. Pflichtspiel für den FC Bayern. Nun ist bald Schluss: Der Kapitän hört nach der laufenden Spielzeit als Profi auf.

Philipp Lahm
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Philipp Lahm


Überraschende Wende beim deutschen Rekordmeister: Philipp Lahm hat bestätigt, dass er seine Karriere nach der laufenden Saison beenden wird. Das Amt des Sportdirektors, welches bei den Münchnern aktuell nicht besetzt ist, wolle der 33-Jährige allerdings nicht übernehmen. Darüber war in der Vergangenheit immer wieder spekuliert worden.

"Ich habe beschlossen, dass es nicht der richtige Zeitpunkt ist, nach der Saison einzusteigen. Mir war klar: Ich hätte nicht sofort angefangen", sagte Lahm zu einem möglichen Engagement als Sportdirektor nach dem Pokal-Achtelfinalsieg gegen Wolfsburg: "Ab Sommer bin ich Privatier."

Er sehe seinen Führungsstil in der Art, jeden Tag alles zu geben, jedes Training, jedes Spiel. "Dazu bin ich bis zum Saisonende fähig, aber nicht darüber hinaus. Deshalb habe ich mich entschieden aufzuhören", sagte Lahm. Er habe immer gesagt, "dass ich das Ende selbst bestimmen will".

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Philipp Lahm: Der Musterknabe hört auf

Dass er auch nicht die vakante Stelle des Sportdirektors oder des Sportvorstandes übernehmen wird, dürfte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Klub-Präsident Uli Hoeneß enttäuschen. Lahm war die Wunschbesetzung der beiden für das Amt. "Die Gespräche waren absolut in Ordnung. Ich habe einfach für mich entschieden, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist", sagte Lahm. Zu seinen Pläne für die Zeit nach der Karriere sagte er: "Ich kann mich um andere Dinge noch mehr kümmern. Ich kann mich auch selbst ein bisschen umschauen und umhören. Und dann wird man weitersehen. Wir werden sehen, was in Zukunft ist."

Lahm gehört zu den größten Spielern der Vereinsgeschichte. 1995 wechselte er als elf Jahre alter Spieler in die Jugendabteilung des Klubs. 2003 wurde er an den VfB Stuttgart ausgeliehen und reifte dort unter Trainer Felix Magath zum Nationalspieler. Seit seiner Rückkehr ist er unumstrittener Stammspieler und gewann zahlreiche Titel, darunter das Triple im Jahr 2013.

2014 hatte Lahm nach dem Gewinn des WM-Titels schon in der Nationalmannschaft seine Karriere beendet. Mit 113 Länderspielen liegt der siebenfache deutsche Meister hinter Lothar Matthäus (150), Miroslav Klose (137), Lukas Podolski (129) und Bastian Schweinsteiger (121) auf Rang fünf der ewigen Rangliste. Lahm zählt zu den fairsten Sportlern überhaupt. In seiner kompletten Laufbahn sah er nie die Rote Karte.

bam/dpa/sid



insgesamt 17 Beiträge
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spon_2937981 07.02.2017
1. Schade!
Die Entscheidung ist natürlich zu respektieren, und er tritt als ganz Großer ab, ohne vll. noch eine oder zwei mäßige Saisons anzuhängen. Aber sehr schade ist es, immer noch gehobene internationale Klasse! Dass er nicht ins Management geht, überrascht dann doch. Vll. ja nur 'noch' nicht... Er hat auf jeden Fall den nötigen Fussball-Sachverstand, die Kontakte, die Persönlichkeit und den 'Stallgeruch'.
bausa 07.02.2017
2. Gut so
das Lahm aufhört ist konsequent. Unter Ancelotti läuft es nicht rund und das muss er sich nicht noch 1 Jahr länger antun. Es ist zwar schade, weil Lahm ein außerordentlich fairer und guter Spieler ist. Außer den EM-Sieg hat er alles erreicht und es ist besser auf dem Höhepunkt abzutreten. Ich drück ihm fürs Triple die Daumen, obwohl mit der derzeitigen Leistung, eher unwahrscheinlich.
ge1234 07.02.2017
3. Und wer...
... 1 + 1 zusammenzählen kann und ein bìßchen Ahnung von den Interna beim FC Bayern hat, weiss nun auch, warum K.H. Rummenigge Lahm unbedingt so bald wie möglich auf den Sportdirektorposten abschieben wollte. Hoeneß hat jedoch andere Pläne mit Lahm und die werden dem Kalle nicht unbedingt gefallen!
mocoseco 07.02.2017
4. Keine rote Karte!
Als Defensivspieler, mit den körperlichen Voraussetzungen! Alles Gute für eine zufriedenstellende, glückliche Zukunft!
briancornway 07.02.2017
5. Höhepunkt
Zitat von bausadas Lahm aufhört ist konsequent. Unter Ancelotti läuft es nicht rund und das muss er sich nicht noch 1 Jahr länger antun. Es ist zwar schade, weil Lahm ein außerordentlich fairer und guter Spieler ist. Außer den EM-Sieg hat er alles erreicht und es ist besser auf dem Höhepunkt abzutreten. Ich drück ihm fürs Triple die Daumen, obwohl mit der derzeitigen Leistung, eher unwahrscheinlich.
Genau genommen spielt er schon seit mindestens 5 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Qualität, aber jetzt ist wohl ein altersbedingter Rückgang absehbar, er wird den Moment schon richtig einschätzen. Ich hätte nichts dagegen gehabt, ihn noch ein paar Jahre spielen zu sehen, vielleicht bei einem Verein auf anderem Level. Da hätte er mit seiner Erfahrung viel kompensieren können. Aber so ist's auch OK. Bin gespannt, ob er nach ein bisschen Pause den Nerlinger-Weg einschlägt, oder ob er es erstmal woanders versucht, z.B. in Stuttgart oder Umgebung, als SpoDir oder was auch immer er machen möchte ... um dann schließlich nach achtbarem Erfolg zum FCB zu gehen. Das wäre eine spannende Herausforderung.
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