Pinkel-Affäre Bayern legt Berufung gegen Kahn-Sperre ein

Bayern München wehrt sich: Der Rekordmeister will die Sperre von Kapitän Oliver Kahn nicht akzeptieren und geht gegen das Urteil der Uefa vor. Der Verband hatte den Torhüter für ein Champions-League-Spiel gesperrt, weil er bei einer Dopingprobe ausfällig geworden war.


München - Neun Tage vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim AC Mailand legte der FC Bayern gegen die von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) verhängte Sperre Berufung ein. Die Uefa hatte Torhüter Kahn wegen seines schlechten Benehmens bei einer Dopingkontrolle nach dem Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid Anfang März für eine Partie gesperrt. Die endgültige Entscheidung im Fall Kahn dürfte Anfang kommender Woche fallen.

Bayern-Keeper Kahn: "Ich war genervt"
DDP

Bayern-Keeper Kahn: "Ich war genervt"

Zu dem Vorfall war es im Anschluss an die Partie gekommen, als Kahn nach einer ersten unbeobachteten Dopingprobe von Uefa-Arzt Franz Krösslhuber aufgefordert wurde, eine erneute Probe abzugeben. Daraufhin hatte der Bayern-Kapitän nach Angaben des österreichischen Uefa-Kontrolleurs seinen voll gefüllten Urinbecher wutentbrannt in eine Toilette geschleudert. Zudem soll Kahn wüste Beschimpfungen ausgestoßen haben. "Der Arzt war in offizieller Funktion im Einsatz", erklärte Uefa-Ankläger Gerhard Kappl im "kicker". "Daher ist das so zu behandeln wie eine Schiedsrichterbeleidigung."

Auch abgesehen von diesem Ausraster soll Kahn gegen das Doping- Reglement verstoßen haben. Demnach sind die nach einer Partie für die Dopingprobe ausgelosten Profis verpflichtet, die Kontrollstation "unmittelbar nach Spielende" aufzusuchen. Kahn soll aber erst einmal unter die Dusche gegangen sein, hatte sich im Nachhinein aber für sein Fehlverhalten entschuldigt. "Zum vierten Mal erwischte es von 18 möglichen Spielern ausgerechnet mich. Ich war genervt", erklärte Kahn.

Sollten die Münchner mit ihrem Gang vor den Uefa-Berufungssenat keinen Erfolg haben, müsste Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld im ersten Prestigeduell mit dem AC Mailand gleich auf zwei Leistungsträger verzichten. Auch Mark van Bommel darf wegen seiner Gelb-Roten Karte im Achtelfinal-Rückspiel gegen Madrid am 3. April (20.34 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) nur zuschauen. Für Kahn würde Michael Rensing auflaufen.

fpf/sid/dpa

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