PK in der Klinik: Kranker Daum gibt Köln einen Korb

Die Szene erinnerte an eine Theateraufführung, nur hatte sich der Hauptdarsteller seine Krankheit nicht eingebildet. Christoph Daum trommelte Journalisten in einer Klinik zusammen, um über sein Befinden zu reden und mit dünner Stimme zu verkünden, dass er nicht Trainer des 1. FC Köln wird.

Köln - Daum, dem ein offizielles Angebot von FC-Manager Michael Meier vorliegt, hat eine sofortige Rückkehr zum sportlich angeschlagenen Fußball-Zweitligisten 1. FC Köln aus gesundheitlichen Gründen ausgeschlossen. Der 53-Jährige sagte auf einer Pressekonferenz am Samstagmorgen im St. Elisabeth Krankenhaus in Köln, dass er "für einen Zeitraum von mindestens drei Wochen nicht arbeitsfähig ist".

Arzt Wustrow, Trainer Daum: "Es dauert Monate, bis ich wieder arbeite"
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Daum wird in dem Krankenhaus derzeit nach einer Halsoperation behandelt. Nach Angaben von Chefarzt Jochen Wustrow wurde der Fußballlehrer am 6. November mit Atem- und Schluckbeschwerden als Notfall in die Klinik eingewiesen. "Wir haben einen Abszess am Hals und die Mandeln entfernt. Unser Patient hat Sprachbeschwerden und braucht noch etwa zwei bis drei Wochen, um sich zu erholen", sagte Wustrow.

"Egal wie der Verein heißt, bei mir geht es in der nächsten Zeit nicht. Vermutlich dauert es Monate, bis ich wieder arbeite werde", sagte der Coach, der die Kölner bereits von 1986 bis 1990 erfolgreich betreute. Die "Geißböcke hatten sich am vergangenen Donnerstag nach sechs Spielen ohne Sieg vom Schweizer Coach Hanspeter Latour getrennt."Ich möchte auf keinen Fall mit dem 1. FC Köln spielen. Der Verein braucht eine schnelle Lösung", stellte Daum klar.

Gleichzeitig schloss Daum aber weitere Gespräche zu einem späteren Zeitpunkt nicht aus: "Man kann sich in ein paar Wochen in Ruhe zusammensetzen, über die Rahmenbedingungen sprechen und sehen, welche Infrastruktur da ist. Und man muss sehen, wie es mit dem Aufbau einer Mannschaft aussieht, die in ein paar Jahren international spielen kann. "

Fraglich ist nun, wie der FC reagieren wird. Warten Präsident Wolfgang Overath und Manager Michael Meier, die Daum einen Vierjahresvertrag mit einem Gehalt von 2,5 Millionen Euro per annum angeboten haben sollen, auf die Genesung des Trainers? Oder werden die Verantwortlichen, wie Daum vorschlug, angesichts der prekären Situation einen schnellen Nachfolger für Latour präsentieren?

mig/sid/dpa

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