Playoffs der EM-Qualifikation: Ronaldo tönt, Hiddink kämpft um seinen Job

Cristiano Ronaldo will Portugal im Duell mit Bosnien-Herzegowina zur EM 2012 schießen. Schon einmal setzte sich sein Team gegen Dzeko und Co. durch. Auch Kroatien hat mit Gegner Türkei noch eine Rechnung offen. Zudem hofft Giovanni Trapattoni mit Irland auf späte Gerechtigkeit.

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dapd

Angreifer Ronaldo: Mit Portugal gegen Bosnien-Herzgowina gefordert

Hamburg - An Selbstbewusstsein mangelte es Cristiano Ronaldo noch nie. Auch vor dem Hinspiel in den EM-Qualifikations-Playoffs in Bosnien-Herzegowina am Freitag (20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gibt sich der Portugiese offensiv: "Wir haben eine große Mannschaft mit großen Spielern. Ich bin sicher: Wir fahren zur Europameisterschaft." Doch auch der tönende Ronaldo wird sicher erinnern, dass beide Teams schon in den Playoffs zur WM 2010 aufeinander trafen - und seine Mannschaft sich nur knapp durchsetzte.

So verwundert es nicht, dass Ronaldos Teamkollegen vor der Partie in Zenica zurückhaltender sind. "Das wird ein harter Kampf. Sie haben sich sehr verbessert und sind deutlich stärker geworden", sagte Stürmer Helder Postiga. Und Trainer Paulo Bento fügte an: "Ich predige seit langem, dass in den Playoffs alles möglich ist. Jede Mannschaft hat eine 50-Prozent-Chance."

Zumal die Stimmung in seiner Mannschaft zuletzt angespannt war. Ende August flüchtete Innenverteidiger Ricardo Carvalho aus dem Trainingslager und erklärte anschließend seinen Rücktritt. Er habe sich in seiner "Ehre verletzt" gefühlt, sagte der Profi von Real Madrid, weil er im EM-Qualifikationsspiel gegen Zypern (4:0) nur auf der Ersatzbank sitzen sollte.

Auf Seiten der Bosnier überraschte der Hoffenheimer Vedad Ibisevic mit der Aussage, dass "ich schon der Meinung bin, dass ein Ronaldo bei der Europameisterschaft dabei sein müsste". Er könnte im Sturm neben Edin Dzeko auflaufen, der für Manchester City in dieser Saison in 14 Spielen 13 Treffer erzielte. "Die Revanche-Chance ist da, wir haben gezeigt, dass wir den besten Teams Probleme bereiten können", sagte der 25 Jahre alte frühere Wolfsburger.

Auch Kroatien will Revanche, Irland Gerechtigkeit

Wiedergutmachung will auch Kroatien. Das Team von Trainer Slaven Bilic muss im Duell mit der Türkei (20.05 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) zunächst in Istanbul antreten. "Wir haben drei Jahre lang auf unsere Revanche gewartet und von ihr geträumt", sagte Bilic, der mit seiner Mannschaft bei der EM 2008 in einem dramatischen Viertelfinale im Elfmeterschießen an der Türkei gescheitert war. "Es war sicher einer der traurigsten Tage in meinem Leben, und das gilt vermutlich für alle Kroaten", sagte Verteidiger Vedran Corluka.

Beim Gegner geht es auch um die Zukunft von Trainer Guus Hiddink. Der Niederländer steht massiv unter Druck, ein Ausscheiden könnte auch das Ende seiner Trainerzeit in der Türkei bedeuten. "Es wird nicht einfach, denn Kroatien hat viel Qualität, aber wir werden unser Ziel erreichen", sagte Hiddink.

Ein wenig einfacher dürfte es für seinen Kollegen Giovanni Trapattoni mit Irland werden. Im Duell mit Außenseiter Estland (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) ist seine Mannschaft zunächst in Tallinn gefordert. Für die Iren geht es um die erste EM-Teilnahme seit 1988 - und das Vergessen der bitteren Playoff-Niederlage gegen Frankreich vor der WM 2010 in Südafrika. Damals hatte Thierry Henry das entscheidende Tor mit einem nicht geahndeten Handspiel vorbereitet. "Das Aus in Paris ist immer noch ein Trauma auf der Insel", sagte Trapattoni. Verteidiger Stephen Kelly fügte an: "Jeder hat diese Narbe. Die Wunde ist noch da."

Gegner Estland ist sich seiner einmaligen Möglichkeit bewusst, das Team war noch nie bei der Endrunde dabei. "So eine Chance werden wir vielleicht nie mehr bekommen", sagte Torjäger Konstantin Vassiljev.

Im vierten Playoff-Spiel empfängt Tschechien Montenegro zunächst in Prag (20.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Der Gastgeber kann dabei auf Torwart Petr Cech bauen, der trotz eines Nasenbeinbruchs spielen wird. Montenegros Torhüter Mladen Bozovic hofft dennoch auf einen "historischen Sieg" gegen den Favoriten und Vize-Europameister von 1996.

Alle vier Rückspiele werden am Dienstag ausgetragen.

leh/dpa/sid

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Playoffs zur EM-Qualifikation
Hinspiele 11. November
Türkei - Kroatien 0:3
Estland - Irland 0:4
Bosnien-Herzegowina - Portugal 0:0
Tschechien - Montenegro 2:0
Rückspiele 15. November
Kroatien - Türkei
Irland - Estland
Portugal - Bosnien-Herzegowina
Montenegro - Tschechien