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EM-Quali-Playoffs: Mit Möller nach Frankreich

Von Christian Krämer

Ex-Nationalspieler Möller: Ist jetzt Zeitarbeiter in Ungarn Zur Großansicht
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Ex-Nationalspieler Möller: Ist jetzt Zeitarbeiter in Ungarn

Was verbindet Andreas Möller, Roy Keane, Kevin Kampl und Zlatan Ibrahimovic? Sie alle hoffen in den anstehenden Playoff-Spielen auf die Qualifikation für die Europameisterschaft in Frankreich. Der Überblick.

Norwegen - Ungarn (Donnerstag, 20.45 Uhr)

Das letzte große Turnier Norwegens war die EM 2000, die Durststrecke der einstigen Fußballmacht Ungarn hält sogar seit der WM 1986 an. Entsprechend gewaltig sind die Hoffnungen beider Nationen, sich für die Europameisterschaft in Frankreich zu qualifizieren. "Für jeden sind es die beiden wichtigsten Spiele seiner Karriere", sagte Hoffenheims ungarischer Stürmer Adam Szalai vor dem Hinspiel in Oslo.

Mit Blick auf die Ergebnisse der Qualifikation geht Norwegen als Favorit in die Partien. Denn unter dem deutschen Trainer Bernd Storck gelang Ungarn nur ein Sieg in den letzten vier Spielen - 2:1 gegen die Färöer. Deshalb hat sich der Ex-Profi Verstärkung gesucht: Andreas Möller und Torwarttrainer Holger Gehrke stehen ihm in den Playoffs zur Seite. "Norwegen ist ein harter Brocken", sagte Möller der "FAZ". "Unser primäres Ziel ist, beim Rückspiel in Budapest (Sonntag, 20.45 Uhr) eine reelle Chance zu haben." Sollte es mit der Qualifikation klappen, könnte sich Möllers Engagement in Ungarn verlängern.

Norwegen war bis zum letzten Gruppenspieltag und einer 1:2-Niederlage gegen Italien auf direktem Kurs zur EM, wurde dann aber noch von Kroatien überholt. Trotz des späten Rückschlags herrscht Optimismus. "Viele Spieler sind in sehr guter Form", sagte Nationaltrainer Per-Mathias Høgmo. Angreifer Marcus Pedersen ergänzte: "Es wird die wichtigste Partie seit Jahren."

Irlands Fußballlegende Keane: "Die Jungs werden alles geben" Zur Großansicht
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Irlands Fußballlegende Keane: "Die Jungs werden alles geben"

Bosnien-Herzegowina - Irland (Freitag, 20.45 Uhr)

Irland hat in Playoff-Spielen zu Europa- oder Weltmeisterschaft schon viel erlebt, vor allem bittere Momente. Unvergessen ist das Skandalduell gegen Frankreich vor der WM 2010, als Thierry Henry Irlands Traum von Südafrika per Handspiel vor dem entscheidenden Tor platzen ließ. Auch vor den Europameisterschaften 1996 und 2000 waren die Playoffs jeweils Endstation für Irland. Lediglich vor der Euro 2012 gab es ein Happy End, als Estland bezwungen werden konnte.

Dieser Erfolg soll gegen Bosnien-Herzegowina wiederholt werden. "Wir hatten unglaubliche Ergebnisse gegen Deutschland, ein Unentschieden im Auswärtsspiel und ein Sieg zu Hause. Daraus können wir viel Selbstbewusstsein ziehen", sagte Coach Martin O'Neill vor dem Hinspiel in Zenica. Sein Assistent Roy Keane kündigte an: "Die Jungs werden alles geben, was in ihnen steckt."

Viel weniger wird von den bosnischen Spielern allerdings auch nicht erwartet - das Land möchte sich erstmals für eine EM qualifizieren. Vor der letzten Europameisterschaft scheiterte das Team in den Playoffs klar an Portugal. "Das tat sehr weh", sagte Vedad Ibisevic von Hertha BSC der "B.Z.". Nun schätzt der Stürmer die Chancen besser ein: "Wir haben vielleicht die besseren Individualisten, die ein Spiel entscheiden können. Irland lebt vom Team- und Kampfgeist." Die finale Entscheidung fällt am Montag (20.45 Uhr) im Rückspiel in Dublin.

Leverkusens Kampl: Mit Slowenien über die Ukraine nach Frankreich Zur Großansicht
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Leverkusens Kampl: Mit Slowenien über die Ukraine nach Frankreich

Ukraine - Slowenien (Samstag, 18 Uhr)

Die Ukraine hat mit WM- und EM-Playoffs ausschließlich schlechte Erfahrungen: fünf Anläufe, fünf Fehlschläge. Die Bilanz lässt auch für den sechsten Versuch nichts Gutes erahnen, in vier Spielen gegen Slowenien konnte die Ukraine noch nie gewinnen. Trainer Michail Fomenko hadert zudem mit der Auslosung. "Wir wären lieber zuerst auswärts angetreten", sagte der Coach vor dem Hinspiel in Lwiw. "Aber wir wollen natürlich auch so mit aller Macht diese Serien beenden." Dabei ruhen die Hoffnungen vor allem auf Dynamo Kiews Stürmer Andrij Jarmolenko, mit vier Treffern erfolgreichster Qualifikationstorschütze der Ukraine.

Sloweniens bekanntester Spieler glänzte zuletzt im Trikot von Bayer 04 Leverkusen: Kevin Kampl. "Das wäre natürlich der Wahnsinn, mal bei einem richtig großen Turnier dabei zu sein. Die Ukraine ist einer der schwersten möglichen Gegner, aber immerhin haben wir das Rückspiel (Dienstag, 20.45 Uhr) bei uns", sagte der Mittelfeldspieler dem "Solinger Tageblatt".

Superstar Ibrahimovic: "Ich muss dabei sein" Zur Großansicht
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Superstar Ibrahimovic: "Ich muss dabei sein"

Schweden - Dänemark (Samstag, 20.45 Uhr, TV: RTL Nitro)

Das Playoff-Highlight bildet den Abschluss der EM-Qualifikation. Duelle zwischen Schweden in Dänemark sorgten in der Vergangenheit schon für Schlagzeilen: Bei der Euro 2004 reichte beiden Nationen im letzten Gruppenspiel ein suspektes 2:2 für das Erreichen des Viertelfinals, Italien war raus. In der Qualifikation für die EM 2008 attackierte ein dänischer Fan den deutschen Schiedsrichter Herbert Fandel, die Partie wurde abgebrochen und gegen Dänemark gewertet.

Diesmal steht Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic im Fokus. Für den 34 Jahre alten Stürmer von Paris Saint-Germain ist die Europameisterschaft in Frankreich die vielleicht letzte Chance auf ein großes Turnier - die WM 2014 hatte Schweden verpasst. "Ich muss dabei sein", stellte Ibrahimovic auch deshalb in der "Gazzetta dello Sport" klar. "Es wird die Mannschaft gewinnen, die weniger Fehler macht." Am Optimismus seines Trainers Erik Harmen wird die Qualifikation jedenfalls nicht scheitern: "Mein Gefühl ist, dass unsere Zeit gekommen ist."

Laut Statistik sieht es allerdings schlecht aus für Schweden, die Dänen konnten die letzten vier Aufeinandertreffen gewinnen. Und auch gegen Ibrahimovic gibt es einen Plan: "Mit Simon Kjaer haben wir den Mann, der Zlatan Ibrahimovic aufhalten kann", sagte der dänische Verteidiger Erik Sviatchenko. "Er hat in der Qualifikation auch schon Cristiano Ronaldo gestoppt, also wieso nicht auch Zlatan?" Kjaer muss dieses Kunststück zweimal vollbringen, am Samstag in Solna und im Rückspiel am Dienstag (20.45 Uhr) in Kopenhagen.

Mit Material von dpa und sid

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1988 Niederlande
1984 Frankreich
1980 BR Deutschland
1976 Tschechoslowakei
1972 BR Deutschland
1968 Italien
1964 Spanien
1960 Sowjetunion


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