Pleite gegen Nürnberg: Werder verliert den Anschluss nach oben

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In der Vorwoche noch der Triumph im Nordderby, jetzt der Rückschlag: Durch eine Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg hat Werder Bremen die Spitzenplätze der Tabelle aus den Augen verloren. Werder muss nun sogar um Platz sechs bangen.  

Fotostrecke: Werder lässt Punkte liegen Fotos
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Wenigstens Tim Wiese hatte etwas zu feiern. Der Torwart von Werder Bremen absolvierte gegen den 1. FC Nürnberg sein 250. Bundesligaspiel, der Verein hat signalisiert, seinen Vertrag zu verlängern. Zudem stehen die Aussichten gut, dass Wiese am kommenden Mittwoch mal wieder das Tor der Nationalmannschaft hüten darf - die Partie gegen Frankreich (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) findet schließlich im heimischen Weserstadion statt.

Viel mehr Positives aus Bremer Sicht gab es allerdings am Samstagabend nicht zu vermelden. Werder verpasste es mit dem 0:1 (0:0) gegen die Nürnberger, den Anschluss an die ersten vier Plätze der Tabelle herzustellen. Stattdessen musste das Team von Thomas Schaaf Konkurrent Bayer Leverkusen an sich vorbeiziehen lassen, Werder fiel nach dem Bayer-Erfolg in Köln auf Platz sechs zurück und muss Hannover 96, das am Sonntag bei Borussia Dortmund antritt, im Rücken fürchten. Das Tor des Tages erzielte Alexander Esswein in der 65. Minute.

Die Bremer waren zwar über weite Strecken feldüberlegen, aber bezeichnenderweise dauerte es bis zur 37. Minute, ehe die Zuschauer eine spektakuläre Torszene zu Gesicht bekamen. Und die fand vor Wieses Tor statt. Nürnbergs Tomas Pekhart kam frei zum Abschluss, Wiese reagierte mit einem Reflex.

Pizarro vergab mehrfach die Chance zur Führung

Auf der Gegenseite hatte Claudio Pizarro kurz vor dem Pausenpfiff die Werder-Führung auf dem Fuß. Artistisch hatte er eine Flanke im Strafraum mit der Brust angenommen und mit dem Fuß direkt Richtung Nürnberger Tor weitergeleitet. Der Ball ging allerdings knapp am Pfosten vorbei.

Auch in der zweiten Hälfte setzte Pizarro das erste Glanzlicht. Der Peruaner wurstelte den Ball irgendwie an Keeper Raphael Schäfer vorbei, dabei wurde der Winkel allerdings so spitz, dass Pizarro nur noch den Außenpfosten traf.

Damit erschöpfte sich die Bremer Angriffs-Herrlichkeit allerdings. Pizarros Sturmkollege Markus Rosenberg war gewohnt harmlos und wurde nach einer guten Stunde Spielzeit durch Marco Arnautovic ersetzt. Der Österreicher fiel anschließend vorrangig durch seine extravagante Haarfrisur auf. Auch von Marko Marin, den man mittlerweile getrost als Ex-Nationalspieler bezeichnen darf, gingen zu wenig Impulse aus: Ein, zwei gelungene Pässe, für einen Spieler seiner Qualität ist das sehr dünn. In der 61. Minute stand der frühere Gladbacher einmal vollkommen frei vor dem FCN-Tor und setzte den Ball über die Latte.

Die Nürnberger taten das, was man von einem Gast, der in der bedrohten Tabellenregion steht, erwarten kann. Das Team von Trainer Dieter Hecking präsentierte sich kampfstark, defensiv in der Grundausrichtung und auf Konterchancen hoffend. In der 65. Minute wurden diese Hoffnungen erfüllt. Zugang Hanno Balitsch führte einen schnellen Angriff über die rechte Seite. Seine Flanke erreichte den freistehenden Esswein, der nur noch an Wiese vorbei einschieben musste.

Werder war bemüht bis zum Schluss, Wiese stürmte am Ende sogar mit, aber mehr konnte man der Mannschaft an diesem Abend nicht attestieren. Insofern war das Ergebnis ebenso folgerichtig wie letztlich sogar gerecht: 0:1. Bremen, vor einer Woche noch der große Sieger im Nordderby beim Hamburger SV, tritt auf der Stelle.

Werder Bremen - 1. FC Nürnberg 0:1 (0:0)
0:1 Esswein (65.)
Werder Bremen: Wiese - Fritz, Affolter, Sokratis, Hartherz - Bargfrede - Junuzovic (73. Füllkrug), Trybull (65. Ignjovsky) - Marin - Rosenberg (58. Arnautovic), Pizarro.
Nürnberg: Schäfer - Feulner, Maroh, Wollscheid, Hlousek - Simons - Chandler, Balitsch (74. Cohen), Hegeler (81. Didavi), Esswein - Pekhart.
Schiedsrichter: Zwayer
Zuschauer: 40.000
Gelbe Karten: Fritz, Junuzovic / Feulner, Maroh

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insgesamt 13 Beiträge
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1. nu is ja wohl spätestens klar...,
Schlunze 25.02.2012
dass werder einen anderen als wiese auf dem rasen braucht...
2. Anschluss nach oben?
Child 25.02.2012
Der war doch schon lange dahin. Jetzt ist halt Leverkusen vorbei. Aber Dortmund, Gladbach, Schalke und Bayern warn schon lange außer Sicht.
3. Club Sieg
speedy 25.02.2012
Zitat von sysopGetty ImagesIn der Vorwoche noch der Triumph im Nordderby, jetzt der Rückschlag: Durch eine Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg hat Werder Bremen die Spitzenplätze der Tabelle aus den Augen verloren. Werder muss nun sogar um Platz sechs bangen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,817568,00.html
Der Club war die bessere Mannschaft.Heute hat auch der Schiedsrichter trotz 5Min. Verlängerung nichts mehr umbiegen können.Der Club hat in dieser Saison schon mind. 10 Punkte wegen Fehlentscheidungen verloren,heute nicht.DIE LEGENDE LEBT!!! Werder sollte sich überlegen ob man gute Spieler wie Ekici für 5Mio. kauft um sie auf die Bank zu setzen.Spieler werden nicht besser wenn sie nicht spielen.
4. Wieder mal typisch
steffensetzer 25.02.2012
Zitat von sysopGetty ImagesIn der Vorwoche noch der Triumph im Nordderby, jetzt der Rückschlag: Durch eine Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg hat Werder Bremen die Spitzenplätze der Tabelle aus den Augen verloren. Werder muss nun sogar um Platz sechs bangen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,817568,00.html
Wieder mal der typische Artikel, wenn es um ein Spiel mit Beteiligung des FCN geht: Alles wird nur aus der Sicht der anderen Mannschaft dargestellt - also in dem Fall Werder. Der Club ist nur der Gegner. Die andere Mannschaft wird von Spielbericht zu Spielbericht bedauert oder bejubelt - je nach Ergebnis. Der FCN kommt nur als "... gegen Nürnberg" oder "... in Nürnberg" vor. Das Spiel der anderen Mannschaft wird genau analysiert. Für den FCN bleiben immer ein paar lauwarme pflichtschuldige Worte - wenn überhaupt. Als Clubfan hat man es schon so und so nicht leicht - aber von Fussballjournalisten-Deutschland so ignoriert zu werden, ist schon ein zusätzliches Kreuz.
5. ...
homicide 25.02.2012
Zitat von steffensetzerWieder mal der typische Artikel, wenn es um ein Spiel mit Beteiligung des FCN geht: Alles wird nur aus der Sicht der anderen Mannschaft dargestellt - also in dem Fall Werder. Der Club ist nur der Gegner. Die andere Mannschaft wird von Spielbericht zu Spielbericht bedauert oder bejubelt - je nach Ergebnis. Der FCN kommt nur als "... gegen Nürnberg" oder "... in Nürnberg" vor. Das Spiel der anderen Mannschaft wird genau analysiert. Für den FCN bleiben immer ein paar lauwarme pflichtschuldige Worte - wenn überhaupt. Als Clubfan hat man es schon so und so nicht leicht - aber von Fussballjournalisten-Deutschland so ignoriert zu werden, ist schon ein zusätzliches Kreuz.
Könnte mitunter auch am Auftreten es Clubs liegen. Eine Mannschaft versucht das Spiel zu machen, die andere kommt aus Nürnberg.
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