Pokalsieg gegen Dortmund Bayern München feiert das Double

Arjen Robben, der BVB-Schreck: Der Niederländer sorgte im Finale des DFB-Pokals für die Entscheidung - wie schon vor einem Jahr in Wembley. Der FC Bayern jubelt über das Double, Borussia Dortmund ärgert sich über eine Schiedsrichter-Entscheidung.

DPA

Von


Hamburg - Sie wollten ihn unbedingt, diesen Titel: Nach einer lange Zeit glanzvollen Saison war der FC Bayern München zuletzt nach schwachen Spielen und bitteren Pleiten in die Kritik geraten. Doch dank einer spielerisch dominanten Leistung, viel Willen und auch Glück bei einer Schiedsrichterentscheidung gewann das Team von Trainer Josep Guardiola das DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund 2:0 nach Verlängerung - und damit das zehnte Double der Vereinsgeschichte.

"Wenn eine Mannschaft Deutscher Meister wird, war es schon eine gute Saison. Das war der wichtigste Titel. Aber natürlich sind wir sehr glücklich, dass wir das heute auch geschafft haben", sagte Guardiola, der auch zu den kritischen Stimmen der vergangenen Wochen Stellung nahm: "Das war durchaus berechtigt. Ich habe Dinge getan, die ich nicht hätte tun sollen. In der Spielweise, in der Taktik habe ich gegen Real Madrid Fehler begangen."

Auch wenn das Triple vom Vorjahr bereits für reichlich Genugtuung gesorgt hatte - die Bayern wollten nun an gleicher Stelle Revanche nehmen für die 2:5-Klatsche vom 12. Mai 2012. Die Vorentscheidung fiel jedoch erst in der 107. Minute durch - na klar - Arjen Robben. Der Niederländer ist nach seinem Siegtreffer im Champions-League-Finale vor einem Jahr der personifizierte BVB-Schreck. "Ich habe gewartet", sagte Robben nach der Partie, er habe gewusst: "Da kommt noch eine Chance." Thomas Müller erzielte noch das 2:0 (120.+3 Minuten).

Vor dem Anpfiff hatte Guardiola mit seiner Aufstellung überrascht - auch seinen Dortmunder Kollegen Jürgen Klopp. Guardiola setzte auf eine Dreierkette (Jérôme Boateng, Dante, Javier Martínez) und ließ zudem den 18 Jahre alten Pierre-Emile Højbjerg von Beginn spielen. Der Däne ersetzte David Alaba, der sich im Abschlusstraining einen Muskelfaserriss in der Hüftmuskulatur zugezogen hatte.

Müller mit der ersten Chance, Weidenfeller pariert per Kopfball

"Mit der Aufstellung konnte man nicht rechnen. Mir wäre lieber gewesen, wenn alle dabei wären", hatte Klopp Guardiolas Maßnahme kommentiert. Bastian Schweinsteiger hatte wegen einer Reizung der linken Patellasehne passen müssen, Franck Ribéry saß nach Rückenproblemen zunächst auf der Bank und Stürmer Mario Mandzukic hatte Guardiola aus freien Stücken nicht nominiert.

Gefährlich waren die Münchner dennoch von Beginn an. In der vierten Minute schoss Müller BVB-Keeper Roman Weidenfeller aus kurzer Distanz ins Gesicht, zwei Minuten später hielt Weidenfeller einen Schuss von Robben.

Kevin Großkreutz versetzte mit einem schlechten Rückpass seine Abwehr in Angst und Schrecken, doch Weidenfeller kam noch vor Robben an den Ball (25. Minute). Die Szene blieb ohne Folgen, war aber bezeichnend: Die Dortmunder kamen oft zu spät, in den Zweikämpfen und bei den zweiten Bällen waren die Münchner präsenter.

Dann musste der FCB-Kapitän vom Platz. Philipp Lahm hatte sich schon früh in der Partie im Zweikampf mit Nuri Sahin am linken Fuß verletzt, nach einer halben Stunde ging es nicht mehr weiter für ihn, Ribéry kam in die Partie. "Das Gefühl ist, dass es nicht so schlimm ist", sagte Lahm zu seinem Gesundheitszustand. Er habe es "erst mal eine Viertelstunde probiert, aber dann habe ich gemerkt, dass es nicht mehr geht".

Die Bayern blieben die dominante Mannschaft, hatten gewohnt viel Ballbesitz, kamen aber kaum noch in Tornähe. Der souverän spielende Højbjerg scheiterte mit einem Distanzschuss nur knapp (43.). Im Gegenzug wurde der Däne dann von Lewandowski abgeschüttelt, doch der Noch-BVB-und-bald-FCB-Stürmer vergab die beste Chance der Dortmunder in der ersten Hälfte (44.).

Tor? Kein Tor? Hummels Kopfball sorgt für Diskussionen

Wie schon in der ersten Hälfte war es auch nach Wiederanpfiff Müller, der die erste Chance hatte. Er nahm eine Hereingabe von Ribéry direkt, doch Weidenfeller parierte (56.). Bayerns Torhüter Manuel Neuer sorgte kurz darauf für eine kuriose Szene. Ein Freistoß von Marco Reus wurde von der Münchner Mauer abgefälscht und zur Bogenlampe. Neuer schien sich sicher zu sein, dass keine Gefahr mehr drohte und blieb lässig mit hängenden Armen auf der Linie stehen. Doch der Ball sprang noch von oben auf die Latte (60.).

Vier Minuten später war der Ball im Tor, doch Schiedsrichter Florian Meyer gab den Treffer nicht. Lewandowski hatte eine Flanke zu Mats Hummels verlängert, der Abwehrspieler köpfte den Ball über die Linie, ehe Dante volley klärte. Hummels hatte zuvor möglicherweise im Abseits gestanden, doch auch dies war nicht geahndet worden. Eine Szene, die noch länger für Diskussionen um das Thema Videobeweis sorgen dürfte.

Die Verlängerung hätte fast mit dem ersten Treffer begonnen. Pierre-Emerick Aubameyang schoss aus 15 Metern wenige Zentimeter neben das Tor. Ansonsten war die Verlängerung vor allem von Behandlungspausen geprägt, Kroos wurde von Krämpfen geplagt, Neuer fiel auf die Schulter, Lewandowskis Schienbein machte mit den Stollen von Martínez Bekanntschaft. Kaum waren die zweiten 15 Minuten angepfiffen, kam Robbens großer Auftritt. Eine erste Chance machte Weidenfeller noch zunichte, doch dann eroberte Boateng nach Abwurf des BVB-Keepers den Ball und flankte auf Robben am zweiten Pfosten. Den Schuss des Niederländers konnte Weidenfeller nicht mehr parieren.

Der BVB versuchte noch mal alles, um den Ausgleich zu schaffen und ließ Bayern München viel Platz für Konter. Das nutzte Müller zum 2:0-Endstand. "Uns fehlte hinterher die Kraft. Das war entscheidend", sagte Weidenfeller: "Wir haben ein Tor erzielt, das hätte zählen müssen."

Borussia Dortmund - Bayern München 0:2 n.V. (0:0, 0:0)
0:1 Arjen Robben (107.)
0:2 Thomas Müller (120.+3)
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer - Jojic (83. Aubameyang), Sahin - Mchitarjan (60. Kirch), Reus, Großkreutz (110. Hofmann) - Lewandowski
München: Neuer - Jérôme Boateng, Martínez, Dante - Højbjerg (102. van Buyten), Lahm (31. Ribery, 109. Pizarro), Toni Kroos, Rafinha - Thomas Müller - Robben, Götze
Schiedsrichter: Florian Meyer
Zuschauer: 76.197 (ausverkauft)
Gelbe Karten: - Toni Kroos, Højbjerg, Jérôme Boateng, van Buyten, Robben
Ballkontakte: 697 / 1142
Ballbesitz in Prozent: 34 / 66
Schüsse: 15 / 15
Torschüsse: 3 / 8
Gewonnene Zweikämpfe in Prozent: 49 / 51

Noch mehr Statistiken finden Sie in unserer Fußball-App!

insgesamt 167 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
paulistano11 18.05.2014
1. Mia san mia?????
Zitat von sysopDPAArjen Robben, BVB-Schreck: Der Niederländer sorgte im Finale des DFB-Pokals für die Entscheidung - wie schon vor einem Jahr in Wembley. Der FC Bayern jubelt über das Double, Borussia Dortmund ärgert sich über eine Schiedsrichter-Entscheidung. http://www.spiegel.de/sport/fussball/pokal-sieg-gegen-dortmund-bayern-muenchen-feiert-das-double-a-970013.html
rexromanus 18.05.2014
2. Seit
1996 das geilste Trikot ever
senfreicher 18.05.2014
3. ich kanns nicht glauben...
im jahr 2014 gibt es immer noch keine kamera, die die torlinie in der linse hat???? ein unding.....und: das war der beste deutsche fussball bis zum beginn der neuen bl-saison.
smolnyj39 18.05.2014
4. bevor hier jemand wieder jammert
Das die Bayern Glück hatten. Sie können nix dafür das der Schiedsrichter falsche Entscheidung trifft. Das Tor hätte nicht den Sieg für Dortmund beudetet. Heute war ein Abend wo die Bayern nur gewinnen konnten. Dortmund war gut, Bayern war besser. Schönes Finale mit schönen Fussball.
dirkozoid 18.05.2014
5. Krämpfe? Ja klar!
Wer's glaubt, wird selig. Die Dortmunder hatten komischerweise keine "Krämpfe".
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.