Pokal-Vorschau Jahrhundertspiel für Wuppertal, BVB empfängt Bremen

Regionalligist fordert Rekordmeister: Bayern München muss im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den Wuppertaler SV antreten - auf Schalke. Werder Bremen will Revanche für eine hohe Liga-Niederlage. Hoffenheim wartet auf Rostock, 1860 will eine Festung einnehmen.


Hamburg - Drei Tage vor dem Start der Bundesliga-Rückrunde stehen Bayern München und Werder Bremen im Achtelfinale des DFB-Pokals auf dem Prüfstand. Während Bayern heute (19 Uhr) beim Regionalligisten Wuppertaler SV Borussia antreten muss, hoffen die Bremer auf einen Erfolg bei Borussia Dortmund (20.30 Uhr). Außerdem reist Hansa Rostock zu 1899 Hoffenheim (19 Uhr) und Alemannia Aachen empfängt 1860 München (19 Uhr, alle Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Dortmunds Tinga gegen Diego: Ziel Viertelfinale
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Dortmunds Tinga gegen Diego: Ziel Viertelfinale

"Ich hoffe, dass wir in Dortmund den Schalter umlegen können", sagte Werders Sportdirektor Klaus Allofs nach zuletzt durchwachsenen Testspielergebnissen. Trainer Thomas Schaaf prophezeite nach dem 2:2 bei Hajduk Split am Wochenende : "Wir können und wir werden in Dortmund besser spielen, sonst wird es schwer." In der Bundesliga-Hinrunde ging der fünfmalige Pokalsieger am 14. September 2007 mit 0:3 unter. Deshalb braucht Schaaf seine Profis nicht besonders zu motivieren. "Wir haben mit dem BVB noch eine Rechnung offen", unterstrich Allofs. Dabei setzen die Bremer auf Regisseur Diego, der seine Schambein-Entzündung auskuriert hat und von Beginn an auflaufen wird.

Auch die BVB-Profis haben nach einer enttäuschenden Hinrunde bei den Fans noch etwas gutzumachen. Zudem winken der erste Viertelfinal-Einzug seit 1996, weitere Einnahmen und mit dem eventuellen Sprung ins Endspiel am 19. April in Berlin die Uefa-Cup-Teilnahme. "Es bietet sich eine große Chance, sich auf kürzestem Weg für das internationale Geschäft zu qualifizieren", sagte Nationalspieler Sebastian Kehl. Mut macht dem BVB die gute Vorbereitung sowie die Pokal-Bilanz gegen Werder. Dreimal setzten sich die Schwarz-Gelben in bisher vier Duellen durch. Während der Einsatz von Offensivkraft Mladen Petric nach Hüftbeschwerden nicht sicher ist, steht fest, dass Torjäger Alexander Frei erstmals seit acht Monaten und zwei Operationen wieder zum Kader gehören und auf der Bank sitzen wird.

Trotz des Ausfalls der Nationalspieler Marcell Jansen (Reha) und Lukas Podolski (Bandscheibenvorfall) sowie der Ungewissheit um die angeschlagenen Bastian Schweinsteiger und Andreas Ottl gab sich Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld vor dem Duell gegen Wuppertal siegessicher: "Das erste Spiel ist immer wichtig, damit man in Tritt kommt und seinen Rhythmus findet. Ich bin davon überzeugt, dass wir weiterkommen." Torwart Oliver Kahn warnte: "Wir dürfen Wuppertal nicht unterschätzen und müssen konzentriert zur Sache gehen. Welche Probleme man mit Regionalligisten haben kann, war in der ersten Runde in Burghausen zu sehen". Damals siegten die Bayern erst im Elfmeterschießen.

Da das Wuppertaler Zoo-Stadion wegen eines derzeit laufenden Umbaus nur über eine Kapazität von 14. 000 Plätzen verfügt, zieht der Tabellenführer der Regionalliga Nord für sein "Jahrhundertspiel" in die Schalker Arena um. Mehr als 50.000 Karten wurden allein in Wuppertal abgesetzt. " Wir müssen es realistisch sehen und anerkennen, dass wir gegen die Bayern im Normalfall nicht gewinnen", sagte Wuppertal- Trainer Walgang Jerat. Wie auch immer das berühmte Duell David gegen Goliath ausgehen wird: Nach dem Abpfiff wird in jedem Fall gefeiert. Denn aus den Zuschauereinnahmen werden rund 600.000 Euro in die Vereinskasse fließen, hinzu kommen 225.000 Euro TV-Honorar. Viel Geld für einen Regionalligisten.

Rund 30.000 Wuppertaler Fans wollen mit dem Auto in einer Fan-Karawane über die 60 Kilometer nach Gelsenkirchen fahren. Zudem sind mehr als 100 Busse gechartert und die Deutsche Bahn setzt fünf Sonderzüge ein. Doch die große Erwartungshaltung und die ungewohnte Atmosphäre könnten laut Mittelfeldspieler Mike Rietpietsch für die Akteure zum Problem werden. "Für einige von uns ist es Neuland, vor mehr als 60.000 Fans zu spielen. Den Effekt darf man nicht unterschätzen. Ich bin froh, wenn alles vorbei ist", sagte der Routinier.

Auf den großen Coup hoffen auch Alemannia Aachen im ersten Pfichtspiel unter dem neuen Trainer Jürgen Seeberger im Zweitliga-Duell mit 1860 München und Liga-Konkurrent 1899 Hoffenheim gegen den Bundesligisten Hansa Rostock. "Eine eklige Aufgabe", nannte Hansa-Stürmer Enrico Kern den Ausflug nach Hoffenheim. Die schwerere Aufgabe dürfte den "Löwen" bevorstehen, denn der Tivoli in Aachen entpuppte sich bei Pokal-Wettbewerben in den vergangenen Jahren als uneinnehmbare Festung. 2004 und 2006 verlor dort Bayern München und in der vergangenen Runde warf die Alemannia den VfL Bochum aus dem Rennen. "Das wird eine harte Nuss" sagte Münchens Manager Stefan Reuter.

fsc/sid/dpa

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