Weniger Polizei beim Fußball Projekt soll fortgesetzt werden

NRW-Innenminister Ralf Jäger wertet die erste Phase des Pilotprojektes zur Optimierung der Polizeieinsätze im Fußball als Erfolg. Nichts spräche dagegen, "so weiterzumachen".

NRW-Innenminister Jäger: Pilotprojekt gelungen
DPA

NRW-Innenminister Jäger: Pilotprojekt gelungen


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - In Nordrhein-Westfalen wird es im bezahlten Fußball weiterhin weniger Polizei geben. "Unser Konzept funktioniert und bringt die gewünschten Ergebnisse. Die bisherigen Erfahrungen des Pilotprojektes lassen erkennen, dass wir den eingeschlagenen Weg weiter beschreiten können", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger und bestätigte damit einen Bericht von SPIEGEL ONLINE. Der Modellversuch, die Anzahl der Polizeikräfte bei Partien mit weniger Konfliktpotenzial zu verringern, war zunächst auf acht Bundesliga-Wochen begrenzt und geht an diesem Wochenende zu Ende.

Im Rahmen des Projekts hatte die Bereitschaftspolizei bei einigen Spielen auf eine enge Begleitung der Fans auf dem Weg zum Stadion verzichtet. Auch die sichtbare Präsenz der Polizei war reduziert worden. "Das vereinfacht den Einsatz für die Polizei und verringert auch das Konfliktpotenzial zwischen Fans und Polizisten", sagte Jäger, der das Konzept angesichts einer Mehrzahl an Spielen für unabdingbar hält.

Einsätze bei Risikospielen bleiben von dem Projekt unangetastet, darunter auch das Revierderby am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund. Auch das von Krawallen überschattete rheinische Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach am vergangenen Sonntag war von den Maßnahmen ausgenommen.

NRW reagiert mit dem Pilotprojekt darauf, dass mehr Vereine aus dem Bundesland in den drei Profiligen vertreten sind. Das Projekt setze "bundesweit neue Akzente, wie die Polizei mit den Fans umgeht", sagte Jäger. Dies sei auch ein Ergebnis des intensivierten Dialogs mit Vereinen und Fanvertretungen. "Nichts spricht dagegen, so weiterzumachen."

tpr/dpa/sid

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
wackeldackel77 27.09.2014
1. Gute Lösung
Anders als es in Bremen der Fall ist, wo man sich den Polizeieinsatz vergolden lassen will um die Haushaltsmisere in den Griff zu bekommen, halte ich das Konzept in NRW für durchaus sinnvoll und auf Dauer erfolgversprechend. Es gibt wenige Spiele im Jahr, wo eine hohe Präsenz der Polizei notwenig ist. 95% aller Spiele laufen nämlich sehr friedlich und ohne jegliche Zwischenfälle ab. Und wenn was passiert, dann außerhalb der Stadien auf der An- und Abreise, wo nun mal die Polizei zuständig ist. Aber das ist, auch wenn es die Besserwisser von der Couchfraktion anders sehen, nun mal eher die Ausnahme und oftmals dadurch angestachelt, das Fans, schon im Vorhinein mit Repressionen durch die Ordnungsmacht gereizt werden. Klar rechtfertigt das keine Krawalle aber es erklärt zumindest mal, dass in diesem Zusammenhang immer 2 dazugehören, die das Feuer anfachen. Die Aussagen der GdP passen da natürlich insofern gut ins Bild, dass diese zwar immer die massive Überbelastung der Beamten beklagen, aber auf der anderen Seite fordern, dass die Einsatzmannstärke erhalten bleibt. Andernfalls würde den Beamten ja ein gehöriges Stück Gehalt in Form von bezahlten Überstunden verloren gehen. Daher konnte von der GdP, egal wie der Feldversuch ausgeht, nur eine negative Beurteilung des Ganzen kommen. Ich hoffe und wünsche mir, dass das Projekt aus NRW in ganz Deutschland Schule macht und Erfolg hat, denn als regelmäßiger Stadiongänger (im Übrigen mit der ganzen Familie, Frau und 2 Töchter) finde ich die martialischen, völlig übertriebenen und in ihrem Auftreten oft arroganten Polizeibeamten als absolut Fehl am Platz. Und zum Schluss noch ein kleiner Gruß nach Bremen, verbunden mit dem Wunsch, dass spätestens vor einem ordentlichen Gericht dem Bremer Senat seine Kostenbeteilgung am Polizeieinsatz um die Ohren fliegt.
ingo-13 27.09.2014
2. leider falsch
Ist ihr Kommentar wackeldackel77. Die von ihnen angesprochene Forderung einer Beibehaltung de bisherigen einsatzstärke gibt es nicht. Im Gegenteil, alle polizeigewerkschaften hatten von Anfang an dem test positiv gegenüber gestanden und fordern dessen Fortsetzung.
wackeldackel77 28.09.2014
3. Leider falsch
ist ihr Kommentar. Die GdP steht dem ganzen alles andere als positiv gegenüber. Sie sollten sich dazu mal deren Stellungnahme zum Projekt lesen. Da kommt leider nichts positiv rüber und es wird auch nicht von einer Fortführung gesprochen. Anders argumentiert da die deutsche Polizeigewerkschaft. Die sieht das positiv.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.