Gewalt im Fußball Polizei durchsucht Wohnungen von Fans

Es war eine großangelegte Polizeiaktion: Zeitgleich in vier Bundesländern sind Wohnungen von als gewaltbereit eingestuften Fußballfans durchsucht worden. Die Beamten stellten Baseballschläger und Schlagringe sicher. Gegen 38 Tatverdächtige wird ermittelt.

Razzia bei Fußballfans: Schlagstöcke, Drogen und Pyrotechnik
DPA

Razzia bei Fußballfans: Schlagstöcke, Drogen und Pyrotechnik


Hamburg - Die Rostocker Staatsanwaltschaft hat bei Durchsuchungen gegen gewaltbereite Fußballfans in vier Bundesländern große Mengen Beweismaterial sichergestellt. Dabei handelt es sich um Mobiltelefone, Computer, aber auch Schlagstöcke, Drogen und Pyrotechnik, wie Polizeisprecherin Yvonne Hanske am Dienstag in Rostock sagte.

450 Beamte - vor allem der Bundespolizei - hatten am Dienstagmorgen 43 Wohnungen in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Berlin und Brandenburg durchsucht. Gegen 38 Tatverdächtige im Alter zwischen 20 und 40 Jahren wird wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Festgenommen wurde bei der Polizeiaktion allerdings niemand. "Das war auch nicht geplant, aber einige Männer waren sehr überrascht von dem Einsatz", sagte Hanske. Schwerpunkt war mit 20 Durchsuchungen der Nordosten Rostocks, die anderen fanden in Greifswald, Wolgast, Anklam und Schwerin statt. Neun Fans wurden in den drei anderen Bundesländern aufgesucht.

Überfall durch Hansa-Fans als Anlass der Razzia

Anlass für die Polizeiaktion waren mehrere Attacken sogenannter Hansa-Fans auf andere Anhänger im November 2012 in Rostock und Schwaan (Landkreis Rostock) sowie kürzlich auf einen Reisenden. Das Opfer war am 13. April in der Regionalbahn Verden in Niedersachsen angegriffen und verletzt worden. Die drei Verdächtigen kamen vom Auswärtsspiel Hansa Rostocks bei Alemannia Aachen.

Etwa 20 Angreifer hatten im November 2012 bei einem Konzert in Rostock mit Baseballschlägern eine Band überfallen, die dem FC St. Pauli nahe stehen soll. Außerdem war im November ein Zug mit Fans von Hertha BSC, die den Karlsruher SC in Rostock unterstützen wollten, bei Schwaan mit Steinen von einer großen Gruppe Vermummter angegriffen worden.

"Mit den gefundenen Vermummungsgegenständen und weiteren Beweismitteln kann die Beteiligung Einzelner an den Taten besser nachgewiesen werden", sagte die Polizeisprecherin. Allein 81 Handys wurden sichergestellt, auch mehrere Datenträger, Baseballschläger und Schlagringe. Die genaue Anzahl könne noch nicht genannt werden, da die Auswertung noch andauere. Als "Beifang" nahmen die Beamten auch noch 23 Stangen illegaler Zigaretten, Marihuana und eine Mini-Hanfplantage von 15 Pflanzen in der Region Berlin/Brandenburg mit.

aha/dpa



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Robert_Rostock 07.05.2013
1.
Zitat von sysopDPAEs war eine groß angelegte Polizei-Aktion: Zeitgleich in vier Bundesländern wurden Wohnungen von als gewaltbereit eingestuften Fußballfans durchsucht. Baseballschläger und Schlagringe wurden sichergestellt. Gegen 38 Tatverdächtige wird ermittelt. http://www.spiegel.de/sport/fussball/polizei-durchsucht-wohnungen-von-fussballfans-in-rostock-a-898579.html
Womit man mal wieder sieht, dass die ganze Diskussion letztes Jahr um das "sichere Stadionerlebnis" ziemlicher Humbug war. Sowohl von Seiten DFB und Politik (denn wie im Artikel beschrieben, finden die relevanten Vorfälle außerhalb des Stadions statt und lassen sich mit den vorhandenen Gesetzen abhandeln) als auch von Seiten vieler Fans (denn augenscheinlich sind doch nicht alle Fußballanhänger friedliche, liebe, völlig zu Unrecht kriminalisierte Engel)
Mertrager 07.05.2013
2. Überrascht
Also ich kenne auch Fußballanhänger, die ein Handy und einen Computer haben. Und überrascht wären die auch, wenn die Polizei zur einer Hausdurchsuchung vor der Tüt stünde. - Also entweder fehlen da ein paar Infos oder dieser Bericht ist ein weiterer Hinweis darauf, dasz man die Lehrern aus der NS-Zeit überwunden hat und den Schutz der Wohnung des Bürgers inzwischen als weniger wichtig ansieht.
benji030 07.05.2013
3. ...
Ich sehe die Razzien sehr kritisch. Das Gewaltpotenzial einiger Rostocker Fans ist nicht zu bestreiten, klar, aber was sind denn das für Beweise? Auf Auswärtsfahrten werden sie kaum mit Baseballschlägern oder Schlagringen bewaffnet sein und Drogen bringen in diesem Zusammenhang auch nicht. Hinzu kommt, dass der angesprochene Fall mit den Fans von Hertha BSC kein Überfall o.ä. war, sondern bereits Wochen vorher sich die Vorfälle zwischen Fans von Hertha und Hansa häuften. Solange solche "Fans" nicht auf frischer Tat von der Polizei erwischt werden, was oftmals garnicht gewollt wird, werden solche Razzien nichts bringen. Besonders weil die Stimmung der gewaltbereiten Fans bei Hansa durch die finanzielle Situation bereits am Siedepunkt ist, halte ich solche Aktionen der Staatsanwaltschaft sogar für gefährlich. Man hätte lieber das Ende der Saison abwarten sollen.
Acer99 07.05.2013
4. War das Alles
Baseballschläger? Ggf spielt der Fan ja Baseball? Auf dem Foto ist ein Schlagstock (Tonfa) zu sehen, der auch von Polizisten eingesetzt wird. Ggf Razzia beim Kollegen gemacht. Die Dinger sind genau so legal zu erwerben wie Küchenmesser, wobei das Messer deutlich gefährlicher ist. Drogen? Was denn genau? Nen paar Kippen, Kasten Bier und Kaffee? Was soll also so eine Razzia bringen, wenn man nichts findet, was wirklich als Beweis dienen kann?
diepresselügt 07.05.2013
5. hat sich ja voll gelohnt...
Zitat von sysopDPAEs war eine groß angelegte Polizei-Aktion: Zeitgleich in vier Bundesländern wurden Wohnungen von als gewaltbereit eingestuften Fußballfans durchsucht. Baseballschläger und Schlagringe wurden sichergestellt. Gegen 38 Tatverdächtige wird ermittelt. http://www.spiegel.de/sport/fussball/polizei-durchsucht-wohnungen-von-fussballfans-in-rostock-a-898579.html
und seit wann sind skimasken, Baseballschläger,Tonfa elegal ? die 21 stangen zigaretten sind die Härte... die liebe Pilizei sollte sich lieber mal in Problemvirteln sehen lassen mit hohen Migranten anteil !
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