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Union-Spiel in Berlin: Israel-Fahne musste weg - Polizei entschuldigt sich

Ingolstadts Fans: Die Israel-Fahne hatte die Berliner Polizei verboten Zur Großansicht
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Ingolstadts Fans: Die Israel-Fahne hatte die Berliner Polizei verboten

Fans des FC Ingolstadt zeigten vor der Zweitligapartie bei Union Berlin eine Israel-Fahne - und mussten sie auf Anweisung der Polizei wieder abnehmen. Polizeipräsident Klaus Kandt spricht von einer Fehlentscheidung.

Fußballspiele an der Alten Försterei leben von großen Emotionen. Am Sonntag aber sorgten nicht die Fans des 1. FC Union Berlin für Aufsehen, sondern die Berliner Polizei. Sie setzte durch, dass die Anhänger des FC Ingolstadt eine israelische Fahne entfernen mussten. "Das war eine Weisung des Einsatzdienstleisters der Polizei. Wir hätten die Fahne nicht heruntergenommen", sagte Pressesprecher Christian Arbeit SPIEGEL ONLINE.

Die Einsatzleitung der Polizei begründete die Maßnahme mit der politischen Neutralität bei Großveranstaltungen. Laut "Bild"-Zeitung hatte die Polizei außerdem die große palästinensische Gemeinde in der Stadt als Begründung angeführt.

Die Aufforderung zum Einrollen der Flagge sei eine Fehlentscheidung gewesen, gab Polizeipräsident Klaus Kandt im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE zu: "Dafür entschuldige ich mich bei allen Betroffenen." Die Aufgabe der Polizei sei es demnach, die Meinungsfreiheit zu schützen.

"Ich unterstelle keine böse Absicht. Dennoch halte ich das für die falsche Entscheidung", sagte Berlins Innensenator der "Bild"-Zeitung. Henkel befindet sich derzeit auf Besuch in Israel und wird am Montag dort die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem besuchen.

Unions Pressesprecher räumte ein, dass der Verein die Möglichkeit gehabt hätte, sich mit dem Hausrecht als Veranstalter über die Polizeianordnung hinwegzusetzen. "Wir haben uns dagegen entschieden, weil die Polizei die Anweisung mit 'Gefahrenabwehr' begründete. Wenn danach irgendetwas passiert wäre, wären wir in der Verantwortung gewesen", sagte Christian Arbeit.

mku/dpa

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