Premier League Titel-Dreikampf am Boxing Day

Weihnachtszeit, fußballfreie Zeit - von wegen. Während sich die Stars der Primera División, der Serie A und der Bundesliga die Festtagsbraten schmecken lassen, steigt in der englischen Premier League der Boxing Day, der spektakulärste Spieltag der Saison.

Von Timo Prüfig

Arsenal-Profi Özil (r.): Duell mit West Ham am zweiten Weihnachtstag
Getty Images

Arsenal-Profi Özil (r.): Duell mit West Ham am zweiten Weihnachtstag


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Hamburg - In jedem Jahr locken die Geschäfte in England am 26. Dezember mit Angeboten. Das Weihnachtsgeld wird verprasst, ungeliebte Geschenke werden zurückgegeben. In den Einkaufszentren herrscht Massenandrang - doch nicht nur dort.

Auch die Pubs und Fußballstadien sind voll. Während Deutschland einen besinnlichen zweiten Weihnachtstag feiert, herrscht in England der Ausnahmezustand: Am sogenannten Boxing Day begeht die Premier League ihren spektakulärsten Spieltag der Saison.

Die Stadien sind am 26. Dezember traditionell ausverkauft. Diesen Spieltag zelebrieren die Engländer noch euphorischer als sonst. "Der Boxing Day ist ein ganz spezieller Tag. Da gehen die Engländer mit der Familie ins Stadion", sagt Dietmar Hamann, der bei Newcastle United, dem FC Liverpool und Manchester City gespielt hat. Und fast schon ebenso traditionell wie der Spieltag an sich ist auch die sportliche Aussagekraft der Tabellenkonstellation zur Weihnachtszeit.

In den vergangenen zehn Jahren wurde der Spitzenreiter nach dem Boxing Day am Ende fast immer auch Meister. Nur der FC Liverpool verteidigte die Spitzenposition vor Manchester United in der Saison 2008/2009 nicht bis zum Saisonende und wurde nur Vizemeister.

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Und 2003/2004 eroberte der FC Arsenal nach Platz zwei zur Weihnachtszeit noch die Meisterschaft - und das sogar ungeschlagen. Diese beiden Clubs stehen vor diesem vorentscheidenden Spieltag punktgleich an der Tabellenspitze

Für die deutschen Nationalspieler Mesut Özil, Per Mertesacker und den genesenen Lukas Podolski steht mit dem FC Arsenal nur drei Tage nach dem enttäuschenden 0:0 gegen den FC Chelsea bereits das nächste Londoner Stadtderby gegen das abstiegsbedrohte West Ham United an (16 Uhr). Tabellenführer FC Liverpool tritt zum Spitzenspiel bei Manchester City an (18.30 Uhr, jeweils Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Die "Citizens" liegen nur einen Punkt hinter dem Führungsduo auf Rang drei und haben seit Wochen einen unglaublichen Lauf: Von den vergangenen neun Pflichtspielen hat die Mannschaft von Trainer Manuel Pellegrini acht gewonnen und einmal unentschieden gespielt. Mit einem Sieg könnte der Meister von 2012 die Tabellenspitze übernehmen, vorausgesetzt Arsenal gewinnt nicht. Allerdings kommt der FC Liverpool mit dem momentan überragenden Spieler der Premier League: Luis Alberto Suárez Díaz.

Chelsea empfängt Swansea City mit Torhüter Tremmel

Der Stürmer aus Uruguay, der seinen Vertrag bei den Reds gerade bis 2018 verlängert hat, spielt derzeit in einer eigenen Liga: In erst zwölf Liga-Einsätzen erzielte der 26-Jährige bereits 19 Tore. Alleine in den vergangenen vier Spielen traf er zehnmal. Die Serie auch in Manchester auszubauen, wird schwierig: City hat diese Saison bislang alle acht Heimspiele gewonnen und vor eigenem Publikum die beeindruckende Tordifferenz von 35:5.

Nur einen weiteren Zähler hinter City lauert der FC Chelsea mit André Schürrle und Startrainer José Mourinho. Mit einem Heimsieg gegen Swansea City und den deutschen Torhüter Gerhard Tremmel würden die Londoner auf jeden Fall unter die Top drei klettern, da sich Liverpool und ManCity die Punkte gegenseitig wegnehmen.

Tottenham Hotspur und Lewis Holtby wollen nach dem Rauswurf von Trainer André Villas-Boas hingegen erst einmal den Anschluss an die Europapokalplätze nicht verlieren. Der Tabellensiebte empfängt am Boxing Day West Bromwich Albion. Nur einen Platz hinter den Spurs lauert Rekordmeister Manchester United, der bereits am Mittag bei den Hull City Tigers antritt (13.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Nach einem enttäuschenden Saisonstart konnte das Team von Trainer David Moyes mit zuletzt vier Pflichtspielsiegen eine kleine Serie starten.

Zur Tabellenführung am Abend des Boxing Days wird es für United in diesem Jahr aber definitiv nicht reichen. Damit scheint - zumindest rein statistisch - auch die Titelverteidigung eher unwahrscheinlich.

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insgesamt 28 Beiträge
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hontalanivan 26.12.2013
1. Ynwa lfc
Suarez Diaz? Luis Alberto? Ich weiss nicht, woher der Autor seine Informationen nimmt... :) Unser bester Spieler (den er wahrscheinlich meint) heißt Luis Suarez, und Luis Alberto ist leider nicht so gut, dass man ihn hier erwähnt... Wir haben noch Top Spieler wie Sturridge, Gerrard aber sie sind leider verletzt. Also bitte, sich ein bißchen besser informieren lassen - schadet nicht! :)
Lupus39 26.12.2013
2.
Freue mich schon auf die Matches. Die Premier League hat gegenüber der Bundesliga den Vorteil, im oberen Bereich mehr ausgeglichen zu sein und das auf hohem Niveau. Deswegen gibt es fast zu jedem Spieltag sehr interessante Partien zu sehen.
frank_w._abagnale 26.12.2013
3. PL wird gut vermarktet.
Der wichtigste Side-Effekt ist aber, dass die Premier League an diesem Tag die Alleinstellung in Sachen Medien und TV hat. Nirgendwo ist etwas los. Alle Welt schaut auf die PL. Aus vermarktungstechnischer Sicht genial. Da muss die DFL erst noch ihre Piefigkeit ablegen, bevor man an dieses Niveau heranreicht.
godankoenig 26.12.2013
4. Wenn man schon von
... sollte man doch wenigstens die kompletten Spielernamen wissen und wenn eben nicht, dann kurz mal im Internet recherchieren. Vollständiger Name "Eures" Spielers ist schon der, der im Artikel genannt wurde. Luis Alberto Suárez Díaz.
Thomas Kossatz 26.12.2013
5. optional
Das war Fanschreibe und kein Journalismus. Warum wohl muss man "ausverkauft" erwähnen? Weil die Preise so hoch sind, dass echte Fans sich das nicht leisten können. Wenn Lupus39 meint, die Bundesliga sei weniger ausgeglichen, dann ist das vielleicht eine Momentaufnahme, mehr nicht. Die Bundesliga piefig? Tatsächlich schaut England nach Deutschland - von der Jugenarbeit bis zur Fankultur. Einfach mal bei der BBC nachgucken. Richtig: Heute guckt alles nach England, weil es keine Konkurrenz gibt. Und beim Worldcup ist mal wieder Schluss, bevor es losgeht. Es hat alles sein pro und contra.
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