Premier League Wenger verliert sein (vielleicht) letztes Duell mit Mourinho

Die Rivalität zwischen Arsène Wenger und José Mourinho ist legendär. Beim Duell zwischen Arsenal und Manchester United kam es zum womöglich letzten Aufeinandertreffen.

Arsène Wenger (r.), José Mourinho
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Arsène Wenger (r.), José Mourinho


"Er hat ein Problem mit uns. Er ist ein Voyeur." (Mourinho über Wenger, 2006)

"Er hat den Bezug zur Realität verloren. Er ist respektlos." (Wenger über Mourinho, 2007)

"Er ist ein Spezialist im Scheitern." (Mourinho über Wenger, 2014)

Große Persönlichkeiten, Rivalität, Emotionen - der Sport lebt auch von solchen Faktoren. Auch in dieser Hinsicht haben José Mourinho und Arsène Wenger den Fußball bereichert. Die Beziehung der beiden Trainerstars könnte man Fehde nennen, seit mehr als einem Jahrzehnt duellieren sie sich, sportlich am Spielfeldrand wie verbal an den Mikrofonen. An diesem Sonntag trafen sie erneut aufeinander, womöglich zum letzten Mal. Und der Sieger heißt wie meistens: José Mourinho.

Wenger, 68, hatte vorvergangene Woche seinen Abschied als Coach des FC Arsenal bekannt gegeben. 22 Jahre lang hatte er den Klub, ja sogar den englischen Fußball mitgeprägt. Dass er einen anderen Klub aus der Premier League übernimmt, ist unwahrscheinlich. Jetzt befindet er sich auf seiner Abschiedstournee.

Gegen Mourinhos Manchester United lief diese enttäuschend, die Partie im Old Trafford endete 2:1 (1:0) für United. Paul Pogba brachte die Gastgeber in Führung (16. Minute), Henrikh Mkhitaryan traf gegen seinen Ex-Klub zum Ausgleich, (51.) Marouane Fellaini setzte den Schlusspunkt (90+2.).

Siegtorschütze Marouane Fellaini
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Siegtorschütze Marouane Fellaini

Sportlich war die Partie von überschaubarer Bedeutung. United (75 Punkte) hat als Zweiter die Qualifikation für die Champions League so gut wie sicher. Arsenal hingegen hat als Sechster (58) kaum realistische Aussichten auf den vierten Platz. Umso wichtiger ist aus Gunners-Sicht das Europa-League-Halbfinale. Der Titel würde die Teilnahme an der Königsklasse garantieren. Das Hinspiel gegen Atlético endete am vergangenen Donnerstag 1:1, kommenden Donnerstag steht das Rückspiel an (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Also schonte Wenger gegen Manchester etliche Stars.

Wer im Old Trafford Wenger-Fußball erwartet hatte, wurde auch deshalb enttäuscht. Der Coach setzte auf viele Talente, Reiss Nelson etwa, Ainsley Maitland-Niles oder Konstantinos Mavropanos. So kam es, dass Arsenal weniger Ballbesitz hatte als United (41:59 Prozent). Bei einem Duell Wenger vs. Mourinho galt das eigentlich als undenkbar.

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Arsène Wenger: Mal Gentleman, mal Rüpel

Die Gastgeber waren dann auch das gefährlichere Team, auch wenn neben dem schön herausgespielten Pogba-Treffer nur wenige klare Chancen heraussprangen. Eine der größten davon vergab Ashley Young, der aus spitzem Winkel am Pfosten scheiterte (41.). Arsenal kam noch seltener durch die gegnerische Abwehr, und wenn, dann war Mkhitaryan beteiligt. Je länger die Partie dauerte, desto drückender wurde aber Manchester; der späte Siegtreffer durch Fellaini, der eine Flanke per Hinterkopf ins Tor brachte, war folgerichtig. Das Schussverhältnis lautete am Ende 17:8 aus Sicht der Red Devils.

Im Video: "Könnten Sie mit Mourinho befreundet sein, Herr Wenger?"

Vor dem Spiel waren beide Trainer auf ihre Rivalität angesprochen worden, natürlich. Was sie sagten, klang versöhnlich. "Wenn er mich nur halb so sehr respektiert wie ich ihn, könnten wir noch Freunde werden", sagte Mourinho. Und Wenger antwortete, er respektiere den Portugiesen sehr, er sei "ein großartiger Trainer". Wer sah, wie sich beide nach dem Abpfiff die Hand reichten, nahm ihnen die Worte tatsächlich ab.

Manchester United - FC Arsenal 2:1 (1:0)
1:0 Paul Pogba (16.)
1:1 Henrikh Mkhitaryan (51.)
2:1 Marouane Fellaini (90+2.)
United: De Gea - Valencia, Smalling, Lindelöf, Young - Herrera (Fellaini, 64.), Matic, Pogba - Lingard (Martial, 64.), Lukaku (Rashford, 50.), Alexis Sánchez. Trainer: Mourinho
Arsenal: Ospina - Bellerín, Chambers, Mavropanos, Kolasinac (Monreal, 64.) - Mkhitaryan (Willock, 76.), Maitland-Niles, Iwobi, Xhaka, Nelson (Welbeck, 64.) - Aubameyang. Trainer: Wenger
Schiedsrichter: Kevin Friend
Zuschauer: 75.035
Gelbe Karten: - / Xhaka

mon



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siryanow 01.05.2018
1. Wenger und die Zukunft
Falls die Verantwortlichen bei Borussia Dortmund entschieden haben nicht mehr mit Herrn Stoeger weiterzuarbeiten, empfehle ich Ihnen dringend sich um Monsieur Wenger zu bemuehen. Dat wuerde nicht nur gut fuer den BVB sein,sondern auch gut fuer die Liga und den Bajuwaren Beine machen.
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