Max Meyers Premier-League-Transfer It's Meyer, stupid

Erst schrieben sie seinen Namen falsch, dann verwechselten sie ihn mit Joshua Kimmich - die Vorstellung von Max Meyer bei Crystal Palace lief unrund. Nicht der erste Fauxpas beim Klub aus der Premier League.

Max Meyer
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Max Meyer


"Mayer" statt "Meyer" stand in der Pressemitteilung und die Webseite des Londoner Premier-League-Klubs Crystal Palace zierte ein Foto von Bayern-Star Joshua Kimmich. Der Ex-Schalker Max Meyer hat sich seinen Einstand beim neuen Arbeitgeber sicher anders vorgestellt. Immerhin: Den Namen von Kimmich schrieben die "Eagles" korrekt. Und bei den Transfermodalitäten gab es diesmal anscheinend auch keine Probleme.

Das sah in Südlondon schon einmal anders aus - auch wenn Crystal Palace damals keine Schuld trug: Der Klub hatte es 2006 am letzten Tag der Transferperiode auf den finnischen Stürmer Shefki Kuqi von den Blackburn Rovers abgesehen. Die Transfermodalitäten waren geklärt, nur noch die Dokumente mussten bis Mitternacht übersandt werden. Die Rovers schickten die Papiere statt zu Crystal Palace aber zu einem Fish-and-Chips-Imbiss - eine Ziffer der Faxnummer war falsch eingegeben worden. Nach der Korrektur hatte der englische Fußballverband ein Nachsehen mit den Beteiligten und akzeptierte den Transfer.

London? Oder doch Liverpool?

Doch nicht nur die Klubs, auch einzelne Spieler sorgten für Spott in der heißen Wechselphase. So zum Beispiel Christian Benteke bei seinem Wechsel zu Palace. Der belgische Stürmer schien sich nicht mehr ganz so sicher zu sein, zu welchem Premier-League-Klub er denn jetzt wechselte.

Zwar posierte er auf seinem Twitter-Profilbild im Crystal-Palace-Trikot, gab in seiner Profilbeschreibung jedoch an, für den FC Burnley aufzulaufen. Auch seinen Standort änderte er auf Liverpool statt London - oder besser: ließ ihn ändern. Benteke twitterte später, dass die Person, die seinen Account managte, etwas durcheinander gewesen sei. Das kann bei den ganzen Transfergerüchten ja auch mal passieren.

Verhandlungsgespräche ohne Verhandlungsgrundlage

Was zumindest nicht passieren sollte: Als Fußballer gegenüber Journalisten den eigenen Transfer zu bestätigen, ohne dass er tatsächlich zustande gekommen war. Peter Odemwingie, damaliger Flügelstürmer von West Bromwich Albion, hat dieses Kunststück im Januar 2013 vollbracht. Der damalige nigerianische Nationalspieler fuhr am finalen Tag der Transferperiode auf eigene Faust und ohne die Zustimmung seines Klubs die gut zweieinhalb Stunden mit dem Auto in den Westen Londons - um seinen Transfer zu den Queens Park Rangers nach Informationen von Sky Sport News zu beschleunigen.

Journalisten warteten auf dem Parkplatz und hielten ihm, noch im Auto sitzend, ein Mikrofon unter die Nase. Im landesweiten Fernsehen war dann zu sehen, wie Odemwingie sich für das Vertrauen seines vermeintlich neuen Trainers Harry Redknapp bedankte. Einziges Problem: Die Türen des Vereinsgeländes blieben für Odemwingie verschlossen, es hatte gar kein Deal zwischen West Bromwich und QPR stattgefunden. Der damals 31-Jährige musste unverrichteter Dinge umkehren und trat lachend und fast weinend, wie er später verriet, den Heimweg an. Erst ein halbes Jahr später erfüllte sich sein Wechselwunsch - zu Cardiff City.

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
robert.hammer 03.08.2018
1.
falscher Name, falsches Bild. Finde ich gut - denn das zeigt es geht in der League gar nicht mehr um den Fussballer (Mensch ?) sondern ich habe was gekauft, war muss man halt mal später rausfinden was. Fussball als Kommerz wird immer interessanter, so eine Art Sitcom :-(
Stäffelesrutscher 03.08.2018
2. Wer im Glashaus sitzt ...
Ich weiß gar nicht, was die Häme von SPON und ZDF soll. Die schreiben doch selber ständig Namen von Fußballern falsch (vorzugsweise aus Kroatien, Serbien und Umgebung), und das ZDF spricht sie auch noch falsch aus (Kroatien, Serbien und Umgebung plus Spanien, Portugal, Lateinamerika, Russland - und Frankreich, weil statt »Grjäsmann« ständig »Grießmann« gesagt wird).
depotdog 03.08.2018
3. Weltklasse
Endlich erhält der Weltklasse-Spieler Meyer (in UK aka Kimmich) die Wertschätzung, die er auf Schalke nicht bekommen hat. Jetzt sieht man auch, dass es ihm und seinem Berater nie ums Geld ging. Das ist der nächste Schritt den Meyer gehen musste um sich sportlich weiter zu entwickeln. Glück auf
skeptikerjörg 03.08.2018
4.
Vielleicht wollte Crystal Palace auch in Wirklichkeit Kimmich kaufen und Roger Wittmann hat ihnen Max Meyer untergejubelt, damit der "Weltklassespieler, der in jeder Spitzenmannschaft spielen könnte" am nicht doch eine Saison bei FC Barfuß Gaza auflaufen muss?
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