Verstoß gegen Transferregularien FC Chelsea darf ein Jahr keine neuen Spieler verpflichten

Transfersperre für den FC Chelsea bis 2020: Die Fifa hat den Premier-League-Klub bestraft, weil er bei mehreren Verpflichtungen von Nachwuchsspielern gegen die Wechselregeln verstoßen habe.

Chelsea-Star Eden Hazard (vorne)
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Chelsea-Star Eden Hazard (vorne)


Der FC Chelsea darf ein Jahr keine neuen Spieler verpflichten. Das gab der Weltfußballverband Fifa bekannt. Der Klub aus der englischen Premier League werde für die nächsten zwei Transferperioden und damit bis Sommer 2020 gesperrt, weil er gegen Transferregularien verstoßen habe. Im Detail geht es um Verpflichtungen von ausländischen Jungprofis unter 18 Jahren, die von der Fifa streng reglementiert sind.

Es sei festgestellt worden, dass Chelsea im Fall von 29 Nachwuchsspielern gegen Artikel 19 des Transferreglements verstoßen und weitere Vergehen in Bezug auf die Registrierungsanforderungen für Spieler begangen habe, teilte die Fifa mit. Zudem wurde der Klub mit einer Geldstrafe von 600.000 Schweizer Franken belegt. Der FC Chelsea kann das Urteil anfechten. Inzwischen kündigten die Londoner bereits an, in Berufung zu gehen.

FC Chelsea gab zuletzt 210 Millionen Euro für neue Spieler aus

Der Wechsel von Dortmunds Christian Pulisic gerät durch die Transfersperre nicht in Gefahr. Die Verpflichtung des US-Amerikaners hatte der Klub bereits im Januar perfekt gemacht, möglicherweise auch, weil die Strafe schon länger diskutiert wird. In den vergangenen zwei Transferperioden (Winter 2018/2019 und Sommer 2018) gab der Verein insgesamt 210 Millionen Euro für neue Spieler aus, auf der Einnahmeseite standen nur knapp 55 Millionen Euro. Laut Transfermarkt hat der Klub damit die negativste Transferbilanz aller Klubs weltweit in der aktuellen Saison.

Die Fifa-Regeln verbieten im Allgemeinen Transfers von minderjährigen Spielern aus anderen Ländern. Der Weltverband beruft sich dabei auf Artikel 19, wonach ein Spieler nur international transferiert werden darf, wenn er mindestens 18 Jahre alt ist. Der Artikel sieht nur drei Ausnahmen vor, die allerdings erst nach Prüfung bewilligt werden können.

Das Team von Trainer Maurizio Sarri ist in der Liga aktuell Sechster und wurde letztmals im Jahr 2017 Englischer Meister. In der Europa League steht Chelsea im Achtelfinale.

jan



insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
skeptikerjörg 22.02.2019
1. Pech für Bayern München
Damit dürfte ein Transfer von Callum Hudson-Odoi wohl vom Tisch sein. Eigentlich schade, denn wie die anderen "jungen wilden" Engländer wäre er sicherlich auch eine Bereicherung der BL gewesen. Aber wer keine neuen Spieler verpflichten darf, wird ein aufsteigendes Juwel kaum verkaufen.
Oihme 22.02.2019
2. Doch, ...
Zitat von skeptikerjörgDamit dürfte ein Transfer von Callum Hudson-Odoi wohl vom Tisch sein. Eigentlich schade, denn wie die anderen "jungen wilden" Engländer wäre er sicherlich auch eine Bereicherung der BL gewesen. Aber wer keine neuen Spieler verpflichten darf, wird ein aufsteigendes Juwel kaum verkaufen.
... diese Sperre umfasst nur Neuverpflichtungen, nicht die Freigabe/Verkauf von Spielern: " This ban applies to the club as a whole - with the exception of the women’s and futsal teams - and does not prevent the release of players." (aus der Begründung)
Oihme 22.02.2019
3. Korrektur ...
... richtig, Sie hatten ja nicht das Verbot, sondern nur die Unzweckmäßigkeit eines Verkaufs von Hudson-Odoi angesichts der gegenwärtigen Transfersperre angesprochen. Das ist natürlich nicht ganz von der Hand zu weisen.
widower+2 22.02.2019
4. Leihspieler
Das dürfte Chelsea (leider) nicht wirklich treffen. Die haben jede Menge Spielraum für "interne" Transfers, da sie zurzeit 27 (!) Spieler verliehen haben, die bei einer Rückkehr wohl nicht unter die Transfersperre fallen würden.
gnarze 22.02.2019
5.
Zitat von widower+2Das dürfte Chelsea (leider) nicht wirklich treffen. Die haben jede Menge Spielraum für "interne" Transfers, da sie zurzeit 27 (!) Spieler verliehen haben, die bei einer Rückkehr wohl nicht unter die Transfersperre fallen würden.
Wenn diese Spieler schon so gut sind/wären, hätte man sie nicht verliehen. Also wird es nix mit dem Kauf der Bayern von Hudson-Odoi .... kann man sich auf Jovic konzentrieren...auch nicht so schlecht. Probleme für Chelsea dürfte es dennoch geben, da man nun wechselwillige Spieler gar nicht abgeben kann, die ggfs. für Unruhe sorgen werden, z.B. Eden Hazard, der zu Real will.
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