Schiedsrichter-Hilfe Premier League führt Torlinientechnik ein

Als erste europäische Liga setzt die Premier League künftig auf die Torlinientechnik. Die Clubchefs einigten sich auf das auch im Tennis eingesetzte Hawk-Eye-System, die Kosten betragen pro Verein mehrere hunderttausend Euro.

Spielszene aus der Premier League: Kommende Saison mit Torlinientechnik
AP/dpa

Spielszene aus der Premier League: Kommende Saison mit Torlinientechnik


Hamburg - In England waren sie schon immer etwas früher dran. Auf der Insel wurde der Fußball erfunden, nun führt die Premier League als erste europäische Liga die Torlinientechnik ein. Das sogenannte Hawk-Eye-System, das bereits im Tennis und Cricket zum Einsatz kommt, erhielt bei einer Sitzung der 20 Clubchefs den Zuschlag.

Bei dem System zeichnen mehrere Hochgeschwindigkeitskameras das Spielgeschehen aus verschiedenen Winkeln des Stadions auf. Ein Computer berechnet die exakte Position des Balles und sendet ein Signal an den Schiedsrichter, wenn der Ball die Torlinie überschritten hat. Die Kosten belaufen sich angeblich auf mehrere hunderttausend Euro pro Arena.

Die Fifa hatte sich in der Vorwoche gegen Hawk-Eye sowie zwei weitere Tortechnikanbieter und für einen Einsatz von GoalControl beim Confederations Cup in Brasilien entschieden. Bewährt sich die Technik des deutschen Anbieters beim Turnier im Juni, soll sie auch bei der WM 2014 eingesetzt werden. Die Bundesliga hat noch keine Entscheidung über den Einsatz von Torlinientechnik getroffen. Frühestens in der Saison 2015/2016 wäre dies ein Thema.

In den Uefa-Wettbewerben kommt die Technik nicht zum Einsatz. Präsident Michel Platini ist ein erklärter Gegner von Torkameras. Stattdessen stehen in Champions- und Europa-League zwei zusätzliche Schiedsrichterassistenten hinter den Toren, um den Referee bei strittigen Fällen zu unterstützen.

leh/dpa/sid



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insgesamt 10 Beiträge
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Stelzi 11.04.2013
1. Hawk-eye - teurer Kram
War ja klar, dass man das unnötig teure, aber britische Hawk-eye System nimmt, statt das effizientere GoalRef... Aber die PL Clubs habens ja.
john923 11.04.2013
2.
was sind schon mehrere hunderttausend Euro einmalige Investition?....viele Spieler verdienen das im Monat...von Ablöseseummen ganz zu schweigen. Bei all dem was die Clubs einnehmen an Merchandising, Fernsehgeldern etc, sind doch ein paar hunderttausend echt Peanuts...
pauleck 11.04.2013
3. gute wahl
das problem bei goalref ist das implentieren des senderchips in der ballmitte. es fehlen erfahrungswerte, vor allem bzgl der haltbarkeit und verhalten des balls. auch sollte man die folgekosten für die bälle beachten. das anbringen der sensoren im tor sehe ich ebenfalls skeptisch, schon alleine wegem der umständlichen justierung mit spezial messinstrumente. das hawkeye ist dagegen seit vielen jahren ein etabliertes system weltweit. lieber für was richtiges investieren, anstatt die katze im sack kaufen.
foonz 11.04.2013
4. Vorbild Eishockey
Wieso wird es nicht wie beim Eishockey gemacht? Ich verstehe das einfach nicht.. Da kommen einem diese alten Knacker mit "Traditionen"...
Herr Scherflein 11.04.2013
5. Ach Paul
@ Pauleck Die Fifa setzt auf GoalControl, nicht auf GoalRef! Also kein Chip und auch kein Fehlverhalten, sondern einfach ein paar Kameras und ein Rechner. Suchen sie doch in der Suchmaschine ihres Vertrauens nach Goalcontrol.
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