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Super Sunday in der Premier League: Wer wird englischer Meister?

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Leicester-Profis Huth (l.), Okazaki: Leichtes Restprogramm Zur Großansicht
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Leicester-Profis Huth (l.), Okazaki: Leichtes Restprogramm

England, du hast es besser: Die ersten vier Teams der Premier League können noch Meister werden. Und sie bleiben am Supersonntag in zwei Top-Spielen unter sich. Die Titelanwärter im Check.

Vier Mannschaften können sich noch Hoffnungen auf den Meistertitel in der Premier League machen. Praktischerweise bleiben sie am Sonntag unter sich. Der Tabellendritte Arsenal empfängt Spitzenreiter Leicester City (13 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), und der Zweite Tottenham Hotspur muss beim Vierten Manchester City antreten (17.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Entscheidet sich an diesem Wochenende schon der Titel? Die Chancen aller Anwärter im Überblick.

Leicester-Spieler Simpson (l.), Vardy: Geringe Belastung Zur Großansicht
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Leicester-Spieler Simpson (l.), Vardy: Geringe Belastung

Leicester City (Erster, 53 Punkte)

Was für sie spricht: Der Punktestand. Bei einem Sieg in London hätten die Foxes schon acht Zähler Vorsprung auf Arsenal, und das zwölf Spiele vor Saisonende. Dazu ist das Restprogramm nicht eben brutal: Die nächsten Gegner heißen Norwich, West Brom, Watford, Newcastle und Crystal Palace. Gegen Titelkonkurrenten muss Leicester gar nicht mehr antreten. Schließlich könnte die geringe Belastung den Ausschlag geben: Leicester hat nur noch 13 Pflichtspiele zu bestreiten. Bei Man City könnten es bis zu 27 werden, bei Arsenal 26, bei den Spurs gar 28.

Was gegen sie spricht: Die Schwerkraft. Wenn die natürliche Ordnung der Dinge in der Premier League irgendwann wieder greifen sollte, könnte Leicesters Kader sich am Ende dann doch als zu schwach erweisen, um bis zum Ende an der Spitze zu bleiben. Nach einer möglichen Niederlage bei Arsenal könnte zudem etwas auftreten, gegen das die Foxes bisher komplett immun erschienen: Druck. Als Kevin Keegan mit Newcastle United 1996 zwölf Punkte Vorsprung auf Manchester United hatte, schien dem Team plötzlich bewusst zu werden, wie dicht es vor dem großen Triumph stand. Ein historischer Einbruch folgte und der Titel ging noch verloren.

Spurs-Spieler Trippier: Sechs Siege in Serie Zur Großansicht
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Spurs-Spieler Trippier: Sechs Siege in Serie

Tottenham Hotspur (Zweiter, 48 Punkte)

Was für sie spricht: Durch die märchenhafte Geschichte um Leicester spielen die Spurs fast unter dem Radar der Öffentlichkeit ebenfalls eine sehr starke Saison. Die beste Defensive der Premier League mit den beiden belgischen Innenverteidigern Toby Alderweireld und Jan Vertonghen vor Keeper Hugo Lloris trägt dazu ebenso bei wie die Jungstars Harry Kane und Dele Alli. Die junge Mannschaft wird von Trainer Mauricio Pochettino mit einer klaren Spielphilosophie geführt. Kein Wunder, dass der Coach bei Manchester United als Nachfolger von Louis van Gaal gehandelt wird. Die aktuelle Form der Londoner (sechs Pflichtspielsiege in Folge) ist ein weiterer Pluspunkt.

Was gegen sie spricht: Der Kader der Spurs ist zwar stärker als der von Leicester. Aber die Dreifachbelastung mit Titelkampf, Europa League und FA-Cup könnte die Mannschaft an ihre Grenzen bringen, wie schon im Vorjahr in dieser Saisonphase. Auch ist der Erfolg des Teams sehr abhängig von Stürmer Harry Kane, für den im Wintertransferfenster kein adäquater Ersatz gefunden wurde.

Arsenal-Star Özil: Bester Assistgeber Europas Zur Großansicht
Getty Images

Arsenal-Star Özil: Bester Assistgeber Europas

Arsenal (Dritter, 48 Punkte)

Was für sie spricht: Seit zwölf Jahren wartet Arsenal auf einen Meistertitel. Damals kamen die Gunners ungeschlagen durch die Saison. Das Team um Patrick Vieira und Thierry Henry holte 90 Punkte. So viele müssten es in der laufenden Saison gar nicht sein. Die 79 Punkte, mit denen Arsenal vor zwei Jahren nur Vierter wurde, sollten 2016 schon zum Titel reichen. Arsenal muss also gar nicht besser spielen als in den letzten zehn Jahren, um endlich wieder ganz oben zu stehen. Dabei ist das Team besser: Mesut Özil spielt in Weltklasseform und ist Europas bester Vorlagengeber, Alexis Sánchez ist wieder fit, und Torwart Petr Cech hat die Defensive stabilisiert - erstaunlich, dass Chelsea ihn zu einem direkten Konkurrenten ziehen ließ.

Was gegen sie spricht: Erfahrung damit, einen Premier-League-Titelkampf bis zum Saisonende zu bestreiten, hat kein Feldspieler im Team. Die Mannschaft hat in den letzten Jahren immer dann versagt, wenn es um einen großen Titel ging. Vor allem Trainer Arsène Wenger muss zeigen, dass er sich nach 20 Jahren im Amt nicht abgenutzt hat. Und dass Arsenal die Nische verlassen kann, in der schöner Fußball gespielt, das Achtelfinale der Champions League erreicht und am Saisonende Platz zwei bis vier der Liga erreicht wird. Eine Heimniederlage gegen Leicester wäre wohl schon das Ende der Hoffnungen.

City-Stürmer Agüero: Wenn nicht er, wer dann? Zur Großansicht
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City-Stürmer Agüero: Wenn nicht er, wer dann?

Manchester City (Vierter, 47 Punkte)

Was für sie spricht: Einiges. Keiner der Konkurrenten kann dem Kader der Citizens das Wasser reichen, wenn es um Erfahrung im Titelkampf geht. 13 Spieler aus dem jetzigen Aufgebot sind vor zwei Jahren mit City Meister geworden. Auch in der Tiefe ist der Kader der wohl beste der Premier League und einer der besten Europas. Sechs Tore in den letzten vier Spielen von Sergio Agüero haben zudem daran erinnert, wie spielentscheidend der verletzungsanfällige Stürmer sein kann. Wenn jemand City eigenhändig zum Titel schießen kann, dann er.

Was gegen sie spricht: Noch mehr. Zuerst sind natürlich die nur 47 Punkte zu nennen. Ein Rückstand von sechs Punkten ist, wenn noch drei Teams vor einem liegen, nicht leicht aufzuholen. Auch der bevorstehende Trainerwechsel von Manuel Pellegrini zu Josep Guardiola birgt die Gefahr, dass der scheidende Coach die Mannschaft nicht mehr zu hundert Prozent erreicht (andererseits sollten die Profis motiviert sein, sich für die Guardiola-Ära zu empfehlen). Der Ausfall von Kevin De Bruyne könnte ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen. Der Belgier wird mindestens zweieinhalb Monate fehlen, nachdem er sich am Knie und am Knöchel verletzt hatte.

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1.
spadoni 14.02.2016
Anders als in Deutschland und Frankreich ist der Meisterschaftskampf in England extrem spannend ! Ich würde Leicester City den Titel gönnen.
2.
gruenertee 14.02.2016
In Deutschland sollte die Meisterschaft der Bundesliga in einer "Sudden Death Runde" münden. Ähnlich der Playoffs in der NFL. Selbst Bayern kann nicht jedes Spiel - immer - gewinnen. Jetzt gewinnt Bayern ständig die Meisterschaft ber 34 Spiele und das einzig Spannende an der Bundesliga ist der Abstiegskampf.
3. Brrr...
Broko 14.02.2016
Fragt sich nur, was daran "besser" sein soll - der Fußball ist es jedenfalls nicht! Wenn ich mir diese fußballtechnisch auf höchst armseligem Niveau ablaufenden Kicks so anschaue, dann muss ich sagen: Da verpasse ich nichts! Wer auf Wetz-die-Sohle-"Fußball" steht, hat natürlich Pippi in den Augen ...
4. stimmt
Nonvaio01 14.02.2016
Zitat von gruenerteeIn Deutschland sollte die Meisterschaft der Bundesliga in einer "Sudden Death Runde" münden. Ähnlich der Playoffs in der NFL. Selbst Bayern kann nicht jedes Spiel - immer - gewinnen. Jetzt gewinnt Bayern ständig die Meisterschaft ber 34 Spiele und das einzig Spannende an der Bundesliga ist der Abstiegskampf.
die anderen vereine in deutschland sind einfach zu schlecht. In england sind viele veireine momentan mittelmass was europa angeht darum ist es dort auch so eng an der spitze. Schaut man sich einmal die punkte an und vergleicht die mit den punkten der teams wo England noch eine rolle spielete in der CL sieht man woran es liegt. Das will man in D ja auch, lieber schlecht in europa aber dafuer dann eine spannende BL.
5.
ftb7 14.02.2016
Der Witz war gut - fuer Arsenal spricht, dass sie in letzter Zeit immer dann versagen wenn es drauf ankommt, also quasi das Vizekusen der Premier League. Arsène Wenger wird es schon schaffen, dass es auch dieses Jahr nicht klappt und Mourinho und Co. lachen ihm wieder aus.
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2012 Manchester City
2011 Manchester United
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