Unentschieden zwischen City und Liverpool Ein gefühltes 4:4

Im ihrem zehnten Duell als Trainer trennten sich Jürgen Klopp und Pep Guardiola zum ersten Mal unentschieden. Beide Teams hätten den Sieg verdient gehabt. Gut, dass es keinen Verlierer gab. Alles Wichtige zum Spiel.

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Ausgangslage: Gefühlt ging Manchester City nach dem bitteren Champions-League-Aus gegen Monaco stark angeschlagen in die Partie, während Liverpool nach zuletzt zwei Siegen gegen Arsenal und Burnley im Aufwind zu sein schien. Diese Sichtweise blendet aus, dass die Citizens in der Liga seit sechs Spielen ungeschlagen waren (vier Siege, zwei Unentschieden), während die Reds nur drei ihrer letzten neun Premier-League-Partien gewonnen und sich nebenbei sowohl im FA Cup als auch im Ligapokal blamiert hatten. Der direkte Vergleich sprach allerdings für die Gäste: Liverpool hatte zuletzt viermal in Folge gegen City gewonnen.

Pep gegen Klopp I: Zum zehnten Mal trafen Pep Guardiola und Jürgen Klopp als Trainer aufeinander. Von acht Duellen zwischen Bayern und Dortmund gewann jeder vier, im Hinspiel hatte sich Liverpool Silvester 1:0 gegen City durchgesetzt. Insgesamt stand es also 5:4 für den Deutschen. Aber Klopp stellte im Vorfeld klar: "Nicht wir spielen gegeneinander, sondern unsere Mannschaften." Wer will auch den robusten rechten Verteidiger des FSV Mainz im Zweikampf gegen den eleganten Regisseur des FC Barcelona sehen?

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Premier League: Unentschieden zwischen Klopp und Pep

Ergebnis: Am Ende eines sehr temporeichen und unterhaltsamen Spiels stand es 1:1. Die Partie hätte aber auch 4:4 ausgehen können.

Startaufstellungen:
Manchester City: Caballero - Fernandinho, Stones, Otamendi, Clichy - Yaya Touré - Sterling, De Bruyne, Silva, Sané - Agüero.
FC Liverpool: Mignolet - Clyne, Matip, Klavan, Milner - Lallana, Can, Wijnaldum - Mané, Firmino, Coutinho.

Die erste Hälfte: Hatte alles, was ein Top-Spiel braucht - außer Tore. City erwischte den besseren Start und kam durch David Silva zur ersten Chance, doch der Spanier jagte einen Volleyschuss aus elf Metern knapp links vorbei (20. Minute). Auf der anderen Seite schlenzte Philippe Coutinho den Ball von der Strafraumgrenze übers Tor (35.). Die größte Möglichkeit für die Gastgeber vergab Fernandinho, als er eine Hereingabe von Silva von der linken Seite am zweiten Pfosten ans Außennetz grätschte (39.). Im Gegenzug zwangen Roberto Firmino (40.) und Adam Lallana (41.) City-Schlussmann Willy Caballero zu guten Paraden. Der einzige Akteur, der mit dem hohem Niveau der Partie in der ersten Halbzeit nicht mithalten konnte, war Schiedsrichter Michael Oliver. Der Unparteiische verweigerte beiden Teams je einen Elfmeter. Sadio Mané (24.) und Raheem Sterling (39.) waren im Strafraum gefoult worden.

Sané gegen Mané: Zu den Schlüsselspielern beider Teams gehören die extrem antrittsschnellen und dribbelstarken Leroy Sané und Mané. Im Spitzenspiel zeigten beide eine gute Leistung, auch wenn sie an den Treffern nicht direkt beteiligt waren. Das Duell könnte man sich auch gut im Olympischen 100-Meter-Finale vorstellen. Oder noch besser: Über 110 Meter Hürden mit Ball am Fuß.

Die zweite Hälfte: War wie die erste Halbzeit - nur mit Toren. Liverpool war nach Wiederanpfiff das bessere Team und ging verdient in Führung. Emre Can bediente mit einem langen Ball Firmino. Gael Clichy war vorher weggerutscht und ging im eigenen Strafraum ungeschickt in den Zweikampf. Oliver gab den Elfmeter, den er den Reds in der ersten Halbzeit verwehrt hatte. Der ehemalige Citizen James Milner verwandelte sicher unten links (51.). City kam durch Sergio Agüero zum Ausgleich, der eine flache Hereingabe von De Bruyne von der rechten Seite ins lange Eck einschob (69.). In der Folge vergaben beiden Teams weitere Großchancen. De Bruyne traf aus kurzer Distanz den rechten Pfosten (75.). Auf der anderen Seite hätte Adam Lallana den Siegtreffer für Liverpool erzielen müssen, als er nach einem Konter vollkommen frei fünf Meter vor dem Tor der Citizens auftauchte. Doch er traf den Ball nicht richtig (78.). Vorbereiter Firmino hatte sich schon zum Torjubel bereit gemacht.

Roberto Firmino kann nicht glauben, dass Lallana die Chance zum Siegtreffer vergeben hat.
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Roberto Firmino kann nicht glauben, dass Lallana die Chance zum Siegtreffer vergeben hat.

Pep gegen Klopp II: Beide Trainer zeigten In-Game-Coaching vom Feinsten. Guardiola brachte Mitte der zweiten Halbzeit Bacary Sagna für den erschöpften Yaya Touré in die Partie und stellte von 4-1-4-1 auf 3-5-2 um. Bis dahin war Liverpool nach der Pause klar überlegen, doch die taktische Änderung machte sich sofort bemerkbar. City wurde wieder stärker und kam wenig später zum verdienten Ausgleich. Auf den wachsenden Druck der Gastgeber hatte Klopp seinerseits die richtige Antwort und beorderte Mané aus der Spitze zurück ins Mittelfeld. Nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte schalteten die Reds über den Senegalesen immer wieder schnell um und kamen so zu guten Konterchancen. Am Ende waren beide Trainer mit dem Unentschieden zufrieden. Der Spanier verteidigte damit eine starke Bilanz: Weder in Spanien noch in Deutschland oder in England hat er in einer Saison mit seinen Teams beide Spiele gegen denselben Gegner verloren.

Erkenntnis des Spiels: Das 1:1 ist gut für die Spannung in der Spitzengruppe der Premier League. Tabellenführer Chelsea ist mit zehn Punkten Vorsprung wohl nicht mehr einzuholen. Dahinter ist es im Kampf um die Champions-League-Plätze aber richtig eng. Durch die Punkteteilung bleibt City auf Rang drei einen Zähler vor Liverpool. Allerdings haben die Reds schon ein Spiel mehr bestritten als die Citizens. Manchester United und Arsenal haben vier bzw. sechs Punkte Rückstand, aber noch zwei Partien weniger als die Klopp-Elf.

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
huelin 20.03.2017
1. Gut dass es keinen Sieger gab. ..
...für Tottenham ; )
peterpretscher 20.03.2017
2. Hätte Klopp über Pep gewonnen, wäre er....
Zitat von huelin...für Tottenham ; )
..... Übergeschnappt und sich zum Numero Uno erklärt! Chelsea ist der wahre Gewinner des Unentschiedens!
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