Nach Beleidigung gegen Huddersfield-Profi Billing 16-Jähriger wegen rassistischen Posts festgenommen

Philip Billing vom englischen Erstligist Huddersfield Town ist im Internet rassistisch beleidigt worden. Sein Klub hat daraufhin die Behörden eingeschaltet. Und die zuständige Polizei ist bereits aktiv geworden.

Philip Billing
REUTERS

Philip Billing


Am Dienstagabend postete Huddersfield-Town-Mittelfeldspieler Philip Billing eine private Nachricht, die ihn über die sozialen Netzwerke erreicht hatte. Darin wird der 22-jährige Däne mit nigerianischen Wurzeln aufgefordert, den Verein zu verlassen und als "schwarzer Esel" beschimpft. Billing kommentierte die Nachricht schlicht mit einem nach unten gerichteten Daumen und bekam dafür viel Zuspruch.

Wie ein Vereinssprecher bestätigte, haben die Verantwortlichen den Vorfall an die zuständige Polizei in West Yorkshire übergeben. Die Behörde hat gegenüber der BBC die Festnahme eines 16-Jährigen bestätigt. "Der Teenager wurde wegen des Verdachts auf boshafte Kommunikation festgenommen", zitiert die BBC eine Mitteilung der Polizei in West Yorkshire. Es werde wegen Hassverbrechen ermittelt. "Die Untersuchungen dauern an."

"Keine Toleranz für Diskriminierung"

Billing steht seit 2013 bei Huddersfield unter Vertrag, ist 2017 mit dem Klub in die Premier League aufgestiegen, hat seitdem 42 Erstliga-Partien bestritten und dabei zwei Tore erzielt. Mit nur 14 Punkten aus 30 Partien ist Huddersfield Tabellenletzter und hat acht Spieltage vor Schluss 16 Punkte Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze.

Der Klub stellte sich umgehend vor seinen Spieler. "Huddersfield toleriert keine Form von Missbrauch und hat keine Toleranz für jegliche Form von Diskriminierung. Wir werden vollumfänglich mit der Polizei kooperieren, damit diese Angelegenheit in der schärfst möglichen Weise verfolgt wird", heißt es in einer Stellungnahme.

Rassismus ist schon lange ein Problem im englischen Fußball. Auch dass die Polizei ermittelt, ist nichts Neues. Im Dezember 2018 hatte Manchester-City-Stürmer Raheem Sterling die Debatte erneut angestoßen und den Medien eine Mitschuld gegeben, nachdem er rassistisch beleidigt worden war. Auch in anderen Ländern wie Italien kommt es bei Erstligaspielen regelmäßig zu rassistischen Ausfällen.

In Deutschland gab es Anfang März einen vergleichbaren Fall, als der aus Israel stammende Ingolstädter Mittelfeldspieler Almog Cohen nach dem Zweitligaspiel bei Union Berlin Twitter in den sozialen Netzwerken antisemitisch beleidigt worden war. Die Polizei stellte Strafanzeige wegen Volksverhetzung, der Staatsschutz ermittelt.

mmm/rtr



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