Remis zwischen United und Arsenal Weihnachtsgeschenke, 20 Tage zu früh

In Großbritannien findet die Bescherung traditionell am 25. Dezember statt. So lange wollten Manchester United und der FC Arsenal offensichtlich nicht warten. Es wurden nicht nur Präsente ausgeteilt.

Arsenals Pierre-Emerick Aubameyang, Shkodran Mustafi und Hector Bellerín (v.l.n.r.)
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Arsenals Pierre-Emerick Aubameyang, Shkodran Mustafi und Hector Bellerín (v.l.n.r.)

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Fehler über Fehler über Fehler: Ein Bock des United-Torhüters, ein vogelwilder Ballverlust, ein hanebüchenes Missverständnis zwischen Verteidiger und Schlussmann - in diesem Text sind gleich drei schöne Geschenke für Freunde des Fehlerspiels versteckt. Viel Spaß beim Suchen!

Das Ergebnis: Fußball gespielt wurde auch noch. Manchester United und Arsenal trennten sich 2:2 (1:1). Hier geht es zur Meldung der Premier-League-Partien des 15. Spieltags.

Die erste Hälfte: United begann offensiv und kam zu ersten Abschlüssen durch Rashford (5. Minute) und Anthony Martial (12.). Danach übernahm Arsenal die Kontrolle, benötigte zur Führung jedoch einen bösen Patzer von United-Schlussmann David de Gea, der einen harmlosen Kopfballaufsetzer von Mustafi durch die Hände gleiten ließ (26.). In der 30. Minute der Ausgleich: Einen Freistoß von Rojo lenkte Arsenal-Schlussmann Bernd Leno zur Seite ab, Ander Herrera setzte aus abseitsverdächtiger Position als Erster nach und brachte den Ball flach zu Martial, der sich an seinem 23. Geburtstag mit dem Ausgleichstreffer zum 1:1 selbst beschenkte.

Fünf Minuten Ballyhoo: Kaum wurde Arsenals Rob Holding in der 36. Minute wegen einer Knieverletzung ausgewechselt, verloren die Spieler für einige Minuten völlig die Kontrolle. Shkodran Mustafi ließ Marcus Rashford über die Klinge springen, Marcos Rojo langte hin, Hector Bellerín ebenso. Jesse Lingard trat dann auch noch einmal zu, und Nemanja Matic griff bei einem Konter zu einer beherzten Umarmung. Schiedsrichter Andre Marriner zückte binnen fünf Minuten fünfmal Gelb. Rekordverdächtig. Auch Arsenals Kapitän Aaron Ramsey erwischte es bei diesem Aufruhr, er musste nach der Pause verletzt in der Kabine bleiben. Die vielen Körpertreffer dürften auch dem prominenten Tribünengast, Ex-Box-Weltmeister Tyson Fury, gefallen haben.

Unai Emery (l.) und José Mourinho (r.)
Getty Images

Unai Emery (l.) und José Mourinho (r.)

Mourinho mal wieder: United hatte am Wochenende bei Southampton Remis gespielt. Ein Grund für Ärger, sodass der empörte Portugiese gleich sieben Spieler auf Bank und Tribüne verbannte. Unter anderem mussten Romelu Lukaku und Paul Pogba zunächst auf den bequemen Sitzen der Ersatzspieler Platz nehmen. Stattdessen durfte Rojo nach gerade einmal zehn Pflichtspielminuten in dieser Saison von Beginn an ran, der 19-jährige Diogo Dalot feierte gar sein Pflichtspieldebüt.

Özil mal wieder nicht: Deutschlands Ex-Nationalspieler Mesut Özil stand erneut nicht im Kader. Rückenprobleme sind die offizielle Begründung. Nach Arsenals spektakulärem 4:2-Sieg im North London Derby gegen Tottenham Hotspur war die Dringlichkeit einer schnellen Genesung auch eher nachrangiger Natur.

Die zweite Hälfte: 23 Minuten Langeweile wurden nach 68 Minuten dramatisch beendet: Rojo spielte dem frisch eingewechselten Lacazette einen bemerkenswerten Ball direkt in die Füße. Dieser erzielte nach einem Doppelpass mit Henrich Mchitarjandas 2:1. Direkt vom Anstoß weg der Angriff zum 2:2: Rojo mit einem langen Hieb auf Lukaku, Sead Kolasinac wollte nicht selbst klären, sondern wartete auf seinen Torhüter - doch Leno kam nicht. Stattdessen spritzte Lingard dazwischen und traf zum Ausgleich (69.).

De Gea stoppt Aubameyang: Mitte der zweiten Hälfte war es soweit: Pierre-Emerick Aubameyang gab einen Torschuss ab, der von de Gea pariert wurde. Keine aufregende Szene, wenn da nicht die Statistik wäre: Es war der erste abgewehrte Torschuss Aubameyangs seit 102 Tagen - seine letzten zehn Versuche fanden allesamt ihren Weg ins gegnerische Tor.

Die Serien halten, die Platzierungen nicht: Arsenals letzte Niederlage reicht weiterhin zurück bis zum 2. Spieltag der laufenden Premier-League-Saison, einem 2:3 gegen Chelsea. Seitdem gab es 20 Pflichtspiele ohne Pleite. United hingegen ist seit mehr als einem Monat ohne Sieg. Und da wäre ja auch noch das Privatduell der Trainer Mourinho und Unai Emery - hier wartet der Arsenal-Coach weiterhin auf das erste Erfolgserlebnis gegen den acht Jahre älteren Kollegen. In der Tabelle rutscht Arsenal vom vierten auf den fünften Rang ab, United verliert ebenfalls einen Platz und ist jetzt hinter Bournemouth (!) Achter.

Manchester United - FC Arsenal 2:2 (1:1)
0:1 Mustafi (26.)
1:1 Martial (30.)
1:2 Lacazette (68.)
2:2 Lingard (69.)
Manchester: de Gea - Bailly, Smalling, Rojo (72. Fellaini) - Diogo Dalot, Ander Herrera, Matic, Darmian, Lingard (75. Pogba), Martial (63. Lukaku) - Rashford
Arsenal: Leno - Sokratis, Mustafi, Holding (36. Lichtsteiner) - Bellerín, Torreira, Guendouzi, Kolasinac. Ramsey (46. Mchitarjan), Iwobi (65. Lacazette) - Aubameyang
Schiedsrichter: Andre Marriner
Gelbe Karten: Rojo, Lingard, Matic / Mustafi, Bellerin
Zuschauer: 74.507



insgesamt 3 Beiträge
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answercancer 06.12.2018
1. gegen United nur 2:2
muss man nach zweimaliger Führung aus Arsenalsicht als verlorenes Spiel sehen.Und warum hier extra betont wird das özil beim Sieg über tottenham nicht vermisst wurde ,dann muss man auch erwähnen das es mit ihm locker zum Sieg gegen United gereicht hätte. Das der Spiegel jetzt auf Bild Niveau anfängt immer die Kerne gegen özil einzuschlagen halte ich für völlig daneben,und ausserdem waren srune spiele vorher gut bis sehr gut in dieser hinserie.Unay Enery verkennt sein Genie und Arsenal wird es früher oder später ausbaden müssen
spon1899 06.12.2018
2.
United ist nur noch Mittelmaß. Deshalb leider 2 verlorene Punkte für Arsenal. Achter hinter Bournemouth-was für ein Abstieg für United.
marenghi 07.12.2018
3.
Es ist besonders für einen Datensammeler wie Opta, deren Aufgabe es eigentlich ist, mithilfe objektiver Daten "true meanings" zu erschließen, unglaublich armselig, wenn man so eine Statistik wie die über Özil veröffentlicht. Die fast schon peinlich offensichtlicher Unsinn ist: N und natürlich Gegnerstärke fürn Lokus, wie auch gleich ein Kommentar unter dem Tweet anmerkte. Und auch keine Glanzleistung von SpOn, das zu übernehmen. Könnt ihr besser - wollen wir auch besser, weil wir eben doch keine BILD-Leser sind. :)
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