Fußball in Europas Top-Ligen Der Mann, der alle 75 Minuten trifft

Drei Fußballer verzaubern Spaniens Fußball, Paris St. Germain dominiert in Frankreich. Und in der türkischen Süper Lig blüht ein deutscher Nationalspieler wieder auf. Was - und wer - macht Europas Top-Klubs so stark?

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Luis Suárez ließ kürzlich durchblicken, wie gut sich die drei überragenden Spieler des FC Barcelona verstehen: "Wir wissen, dass Messi der Beste ist und Neymar die Nummer zwei", sagte der Stürmer aus Uruguay. Er ordnet sich also unter, und das, obwohl er derzeit Spaniens erfolgreichster Torschütze ist. 15 Tore hat Suárez in 15 Spielen erzielt und das ohne Ausraster. Der 28-Jährige arbeitet erfolgreich daran, seinen Ruf als "Beißer" vergessen zu machen.

Auch Neymar trifft im Schnitt einmal pro Spiel, er kommt auf 14 Treffer in 14 Partien. Und dann gibt es ja auch noch Messi: Der beste Spieler der Welt war in der Hinrunde lange verletzt, dennoch hat er bereits sechs Tore erzielt.

Dank des Zaubertrios, das für 35 von 40 Toren verantwortlich war, führt Barça die Primera División an. Punktgleich dahinter folgt allerdings Atlético Madrid, die mit nur acht Gegentoren in 17 Spielen eine starke Defensive haben.

Beim Stadtrivalen Real Madrid herrscht dagegen wieder einmal Unruhe. Und das, obwohl der Rückstand auf die beiden führenden Teams nur zwei Punkte beträgt und Cristiano Ronaldo bereits 14-mal getroffen hat. Die Stimmung zwischen Mannschaft und Fans ist nicht gut. Selbst beim 10:2-Erfolg gegen Rayo Vallecano pfiffen die Anhänger, die immer noch unter der 0:4-Heimpleite gegen Barcelona im November leiden.

Trainer Rafael Benítez ist umstritten, auch weil er Toni Kroos zuletzt häufiger auf der Bank ließ. Zudem unterlief ihm im Pokalspiel beim Drittligisten FC Cadiz ein peinlicher Wechselfehler. Weil er einen nicht spielberechtigten Profi einsetzte, wurde Real vom spanischen Pokal ausgeschlossen.

England: Özil und das Überraschungsteam aus Leicester

Özil: Drei Tore und 16 Assists für Arsenal
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Özil: Drei Tore und 16 Assists für Arsenal

Nach dem letzten Spiel des Jahres 2015 machte sein Trainer Arsène Wenger ihm das größtmögliche Kompliment: "Mesut Özil ist der beste Spieler der Premier League", sagte der Trainer des FC Arsenal. Özil hatte zuvor beim 2:0 gegen den AFC Bournemouth sein drittes Saisontor erzielt und zum 16. Mal einen Treffer vorbereitet. Damit liegt er schon nach der Hinrunde in Reichweite des Liga-Rekords von 20 Assists, den Thierry Henry 2002/2003 aufgestellt hat.

Arsenals Fans hoffen, dass Özils überragende Leistungen dem Klub die erste Meisterschaft seit 2004 bescheren. Tatsächlich führt der Verein derzeit die Premier League an, punktgleich mit dem Überraschungsteam Leicester City um den deutschen Innenverteidiger Robert Huth . Drei Punkte dahinter folgt Manchester City, das ab der kommenden Saison von Noch-Bayern-Coach Josep Guardiola trainiert werden soll.

Die Torjägerliste führen Romelu Lukaku (FC Everton) und Leicesters Jamie Vardy mit jeweils 15 Treffern an.

Italien: Juves Comeback und das Pfeifchen

Higuaín: 16 Tore in 17 Spielen
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Higuaín: 16 Tore in 17 Spielen

Auch in Italien gibt es mit dem SSC Neapel ein Überraschungsteam. Der Traditionsklub aus dem Süden des Landes mischt 25 Jahre nach Diego Maradona wieder im Meisterschaftsrennen mit. Nur zwei Niederlagen gab es bislang, 35 Punkte reichen nach 17 Spielen für Platz drei - einen Punkt hinter Tabellenführer Inter Mailand.

Für die Erfolgsserie ist vor allem Torjäger Gonzalo Higuaín verantwortlich. "El Pipita", das Pfeifchen, wird der Stürmer gerufen, in Anlehnung an seinen Vater, der wegen seiner hervorstechenden Nase in Argentinien "El Pipa" genannt wurde. Higuaín, der bis 2013 für Real Madrid spielte, hat in 17 Spielen bereits 16 Mal getroffen.

Nach einem schwachen Start zählt auch Juventus Turin wieder zu den Titelfavoriten. Der Rekordmeister erlebte den schlechtesten Saisonstart seit 103 Jahren und stand zeitweise sogar auf einem Abstiegsplatz. Mittlerweile hat der Gegner von Bayern München im Champions-League-Achtelfinale sich aber wieder gefangen und steht in der Serie A auf Rang vier.

Frankreich: Ibrahimovic und Paris dominieren

Ibrahimovic: Schwedens Superstar trifft alle 75 Minuten
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Ibrahimovic: Schwedens Superstar trifft alle 75 Minuten

Der unangefochtene Spitzenreiter in Europa ist derzeit nicht etwa der FC Bayern. Noch einsamer zieht Paris St. Germain in der Ligue 1 seine Kreise. 16 Siege, drei Remis, keine Niederlage: Das bedeutet 51 Punkte und 19 Zähler Vorsprung vor dem Tabellenzweiten AS Monaco. Paris stellt in dieser Saison einen Rekord nach dem anderen auf. Hält die Erfolgsserie, könnte sogar die Marke von 100 Punkten in einer Spielzeit fallen.

Der beste Spieler des besten Teams ist Zlatan Ibrahimovic. Der Schwede trifft im Schnitt alle 75 Minuten, in 14 Partien hat er bereits 15 Tore erzielt.

Türkei: Comeback von Super Mario

In der türkischen Süper Lig dominieren die drei Istanbuler Klubs. Besiktas führt die Tabelle mit einem Punkt Vorsprung auf Fenerbahce an, zehn Zähler dahinter folgt Lukas Podolskis Klub Galatasaray.

Gut drauf ist derzeit Besiktas-Stürmer Mario Gomez. Der 30-Jährige fühlt sich nach schwierigen Jahren in Florenz wieder wohl und hat bereits 13 Tore erzielt. "Die letzten beiden Jahre waren tatsächlich nicht schön", sagte Gomez. "Ich hatte nicht mehr viel Spaß an den Spielen, weil ich keine Fitness hatte."

Gomez: "Die letzten beiden Jahre waren nicht schön"
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Gomez: "Die letzten beiden Jahre waren nicht schön"

Sein Comeback wurde auch von Joachim Löw wohlwollend registriert, der Bundestrainer nominierte Gomez im November erstmals seit einem Jahr wieder für die Nationalmannschaft. "Er ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann", sagte Löw. Damit dürfte Gomez gute Chancen haben, bei der Europameisterschaft in Frankreich zum Kader zu gehören.



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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
lucci 01.01.2016
1. ich freu mich
.......sehr für mario gomez. für mich einer der sympatischten deutschen fussballer,bescheiden,ruhig und wenn er fit ist ein toller torjäger. die türkischen fans werden ihn nicht vergessen.daumen hoch
QuoVadis sociedad 01.01.2016
2. wie ist das gemeint?
Der Schwede trifft im Schnitt alle 75 Minuten, in 14 Partien hat er bereits 15 Tore erzielt mit den Werten triftt er alle 84 min und nicht alle 75 min ist das ein rechenfehler oder bezieht sich die Quote auf die gesamte Anzahl der Spiele in der Saison(pokal cl liga)
eduard_horwath 01.01.2016
3. Der Mario muss sich einfach wohlfühlen..
die Tore kommen dann von ganz allein.. Ich hatte immer das Gefühl dass.. dass er immer viel schärfer als andere kritisiert wird (wenn du einen ausländischen Namen hast, hast Du es 10 mal schwieriger).
Loisl 01.01.2016
4. Quo vadis, Fußball?
Die absolute Superelf Europas heißt PSG. Die können spätestens im März die französische Meisterschaft feiern. Aber wie soll es im Profifußball weitergehen? Wenn nur noch Vereine eine Rolle spielen, für die mehrere hundert Millionen als Investition kein Problem sind? Da werden auf Dauer wohl nur noch die internationalen Wettbewerbe das Interesse der wirklichen Fußballfans beanspruchen können.
gympanse 01.01.2016
5.
Über die Zusammenfassung der europäischen großen Ligen habe ich mich sehr gefreut. Vielen Dank dafür. Ein kleiner Rechenfehler hat sich allerdings eingeschlichen. Ibrahimovich scored alle 84 Minuten, falls er die 14 Spiele mit 15 Toren die gesamte Spielzeit auf dem Platz gestanden hat. :)
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