Fußball Gezahlt und kassiert

Kevin De Bruyne, Raheem Sterling, Anthony Martial: 1,17 Milliarden Euro haben die Premier-League-Klubs für neue Spieler ausgegeben: Rekord. Auch in Deutschland und Spanien wurden Bestmarken aufgestellt. Wer zahlte wie viel für wen?

Von (Text) und Michael Niestedt (Grafik)

Jetzt bei Manchester City: De Bruyne war der teuerste Einkauf des Sommers
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Jetzt bei Manchester City: De Bruyne war der teuerste Einkauf des Sommers


Kurz vor 18 Uhr, die letzten Minuten liefen, gleich würde das Transferfenster in England schließen, und dann hätte das Kaufen der Premier-League-Klubs ein Ende.

Aber noch war am Dienstag ein bisschen Zeit für einen weiteren Transfer. Die Verantwortlichen von Manchester United verpflichteten am Abend Anthony Martial vom AS Monaco. Die Dienste des 19-Jährigen sind dem englischen Erstligisten 50 Millionen Euro wert. Martial ist damit der teuerste Teenager der Geschichte. Seine Verpflichtung setzte einen spektakulären Schlusspunkt unter den irrsinnigen Transfersommer 2015.

Es wurde gezockt, gepokert, gehandelt, nur geknausert hat niemand: 1.172.605.000 Euro oder kurz: 1,17 Milliarden Euro hat die erste englische Liga für neue Spieler ausgegeben. Zum zweiten Mal in Folge übersteigen die Investitionen der englischen Klubs die Milliarde (Vorjahr: 1,04 Milliarden Euro).

Diese Rekordsumme ist eine von vielen neuen Bestmarken in diesem Jahr. SPIEGEL ONLINE präsentiert Ihnen die Grafiken des Transfersommers mit Zahlen von transfermarkt.de.

67,12 Millionen Euro: Rekordgewinn für die Bundesliga

Der Belgier Kevin De Bruyne ist der teuerste Spieler in diesem Sommer gewesen. In Deutschland war der Transfer des 24-Jährigen einer der Gründe für neue Bestmarken: Rekordeinnahmen (477,55 Millionen Euro), Rekordausgaben (410,43 Millionen Euro) und Rekordgewinn (67,12 Millionen Euro). Zum ersten Mal seit 1992 (7,08 Millionen Euro) erzielte die Bundesliga wieder ein Transferplus im Sommergeschäft. Auch die spanische Liga erreichte einen Transferrekord (572,95 Millionen Euro Ausgaben) und die Serie-A-Klubs gaben deutlich mehr aus (576,45 Millionen Euro) als noch im vergangenen Sommer (348,04 Millionen Euro).

Transferwahnsinn 2015: Neue Rekordausgaben in England, Spanien und Deutschland
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Transferwahnsinn 2015: Neue Rekordausgaben in England, Spanien und Deutschland

Lukas Podolski, Robin van Persie oder Samuel Eto'o: Die Zugänge der türkischen Liga sind zwar namhaft, aber die meisten von diesen Profis haben nur wenig oder gar keine Ablöse gekostet. Deswegen lagen die absoluten Ausgaben der türkischen Klubs gerade einmal bei 86,39 Millionen Euro - weit niedriger als die der zweiten englischen Liga (134,34 Millionen Euro).

De Bruyne verpasst England-Rekord, Vidal Top in Deutschland und Italien

Aber zurück zu De Bruyne: Nach den neuesten Informationen soll Manchester City 74 Millionen Euro für ihn bezahlt haben. Damit verpasste der Rekordmann des Sommers den aktuellen Premier-League-Rekord für Einkäufe um eine Million Euro. Diesen hält weiterhin Ángel di María, der 2014 für 75 Millionen Euro Ablöse von Real Madrid zu Manchester United gewechselt war. In diesem Sommer zog es den Argentinier für 63 Millionen Euro Ablöse zu Paris Saint-Germain - der teuerste Einkauf Frankreichs 2015. Der teuerste Sommereinkauf der Bundesliga kostete im Vergleich dazu fast "nur" die Hälfte: Für 37 Millionen Euro Ablöse schloss sich Arturo Vidal Bayern München an.

63-Millionen-Einkauf Di María: Nur Edinson Cavani war in Frankreich noch teurer (2014, 64,5 Millionen Euro Ablöse)
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63-Millionen-Einkauf Di María: Nur Edinson Cavani war in Frankreich noch teurer (2014, 64,5 Millionen Euro Ablöse)

160,40 Millionen Euro: Martial-Deal beschert Monaco Rekord

Und auch in der nächsten Grafik steht der Millioneneinkauf De Bruyne (der siebtteuerste Transfer der Geschichte) im Mittelpunkt. Denn sein neuer Klub Manchester City gab in der Transferperiode am meisten Geld für Zugänge aus. Neben dem Belgier verpflichtete City auch Raheem Sterling (62 Millionen Euro Ablöse) und Nicolás Otamendi (44,60 Millionen Euro) für viel Geld. Insgesamt zahlte der Klub 203,38 Millionen Euro für seine Zugänge, von denen acht eine Ablöse gekostet haben. Rekordeinnahmen erzielte derweil der AS Monaco, der dank des Last-Minute-Verkaufs von Anthony Martial insgesamt 160,40 Millionen Euro Ablöse mit Spielerverkäufen verdiente.

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City und Porto Spitzenreiter, keine Nettoverluste in Portugal

Den höchsten Nettogewinn erzielte aber der FC Porto. Nach Abzug der Ausgaben (37 Millionen Euro) lag das Transferplus des portugiesischen Klubs noch bei 83,90 Millionen Euro. Allein mit dem Verkauf von Jackson Martínez an Atlético Madrid nahm Porto 35 Millionen Euro ein, zudem erwirtschafte der Klub mit zehn weiteren Spielern einen Gewinn. Auffällig: Bei keinem einzigen Erstligisten in Portugal überstiegen die Ausgaben die Einnahmen. Wolfsburg erreicht nach De Bruynes Abgang das fünfthöchste Transferplus in Europa (40,10 Millionen Euro), Manchester City macht das größte Minusgeschäft (135,23 Millionen Euro).

Italiens Netto-Spitzenreiter AC Mailand: 81,32 Millionen nach Abzug von Einnahmen für neue Spieler
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insgesamt 11 Beiträge
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Agent 00 02.09.2015
1. Zwei kleine Fragen
Warum ist Martial nicht der teuerste Verkauf der Ligue 1? Und bei absolute Einnahmen der Premier League ist damit jetzt Man City oder Man U gemeint. Zu sehen ist nämlich nicht das Man City Logo?
HamburgerJung2110 02.09.2015
2. City oder United?
Bei der einen Grafik ist das Logo von United zu sehen, daneben steht aber Man City
doktor_schreyne-mayr 02.09.2015
3. Fehler
Bei den absoluten Einnahmen nach Verein steht neben dem Manchester United Logo der Name des Stadrivalen City.
hnf0506 02.09.2015
4. ManU
....... ist ein Schimpfwort, das auf den Flugzeugabsturz der Mannschaft Ende der 60er anspielt (manure = Dünger) und von Gegnern von Man United, insbesondere Fans von ManCity, gebraucht wird! Die meisten Kommentatoren und (sogenannten) Experten haben davon ebenfalls keine Ahnung!
Germanus 02.09.2015
5. Was soll das?
Herbert fragte das schon... Nun ja, ich muss für mich selbst sagen, je mehr Geld da rein gepumpt wird, desto uninteressanter wird es. Schau mir meinen FCB auch nicht mehr an (heul) Schade!
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