Pressestimmen zu Argentinien gegen Niederlande "Spiel von monumentaler Langeweile"

"Messi hat eine Verabredung mit der deutschen Maschine": Die internationalen Medien konzentrieren sich bereits auf das WM-Finale. Argentiniens Erfolg gegen Holland wird Torhüter Romero zugeschrieben.

Argentiniens Torhüter Romero: Der Held des Elfmeterkrimis
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Argentiniens Torhüter Romero: Der Held des Elfmeterkrimis


SPIEGEL ONLINE Fußball
Halbfinale: Niederlande - Argentinien 0:0 n.V., 2:4 i.E.

NIEDERLANDE

"AD": "Es ist vorbei. Oranje nach Elfmeterdrama nicht im WM-Finale. Der Traum der Elftal vom Weltmeistertitel verflog am Mittwoch während des Elfmeterschießens gegen Argentinien. Nach einem Halbfinale ohne Tore in der regulären Spielzeit und in der Verlängerung schoss der zweimalige Weltmeister die Elfmeter besser... Das zweite Halbfinale der Endrunde in Brasilien hatte viel von einem Schachspiel auf Gras."

"De Volkskrant": "Der Kampf ist vorbei. Argentinien spielt das Finale gegen Deutschland. Wer so massiv verteidigt und fast andauernd breit oder nach hinten spielt, lässt keinen Raum für Spektakel. Und doch musste dieses Spiel von monumentaler Langeweile einen Sieger haben, denn Deutschland braucht am Sonntag im WM-Finale in Rio einen Gegner. Wer in den letzten 240 Minuten kein Tor schießt, hat in einem WM-Finale nichts zu suchen, sicher nicht gegen Deutschland."

"De Telegraaf": "Oranje geschlagen. Vlaar und Sneijder versagen im Elfmeterschießen gegen Argentinien. Der Traum aller Niederländer ist geplatzt. Louis van Gaals Oranje lief im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen eine argentinische Mauer. Das nervenaufreibende 'Schachspiel' dauerte 120 Minuten und erhielt als Abschluss ein grausiges Elfmeterschießen."

"NRC Handelsblad": "Oranje-Spieler bestürzt über die Niederlage, aber auch stolz - van Gaal: so nah dran. Die endgültige Niederlage gegen Argentinien ist ein enormer Dämpfer, denn die Niederlande spielten in der zweiten Halbzeit und in der Verlängerung phasenweise starken Fußball. Sie konnten gegen die starken Argentinier, die während des gesamten Spiels auch regelmäßig gefährlich waren, wirklich wenige große Möglichkeiten kreieren. So bleibt den Niederlanden am Samstag nur noch das Trostfinale gegen Brasilien."

ARGENTINIEN

"Clarín": "Romero ist der Held des Elfmeterschießens: Argentinien im Finale gegen Deutschland. Romero hatte einen Spickzettel, genau wie Lehmann in Deutschland 2006."

"La Nación": "Der historische Schritt für ein Team, das nicht an das Unmögliche geglaubt hat. Argentinien ist Finalist wegen seiner Härte und seiner Aufmüpfigkeit. Die Pluspunkte der Nationalmannschaft: das Herz von Mascherano und die Hände von Romero."

"Página12": "Riesig. Argentinien ist dank der überragenden Paraden von Chiquito Romero im Finale. Mit einer soliden Leistung und Mascherano als Anführer kontrollierte Argentinien die Partie über 120 Minuten. Jetzt fehlt nur noch eine allerletzte Kraftanstrengung."

"La Razón": "Argentinien erstmals seit 24 Jahren im Finale! Historisch! Romero, der Riese, wehrt zwei Elfmeter ab. Deutschland am Sonntag ist die letzte Stufe auf dem Weg zum Ruhm."

SPANIEN

"Marca": "Messi hat eine Verabredung mit der deutschen Maschine. Argentinien steht zum ersten Mal seit 1990 im WM-Finale. Romero, der Held: Der Ersatztorwart von Monaco hält zwei Elfmeter und befördert Argentinien ins Delirium."

"AS": "Argentinien, Ekstase im Elfmeterschießen. Ein Spiel mit wenig Fußball und viel Respekt. Die bestmögliche Hommage für Di Stéfano. Argentien ist im Finale, und was vielleicht am wenigsten zählt, ist das Wie. Fußballerisch gesehen zeigten weder das Sabella-Team noch die Holländer irgendetwas, was sie für das Finale gegen Deutschland optimistisch stimmen könnte."

"El Mundo Deportivo": "Das Finale von Messi. Der Superstar und Mascherano spielen das Endspiel aller Endspiele gegen Löws Maschine. Torwart Romero war der Held im Elfmeterschießen."

"Sport": "Leo hat endlich sein Finale. Messi will den Pokal streicheln, den er noch braucht, damit die Welt ihm endgültig zu Füßen liegt."

"El País": "Nicht Messi, nicht Robben: Mascherano. Argentinien steht nach 24 Jahren erstmals wieder im WM-Finale. Argentinien hat die Ehre Südamerikas verteidigt und trifft im Endspiel auf Deutschland."

"El Mundo": "Die 'Katze' Romero serviert Messi das Finale. Maxi verwandelt den entscheidenden Elfmeter, damit Messi die Möglichkeit hat, sich im Finale im Maracaná gegen Deutschland zu krönen."

ITALIEN

"Gazzetta dello Sport": "Tango Romero. Messi und Robben enttäuschen. Niederlande gegen Argentinien wird zu einem lahmen und langweiligen Match, das die Südamerikaner mit Elfmetern lösen. Das Finale in Rio wird zum Duell zweier Kontinente und zweier Päpste, Benedikt und Franziskus."

"Corriere dello Sport": "Messi fordert am Sonntag das Deutschland von König Klose heraus. Die Anspannung legt die Niederlande 120 Minuten lang lahm. Deutschland ist frischer und stärker und hat bessere Chancen im Duell Europa-Südamerika."

"Tuttosport": "Romero ist Argentiniens Held, der die Niederlande beim Elfmeter-Roulette versenkt. Argentiniens Messi(as) ist Romero, der wie Krul agiert und zwei Tore verhindert. Die Niederlande scheiden aus, wie immer, wenn es ernst wird."

"Corriere della Sera": "Argentinien schafft den Einzug ins WM-Finale mit ganz anderen Methoden als Deutschland. Argentiniens Fußball hat nichts mit der deutschen Show zu tun. Messis Truppe versucht, den Gegner zu blockieren, und setzt auf reine Catenaccio-Strategie. Die Niederlande haben nicht viel mehr unternommen und müssen beim Elfmeter kapitulieren."

"La Stampa": "Wir haben noch die große Show Deutschlands vor Augen, daher erschien das Duell zwischen Argentiniern und Niederländern noch trauriger. Argentinien wird sein Bestes geben, doch ins Duell gegen Deutschland gehen sie nicht als Favoriten. Die Abwehr ist gut, doch der Angriff wackelt. Vor allem braucht Argentinien einen ganz anderen Messi."

ENGLAND

"Daily Mail": "Der schlimmste Albtraum der Gastgeber ist wahr geworden. Messi und Co. behalten im Elfmeterschießen die Nerven und werfen die Niederländer in einem brutalen Kampf aus dem Turnier. Sergio Romero ist der Elfmeterheld. Das Problem war, dass die Holländer so beschäftigt damit waren, die Argentinier zu stoppen, dass sie vergessen haben zu spielen. Das war ein lausiges Spiel. Punkt."

"Daily Mirror": "Messi und Co. nach langweiligem Unentschieden im Finale. Südamerika ist im Finale am Sonntag vertreten. Also fährt Messi ins Maracaná mit der Chance sich in die Liste der WM-Legenden einzutragen. Aber er wird wissen, dass er es nicht verdient hat, neben Pele und Diego Maradona zu stehen."

"The Times": "Argentinien bewahrt am Elfmeterpunkt die Nerven. In diesem aufreibenden Spiel brauchte es nach 120 Minuten Stillstand ein Elfmeterschießen."

"Daily Telegraph": "Elfmeter-Trauma für Holland: Messi führt seine Männer ins WM-Finale. Nun trifft der beste Spieler seiner Generation auf die beste Mannschaft der WM. Die Deutschen haben wahrscheinlich aus der Ferne zugesehen und darüber gelächelt, wie ihr nächster Gegner seine Kräfte im Regen strapaziert hat. Sie werden sich Argentinien angesehen haben und wissen, dass sie überlegen sind, besonders dann, wenn sie Messi so decken, wie Holland es gemacht hat."

cte/sid



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dom_la 10.07.2014
1. Ähmmm...
Da dieses Spiel ziemlich langweilig war, konnte man sich auf einige Szenen in der Fernsehbildmitte betrachten. ( 95%) Da gab es einen Georginio Wijnaldum, der bei Ihnen in der Bild-Kritik noch ziemlich gut bewertet wird. Tja, bei mir war er etwa 88% im Mittelkreis zu sehen, seine Laufleistung betrug wahrscheinlich noch nicht einmal 1 Km... Darum ist wohl van Gaal gegen ein Spiel um Platz 3, da er den Mann wohl nicht Fit bekommen kann. Und ein 1:7 könnte ja auch den kleinen General im Spiel um Platz 3 tief treffen.
roger09 10.07.2014
2. Nachbetrachtung
Die nationale sowie internationale "Presse" kommentiert überhöht destruktiv dieses zweite Halbfinale mit "Spiel von monumentaler Langeweile". Ebenfalls extrem überhöht waren die Kommentare im ersten Halbfinale mit "Sensationelle Leistung" der deutschen Mannschaft gegen die brasilianische. Sensationell, ungewöhnlich auffällig war in der Tat das sieben zu eins Endergebnis.Die Leistung der deutschen Mannschaft ist jedoch keinesfalls als sensationell zu kennzeichnen. So wird in der heutigen Ausgabe der BM sachlich darauf hingewiesen, "dass nicht nur das ungläubige Publikum die vollständige Desintegration der brasilianischen Fuballmannschaft erleben durfte und infolge Abwehrspieler sahen, die zum ersten Mal zusammen auf dem Platz zu stehen schienen. Das Mittelfeld bestand in der Regel nur aus zwei Spielern und aus Angreifern, denen jeder Sinn für die Spielsituation fehlte. Es fehlte in der Verteidigung gänzlich das Sicherheitsnetz. Angreifer Hulk, Fred, Oscar zeigten eine Ballbehandlung, die nicht einmal zum Strandkick an der Copacabana reichen sollte". Fazit: Unter diesen realen Verhältnissen hätte sicher auch unsere werte sportbegeistere Bundeskanzlerin -"Ich glaube, dass es schon fast den Namen historisch verdient"- ins Tor geschossen.........
Rast und Ruh 10.07.2014
3. Was soll das Gerede
Deutschland hat einfach fantastischen Fußball gespielt und das kann man doch einfach mal so stehen lassen. Der Vergleich mit einer Maschine ist doch völliger Quatsch, da war für mich ganz viel menschliche Spielfreude dabei, und zwar gerade nach den frühen Toren nicht hinten dicht zu machen sondern weiterzuspielen gebührt großen Respekt und meiner Meinung nach hätte keine Abwehr der Welt diesen Offensivdrang eindämmen können. Und Luiz, Marcello und co sind ganz bestimmt keine Anfänger. Wenn man schon einen Vergleich heranzieht dann den eines angeschlagenen Boxers, den man sich traut endgültig auf die Bretter zu schicken. Der ist ja auch nicht unbedingt eine totale Niete. Also Fazit: Ganz starkes Spiel von Deutschland weil sie ganz tollen Fußball gespielt haben und nix mit Maschine oder schlechten Brasilianern....
neuronenuser 10.07.2014
4. La máquina alemana
Bedeutet übersetzt in der Tar die "deutsche Maschine". Das ist generell im Sport und speziell im Fußball im spanischen Sprachgebrauch ein häufig strapaziertes Bild. Ist aber keineswegs negativ gemeint im Sinne von "nicht menschlich", "leblos" oder "nicht kreativ". Es bezieht sich lediglich auf etwas das wie "geölt"' sehr zuverlässig und gut funktioniert. Also keine Sorge, aus dieser Aussage spricht großer Respekt vor der deutschen Mannschaft.
dom_la 10.07.2014
5. Abwehr gefehlt?
@roger69 Bei diesen und vielen anderen Ländern dieser, unser schönen Welt, fehlt einfach der (Un-)Glauben. ;o) Huch es steht 0:1 gegen uns, also beten wir einfach mal. Ein wenig Tränen gehören natürlich auch dazu, um dem (Fussball-) Gott gnädigt zu stimmen, dass haben selbst die Arrghentinier vor und noch nach dem Elfmetersießen gezeigt (also wie Braz). Wie hat einmal Nina Hagen gesungen: Gott ist tot, der Lord ist fort... Sie ist mittlerweile etwas se...., aber dass trifft den Punk(t) und Merkel würde ihn tatsächlich rein machen.... ;o) Auch gegen Don't cry Argentina....
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