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Protest gegen Clubführung: Santander-Profis erstarren zu Salzsäulen

Santander-Spieler Duran (r.): Statue zu Spielbeginn Zur Großansicht
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Santander-Spieler Duran (r.): Statue zu Spielbeginn

Wie Statuen blieben die Profis des spanischen Drittligisten Racing Santander zu Beginn ihres Pokalspiels gegen Almería stehen. Sie hatten seit drei Monaten kein Gehalt bekommen. Später versuchten Fans, auf den Vereinspräsidenten loszugehen.

SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Drei Monate haben die Fußballprofis des spanischen Drittligisten Racing Santander kein Geld erhalten - deshalb protestierten sie während des Pokalspiels gegen Erstligist UD Almería. In den ersten 20 Sekunden der Partie blieben die Racing-Spieler wie Statuen stehen. Almería, das Anstoß hatte, spielte den Ball daraufhin ins Aus. Klicken Sie hier für ein Video der Szene.

Zeitgleich veröffentlichte die spanische Spielergewerkschaft AFE eine Mitteilung der Santander-Profis. Darin heißt es laut der Webseite "Inside Spanish Football": "Die Spieler warten noch auf ihre Gehälter der Monate Oktober, November und Dezember. Club-Präsident Ángel Lavín hat der Mannschaft intern und öffentlich versprochen, spätestens bis zum 31. Dezember zu zahlen. Dieses Versprechen wurde nicht eingehalten." Der Verein äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Almerías Trainer Francisco Rodríguez sagte: "So etwas habe ich noch nie erlebt. Es ist eine Schande, dass Racing in dieser Situation ist." Das Achtelfinal-Hinspiel im Pokal endete 1:1.

Während der gesamten Partie gab es zudem Fan-Proteste gegen die Clubführung. Diese eskalierten in der 59. Minute, als mehr als 20 Anhänger den VIP-Bereich der Haupttribüne stürmten, in dem die Vereinsführung saß. Sie versuchten, Präsident Lavín und Mitglieder des Vorstands anzugreifen, wurden aber von Sicherheitskräften aufgehalten (Sehen Sie hier den Protest im Video). Die Anhänger fordern seit Monaten den Rücktritt der Clubführung. Sie werfen ihr vor, die finanzielle Schieflage nicht in den Griff zu bekommen.

Santander war von 1993 bis 2012 nur mit Unterbrechung der Saison 2001/2002 erstklassig. In der Spielzeit 2011/2012 stieg der Club in die zweite Liga ab, im vergangenen Sommer ging es direkt weiter in die dritte Liga. Lavín ist seit Juni 2012 Racing-Präsident. In der aktuellen Saison ist Santander Tabellenerster seiner Drittliga-Staffel.

Ein Grund für den Absturz des Clubs war die Übernahme durch den indischen Milliardär Ahsan Ali Syed 2011. Kurz nach seinem Einstieg erfuhr der Investor von Ermittlungen von Interpol gegen sich. Ali Syed hielt seine Versprechen nicht ein, der Club ging in die Insolvenz. Im Mai 2013 erklärte sich Ali Syed bereit, seine Anteile abzugeben, einen neuen Besitzer gibt es bislang allerdings noch nicht. Dem Club droht deshalb das endgültige Aus.

max

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insgesamt 13 Beiträge
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1. Salzsäuren?
druck_im_topf 09.01.2014
Salzsäule denke ich mal, sollte in der Überschrift stehen. Da ist auch der Plural möglich! Schönen Tag noch :-)
2. Erst der Profi, dann die Säure, sonst geschieht das Ungeheure!
cassandros 09.01.2014
Zitat von sysopDPAWie Statuen blieben die Profis des spanischen Drittligisten Racing Santander zu Beginn ihres Pokalspiels gegen Almería stehen. Sie hatten seit drei Monaten kein Gehalt bekommen. Später versuchten Fans, auf den Vereinspräsidenten loszugehen. Profis von Racing Santander protestieren im Pokal gegen Clubführung - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/profis-von-racing-santander-protestieren-im-pokal-gegen-clubfuehrung-a-942606.html)
Ist ja echt ätzend! ;-) Ich schätze, es handelt sich dabei um eine Art "Lackmus-Test" für die Profis?
3.
Trainspotter 09.01.2014
Genau das ist die große Gefahr bei diesen Investoren. Gut, dass solche Verhältnisse bei uns nicht möglich sind.
4. puhhh
trevorcolby 09.01.2014
...ich wußte nicht, das Santander mittlerweile in der dritten Liga vor sich hinvegetiert...schlimm ist das ! Und ein Beispiel dafür, sich nicht jeden Hund von der Straße ins Haus zu holen der mit den Scheinen wedelt...
5. 3. Liga
hschmitter 09.01.2014
Das ist lächerlich - das fortgeschrittenes Niveau von Freizeitsportlern. Braucht man weder drüber berichten noch erwarten, daß für das sportliche Niveau Geld gezaht werden soll.
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