Protestaktion in der Bundesliga Fans beenden Stimmungsboykott

Ihre stummen Proteste waren eine beeindruckende Demonstration, doch nun wollen die Fans wieder von Beginn an jubeln: Die Initiative "12:12" hat von weiteren Stimmungsboykotts in Bundesliga-Stadien abgeraten. Nun soll es wieder von Beginn an Gesänge geben. Die Vereine sollten dennoch gewarnt sein.

Fan-Proteste im Dortmunder Stadion: "Kein Aufruf zum Stimmungsboykott"
DPA

Fan-Proteste im Dortmunder Stadion: "Kein Aufruf zum Stimmungsboykott"


Hamburg - Es war eine gespenstische Stille, die in vielen Bundesliga-Stadien ab dem 14. Spieltag zu erleben war: Die Kampagne "12:12", bei der Fan-Gruppierungen aller Profivereine in den ersten zwölf Minuten und zwölf Sekunden der Bundesliga-Partien ihre Unterstützung verweigert hatten, fand bundesweit Anklang - und demonstrierte die Ablehnung gegen das von der Deutschen Fußball-Liga DFL entwickelte Konzeptpapier "Sicheres Stadionerlebnis", das am 12. Dezember von den meisten Proficlubs verabschiedet wurde.

Wenn die Rückrunde am 18. Januar startet, können sich die Profis jedoch wieder auf Choreografien und Gesänge freuen - von Beginn an. Wie der Fan-Zusammenschluss auf seiner Internetseite verkündete, werde man in Zukunft vom stummen Protest absehen. "Nach der Winterpause gibt es unsererseits keinen weiteren Aufruf zu einem Stimmungsboykott", schreiben Vertreter der Initiative.

Anhänger von 50 Clubs hatten am vergangenen Samstag in Kassel über das weitere Vorgehen diskutiert. Doch auch wenn der stumme Boykott nicht fortgesetzt werden soll, kündigte die Initiative weitere mögliche Proteste im Zusammenhang mit der Sicherheitsdebatte im deutschen Fußball an.

Man werde "umgehend" reagieren, sollten die kritisierten Maßnahmen umgesetzt werden, heißt es in der Erklärung: "Wir werden uns immer gegen Vollkontrollen und die Beschneidung von Gästekontingenten stellen und gegebenenfalls mit Protest, Kreativität und Aufklärung gegen derlei Repressalien agieren."

Der Zusammenschluss der organisierten Anhänger will mit Fanverbänden und Fanclubs nun ein eigenes Konzept "Fanfreundliches Stadionerlebnis" erstellen. Man habe darüber hinaus von der Deutschen Fußball Liga "eine Einladung zu einem ersten Gespräch bekommen, so dass der von uns immer eingeforderte Dialog endlich ernsthaft beginnen kann", so die Vertreter der Initiative.

bka/dpa



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un-Diplomat 02.01.2013
1. Mit vielen Mitteln ...
... nichts erreicht. Wer nicht Fußball spielt, nicht spielen will oder sogar nicht mal so was kann, sollte sich nicht so wichtig nehmen. Die Drohungen der Nichtfußballer sind einfach nur lächerlich. Nur weil TV vor Ort ist, sich zu "Künstlern" stilisieren. Nächstens verlangt Ihr noch Geld, weil Ihr glaubt, ohne Euch gibt es keinen Fußball. Ein gesundes neues Jahr ohne Bier und Feuerwerk, und Schalke als Meister der Leberkranken.
Stelzi 02.01.2013
2. War da was?
Ab dem dritten Spieltag dieses "Boykotts" hat man doch nichts mehr davon gemerkt, wenn es einem nicht gesagt wurde. Und überhaupt...
willywurm 02.01.2013
3. verschiedene Wahrnehmung...
Ich habe keine "gespenstische Stille" erlebt, sondern Unterstützung der eigenen Mannschaft. Nach 12:12 gab es von seiten der Ultras als Erstes ein "Scheiß DFB", was umgehend mit einem deutlichen Pfeifkonzert seitens der anderen Fans quittiert wurde. Es hilft halt nicht, wenn Journalisten von einem Extrem ins andere fallen: Weder gibt es in unseren Stadion bürgerkriegsartige Zustände, noch sind die Ultras der Nabel der Fan-Welt... Und in Sachen Repression/Sicherheitskonzept ist alles gesagt: Ein Verzicht auf Pyros macht alles überflüssig.
Nonvaio01 02.01.2013
4. wobei
Zitat von willywurmIch habe keine "gespenstische Stille" erlebt, sondern Unterstützung der eigenen Mannschaft. Nach 12:12 gab es von seiten der Ultras als Erstes ein "Scheiß DFB", was umgehend mit einem deutlichen Pfeifkonzert seitens der anderen Fans quittiert wurde. Es hilft halt nicht, wenn Journalisten von einem Extrem ins andere fallen: Weder gibt es in unseren Stadion bürgerkriegsartige Zustände, noch sind die Ultras der Nabel der Fan-Welt... Und in Sachen Repression/Sicherheitskonzept ist alles gesagt: Ein Verzicht auf Pyros macht alles überflüssig.
Scheiss DFB eh voellig falsch ist, wenn dann schon Scheiss DFL, aber was solls die Ultras sind ja nicht gerade als besonders smart bekannt. Unwichtige Laien Trinken Reichlich Alkohol so sehe ich das.
der_crt 02.01.2013
5. Warum die Sonderstellung?
Wenn die Bundesliga-Spiele wie alle anderen Großveranstaltungen auch behandelt werden würden (z.B. Konzerte), dann müssten die Vereine als Veranstalter für die Sicherheit am Veranstaltungsort selbst verantwortlich sein. Sind sie aber nicht, das macht ja selbstverständlich die - von uns allen bezahlte - Polizei quasi für umsonst. Müssten die Clubs aber die Security aus eigener Tasche bezahlen, und dadurch noch für die Sicherheit in ihren Spielstätten selbst verantwortlich sein, dann hätte der ganze Spuk aber 'mal ganz schnell ein Ende!
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