Provokation pur Van der Vaart posiert mit Valencia-Trikot

Er treibt es auf die Spitze: Obwohl der HSV sich im Transferstreit um Rafael van der Vaart bereits bei der Fifa über den FC Valencia beschwerte, traf sich der Niederländer mit dem FC-Manager - und ließ sich dabei sogar für eine spanische Zeitung mit Valencias Trikot fotografieren.


Hamburg - Kapitän Rafael van der Vaart provoziert den Hamburger SV im Wechsel-Poker mit dem spanischen Erstligisten FC Valencia immer massiver. Der niederländische Nationalspieler ließ sich gestern von der spanischen Sportzeitung "As" in Hamburg mit dem Trikot des FC Valencia fotografieren und führte ein Gespräch mit FC-Manager Miguel Angel Ruiz. "Ich werde dafür kämpfen, dass das mein Trikot wird. Ich denke weiter, dass ich bei Valencia spielen werde. Ich werde vor dem 1. September da sein", sagte van der Vaart der Zeitung. Ungeniert erzählt der einstige Publikumsliebling des HSV von seinem Treffen mit Ruiz: "Ich habe mit Ruiz geredet. Er hat mir versichert, dass Valencia weiterhin verhandeln und alles tun wird, um mich zu holen."

Beim HSV reagieren die Verantwortlichen mittlerweile etwas genervt auf die Provokationen des Mittelfeldspielers. "Soll ich jetzt jede Handlung von Rafa kommentieren", sagt HSV-Pressesprecher Jörn Wolf zu SPIEGEL ONLINE. "Wir wollen uns jetzt langsam Mal auf unser Spiel konzentrieren." Der HSV trifft morgen in seiner Heimpremiere auf Bayer Leverkusen (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Trotz des neuerlichen Alleingangs könnte van der Vaart auflaufen. "Ich gehe davon aus, dass er spielt", so Wolf zu SPIEGEL ONLINE. Ganz ohne Folgen wird der Vorfall für van der Vaart allerdings nicht bleiben. Der Regisseur muss sich auf eine hohe Geldstrafe gefasst machen.

Der 24-Jährige hatte sich vergangenen Donnerstag offiziell mit einem Hexenschuss vor dem Qualifikationsspiel zum Uefa-Cup bei Honved Budapest (0:0) krank gemeldet. Dadurch wäre van der Vaart bei einem Wechsel für die Spanier international spielberechtigt. Die Wechselfrist läuft am 31. August um Mitternacht aus. Allerdings hatte der HSV seinem noch bis 2010 vertraglich gebundenen Spielmacher bereits deutlich aufgefordert, weitere Verhandlungen mit dem FC Valencia zu unterlassen.

Der HSV hatte zudem Kopien des Schreibens an die DFL und den Weltverband Fifa geschickt und darin Valencia aufgefordert, die Bemühungen um den Spieler unverzüglich einzustellen. Die Hamburger wiederholten darin, dass van der Vaart nicht zum Verkauf stünde. Ein Angebot des spanischen Meisterschafts-Vierten über 14 Millionen Euro hatte er abgelehnt. Van der Vaart wurde mitgeteilt, dass er seinen Vertrag in dieser Saison erfüllen muss.

Sollten van der Vaarts Berater Sören Lerby oder der FC Valencia den Wechsel weiterhin vorantreiben, drohen ihnen nun Sanktionen durch die Fifa. In deren Spielervermittler-Reglement ist festgelegt, dass ein Berater und ein Verein einen Spieler nicht dazu bewegen dürfen, seinen Verkauf trotz laufenden Vertrages zu forcieren.

fsc/mig/sid

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Tomislav, 15.08.2007
1.
Zitat von sysopImmer mehr Stars tricksen sich aus gültigen Verträgen, um zu einem anderen Verein zu wechseln. Sind Sie der Meinung, dass die Manager wieder verstärkt auf die Einhaltungen der Verträge pochen sollten? Welche Möglichkeiten oder Sanktionen gibt es dafür? Oder gilt bei Ihnen eher das Motto "Reisende soll man nicht aufhalten"?
Reisende sollte man wirklich nicht aufhalten. Jemand der unter "Zwang" für einen Verein spielt, bringt sowieso nicht mehr seine 100%-ige Leistung. Abgesehen davon, wird es doch andersrum auch oft so betrieben. Spieler die man nicht mehr haben will schiebt man ab, mobbt sie raus, etc.
JustusJonas, 15.08.2007
2. Typisch HSV
Seit Netzer nicht mehr beim HSV ist (okay, die Zeiten sind auch insgesamt anders) hat es der HSV nie mehr geschafft, ein Team aufzubauen. Jedesmal, wenn man mal in der oberen Tabellenregion war, wurde sofort den Verlockungen des Geldes nachgegeben und die Spieler waren weg. Ob Kovac, Salihamidzic, Butt, Ujfalusi, van Buyten, Boulahrouz - immer ließ man wichtige Spieler ziehen und damit zerfiel die Mannschaft. Ganz fatal ist das dann, wenn das nicht zu Saisonende, sondern wie jetzt am Beginn passiert. Das Signal ist doch klar, jeder talentiertere Spieler wie Kompany, Trochowski oder Feilhaber wird den Verein verlassen. Dann ist wieder Geld in der Kasse, aber keine Mannschaft. Meiner Meinung nach sollte der HSV nun mal Stärke zeigen und Van der Vaart nicht ziehen lassen, gegen Budapest auf den Platz tragen, dann ist das Kapitel Champions League mit Valencia erledigt. Er hat einen Vertrag, den muss er erfüllen, er ist dem HSV und den Fans auch etwas schuldig, schließlich hat er ihn von der Bank aus Amsterdam weggeholt und ein Podium gegeben. Wenn er dann aus Trotz schlecht spielt, sollte man ihn einfach bei den Amateuren verhungern lassen, dann wird er sich schon überlegen, ob er die EM aufs Spiel setzen wird. Die Konkurrenz wie Sneijder kann sich derweil bei Real profilieren. Sollte Valencia dann noch mal richtig was draufpacken, so 35 Mio bieten, kann man ihn immer noch ziehen lassen, dann hat man vielleicht noch die Chance, einen adäquaten Ersatz zu verpflichten.
Frau Wutz, 15.08.2007
3.
Mir ist nicht ganz klar, warum die Vereine nicht diese Verträge so gestalten, dass ein Spieler wie nun in Hamburg regressflichtig gemacht werden kann. Denn er schadet dem Verein, auch wirtschaftlich. Klar würde Hamburg eine ordentliche Ablöse bekommen, doch damit hätte der HSV noch lange keinen spielerisch gleichwertigen Ersatz. Ansonsten: Spieler solchen Charakters sollte man so schnell wie möglich loswerden. Sie schaden dem gesamten Mannschaftsgefüge.
seifertinho 15.08.2007
4. von mehreren Faktoren abhängig
So wie die Spieler auch bei sportlichem Versagen auf ihre Millionenverträge pochen, sollten die Clubs bei sportlichen Topleistungen eines Spielers auf Vertragserfüllung bestehen. Dazu gehört jedoch der entsprechende Hintergrund: Zunächst in finanzieller Dimension, denn die Ablöse darf nicht zum Einlenken verlocken. Ferner auch und besonders hinsichtlich der Verträglichkeit für die Gruppe. Das Management muss abwägen, ob der Spieler noch tragbar ist und Leistungsbereitschaft aufbringt. Letzteres wird Werder Bremen dazu bewogen haben, Miro Klose an die Bayern zu verscherbeln. Nun hat sich Raffael van der Vaart beim Hochheben seines Sohnes am Rücken verletzt und der Verdacht liegt nahe, dass er sich damit eine Europacupteilnahme mit dem FC Valencia offenhalten möchte (vgl. Khalid Bhoularouz 2006). Wenn es soweit ist, hat ein Verein kaum noch die Wahl und muss den Spieler verkaufen! Gegenbeispiele gibt es ebenfalls. Bei Werder Bremen hatten die Spieler Marco Bode und Dieter Eilts mehrfach lukrative Angebote anderer Clubs, haben jedoch nie ihren Wechsel provoziert. Eilts sagte irgendwann sinnemäß, dass er einfach Pech gehabt habe, dass sein Vertrag nie zum richtigen Zeitpunkt auslief... Fazit: Es hängt ab von im wesentlichen zwei Faktoren - dem Reiz des Geldes - dem Charakter des Spielers
nillivanmilli 15.08.2007
5. Wohl nicht praktikabel, .....
... aber eventuell doch möglich. Verzichtet auf all das Geld und setzt den Kerl auf die Tribüne. Und sei es nur zur Abschreckung für die anderen Geldsäcke. 2010 kann er dann Straßen kehren.
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