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Provokation vor Münchner Derby: Farbanschlag auf Sechziger-Stadion

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Zündstoff vor dem Münchner Derby im DFB-Pokal: Unbekannte haben eine Tribüne in der Ex-Heimspielstätte des TSV 1860 München in den Farben des FC Bayern angestrichen. Das zeigen Bilder, die SPIEGEL ONLINE vorliegen - ähnliche Vorfälle hatte es schon in Hamburg und Dresden gegeben.

München - Die Schmierereien reichen über weite Teile der Westkurve im Stadion an der Grünwalder Straße. Dort hat der TSV 1860 München bis in die neunziger Jahre und zuletzt in der Saison 2004/2005 einen Großteil seine Heimspiele ausgetragen. Der harte Kern der Löwen-Fans feuerte das Team aus dieser Kurve an. Außerdem wurde eine Fläche unter der Anzeigetafel des städtischen Stadions mit dem Kürzel "FC Bayern" beschmiert.

Rot-weiß angestrichene Westkurve im Stadion an der Grünwalder Straße: "Stich ins Herz der 60er"
Reto Zimpel

Rot-weiß angestrichene Westkurve im Stadion an der Grünwalder Straße: "Stich ins Herz der 60er"

Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen hat die Polizei das Stadion abgesperrt und begutachtet nun den Farbanschlag. "Es wird Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet", sagt 1860-Pressesprecher Jörg Krause SPIEGEL ONLINE. Der Club ist nur Mieter des Stadions, das dem städtischen Sportamt unterstellt ist. "Der Sachschaden beträgt rund 10.000 Euro, das kann man wohl als Provokation bezeichnen", sagt Krause verärgert.

"Das ist natürlich ein Stich ins Herz für jeden Löwenfan", sagt Thomas Emmes, Mitarbeiter des Münchner Fanprojektes, das die Anhänger beider Vereine betreut. Er hofft, dass sich diese Aktion nicht negativ auf das morgige DFB-Pokal-Spiel (20.30 Uhr, Liveticker auf SPIEGEL ONLINE) zwischen den beiden Rivalen auswirkt: "Ich hoffe, dass die 1860-Fans besonnen auf diese Provokationen reagieren. Wir durchforsten gerade die Internetforen, um uns ein genaueres Bild zu machen."

Dem Wunsch nach einem friedlichen Derby kann sich der TSV 1860 München nur anschließen: "Unsere Fans sollten sich durch nichts und niemanden provozieren lassen, sondern sich auf ein schönes Derby freuen", sagte 1860-Sportdirektor Stefan Reuter. Im Internet schworen derweilen die ersten Fans Rache, luden für morgen zur "Allianz-Arena-Abbruchparty".

In der Vergangenheit war es vor Stadtderbys mehrfach zu Provokationen durch Sachbeschädigungen gekommen. Vor dem Landesliga-Derby zwischen Dynamo II und Lok Leipzig im Oktober hatten sich die gewaltbereiten Fans beider Lager schon vorher angeheizt. Dresdner Anhänger hatten das Vereinsgraffiti am Leipziger Bruno-Plache-Stadion beschmiert. Die Zahlen 28.10. und ein großes Kreuz sollten keine Zweifel daran lassen, was Leipziger Fans an diesem Tag in Dresden erwarten sollte. Die Leipziger wiederum verewigten sich an den historischen Flutlichtmasten sowie an den Cateringständen im Dresdner Stadion mit Lok-Schriftzügen.

Im April 2007 hatten Unbekannte vor dem Derby zwischen der zweiten Mannschaft des Hamburger SV und des FC St. Pauli den Fuß des Uwe-Seeler-Denkmals braun-weiß - und damit in den Vereinsfarben der St. Paulianer angemalt. Die vier Tonnen schwere Bronzeskulptur war im August 2005 zu Ehren des langjährigen HSV-Stürmers vor der AOL-Arena aufgestellt worden.

Vor dem gleichen Derby hatten im Jahr 2005 Unbekannte das Denkmal des FC St. Pauli verunstaltet. Damals war das tonnenschwere Steinwappen, das hinter der ehemaligen Südkurve des Hamburger Millerntors steht, geteert und gefedert worden.

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Forum - Fußball-Provokationen - wie weit darf die Rivalität gehen?
insgesamt 41 Beiträge
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1. weit darf die Rivalität gehen?
kleinerJudas 26.02.2008
rivalität darf soweit gehen, daß niemand zu schaden kommt, ist doch logisch. die sache mit der tribüne im giesinger find ich weltklasse. hausfriedensbruch hin oder her, das hat absolut einen kreativen touch. ich lach mit tot, wenn die blauen ihre 2te von der rot-weißen tribüne anfeuern. hehe
2.
sehrgut77 26.02.2008
wirklich eine exzellent witzige variante, auch wenn ich auf der anderen seite stehe. dass sechzger fans auf einer rot-weissen tribüne stehen werden halte ich aber für ein gerücht. am ende des tages sind solche angelegenheit zwar straftatbestände, aber eben auch brauchtumspflege.
3. Fan = FANatismus
Knütterer, 26.02.2008
Zitat von sysopBemalte Tribünen, beschmierte Vereinshäuser - immer wieder kommt es zwischen Anhängern verfeindeter Fußballclubs zu Attacken. Wie weit dürfen die Rivalitäten gehen?
Hallo, aus meiner Sicht als Mainzer-Fan darf ich sagen. dass sich auch in Mainz die Fan-Welt in Teilen verändert hat! Nicht mehr die allgegenwärtige Glückseligkeit ist prägend für die Fan-Gruppen, sondern auch ein rauer Ton, der sich gelegentlich durch Ruppigkeit gegenüber den Gästen der gegnerischen Mannschaft zeigt. Auch die Fan(atiker) der Gäste sind nicht zimperlich, wenn es drum geht, einem erkennbaren Anhänger der Mainzer mal ein paar Schlüsselstriche um´s Autoblech zu ziehen. Zum Glück sind allerdings solche Aktionen, wie die in München hier (noch) fast undenkbar!
4.
Klymer 26.02.2008
Zitat von kleinerJudasrivalität darf soweit gehen, daß niemand zu schaden kommt, ist doch logisch. die sache mit der tribüne im giesinger find ich weltklasse. hausfriedensbruch hin oder her, das hat absolut einen kreativen touch. ich lach mit tot, wenn die blauen ihre 2te von der rot-weißen tribüne anfeuern. hehe
so? und wenn die 60er fans die kurve der fcb-ler blau bemalten, finden sie das genauso lustig?
5.
klumpenhund 26.02.2008
Zitat von sysopBemalte Tribünen, beschmierte Vereinshäuser - immer wieder kommt es zwischen Anhängern verfeindeter Fußballclubs zu Attacken. Wie weit dürfen die Rivalitäten gehen?
Das klingt ja fast, als käme das täglich vor... Ich finde die Idee mit dem Bemalen gar nicht so schlecht. Niemand wird verletzt und es muss lediglich übergepinselt werden.
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