Pyro-Eklat: Frankfurt drohen Geisterspiel und hohe Geldstrafe

Frankfurter Fans: Pyro-Eklat sorgte für sechsminütige Unterbrechung Zur Großansicht
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Frankfurter Fans: Pyro-Eklat sorgte für sechsminütige Unterbrechung

Bengalos, Silvesterraketen, Spielunterbrechung: Der erneute Pyro-Eklat der eigenen Anhänger könnte für Eintracht Frankfurt harte Konsequenzen haben - dem Bundesligisten drohen ein Geisterspiel und eine hohe Geldstrafe.

Hamburg - Eintracht Frankfurt muss wegen der massiven Probleme mit den eigenen Fans eine drakonische Bestrafung fürchten. Wegen des erneuten Fehlverhaltens seiner Problemfans im Spiel bei Bayer Leverkusen (1:3) erwartet den Club eine Geldstrafe, die offenbar über 100.000 Euro liegen wird sowie ein Teilausschluss der Zuschauer oder sogar ein Geisterspiel.

"Jetzt wird es ernst. Wegen der früheren Vorkommnisse steht eine Sperre für ein Spiel zur Debatte", sagte Frankfurt-Anwalt Christoph Schickhardt der "Bild-Zeitung". Wie der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mitteilte, werde im Zuge der Ermittlungen um die Vorfälle im Spiel am vergangenen Samstag ein bereits bestehender Strafantrag zurückgezogen und mit den neuen Verfehlungen "gebündelt" behandelt.

Für die Vorfälle während der Spiele am 21. September beim 1. FC Nürnberg und am 30. November bei Fortuna Düsseldorf hätten die Frankfurter bereits 100.000 Euro zahlen müssen. "Die Verfehlungen der Eintracht-Anhänger in den genannten drei Spielen fließen allesamt in das neue Verfahren ein", sagte Anton Nachreiner, der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses.

Der DFB räumte der Eintracht allerdings die Möglichkeit ein, in den nächsten Tagen Stellung zu beziehen und die Täter zu ermitteln. In Leverkusen hatten Frankfurter Fans am Samstag Silvesterraketen aus ihrem Block geschossen und Bengalische Feuer abgebrannt, was zu einer sechsminütigen Spielunterbrechung führte.

Auch gegen Leverkusen leitete der DFB ein Ermittlungsverfahren ein. Bayer-Chef Wolfgang Holzhäuser hatte bereits angedeutet, mögliche Strafzahlungen an die Anhänger der Hessen weiterleiten zu wollen. Wie der DFB mitteilte, sei bis "Mitte bis Ende nächster Woche nicht mit einer Entscheidung der DFB-Sportgerichtsbarkeit in dieser Angelegenheit zu rechnen".

Der Pyro-Eklat ist ein weiterer Tiefpunkt in der Sicherheitsdiskussion im deutschen Profifußball, die nach der Verabschiedung des Sicherheitspapiers der Deutschen Fußball Liga (DFL) am 12. Dezember 2012 beendet schien.

"Es kann sein, dass wir Vollkontrollen brauchen"

Hessens Innenminister Boris Rhein hat als Folge der Vorkommnisse in Leverkusen eine Verschärfung der Stadionüberwachung angekündigt. "Wir brauchen keine generalisierenden Strafen, sondern müssen uns individuell um die kümmern, die Probleme gemacht haben. Die müssen wir herausgreifen. Da müssen wir entsprechend sanktionieren und dafür sorgen, dass sie nicht mehr ins Stadion kommen", sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur dpa.

Als weitere Konsequenz sollen die Überwachungsmaßnahmen in der Frankfurter Arena künftig verschärft werden. "Wenn wir Strafen individualisieren wollen, brauchen wir eine bessere Videoüberwachung in den Stadionblöcken. Da sind wir mit der Eintracht in sehr guten Gesprächen. Es wird in wenigen Tagen einen wirklich großen Fortschritt geben, was dieses Thema anbelangt", kündigte Rhein an.

Auch eine Verschärfung der Sicherheitskontrollen schließt Rhein nicht aus: "Es kann sein, wenn wir eine riskante Begegnung haben oder Erkenntnisse über einen besonderen Einsatz von Pyrotechnik, dass wir Vollkontrollen brauchen." Allerdings würden diese die Ausnahme sein.

mib/dpa/sid

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