Hamburg - Die Trennung von Schalke 04 und Felix Magath könnte schmutzig werden: Der Aufsichtsrat legt dem 57-Jährigen zur Last, bei einigen Transfers nicht ordnungsgemäß gehandelt zu haben. Magath dementiert die Vorwürfe. "Ich will hören, was man mir vorhält. Ich habe mir nichts vorzuwerfen und mich immer an die Regeln gehalten. Diese Vorwürfe müssen bewiesen werden", sagte Magath der "Bild"-Zeitung.
In seiner Funktion als Vorstandsmitglied soll es Magath versäumt haben, sich die in der Satzung festgeschriebene Genehmigung für diverse Transfers mit Kosten von mehr als 300.000 Euro eingeholt zu haben. Sollten sich diese Anschuldigungen bestätigen, besteht für den finanziell angeschlagenen Revierclub die Chance, sich von Magath zu trennen, ohne geschätzte Abfindungskosten in Höhe von zwölf Millionen Euro zu zahlen. Denn der im Sommer 2009 eingestellte Coach hat noch einen Vertrag bis 2013.
Eine Aufsichtsratssitzung des Clubs am Montagabend ging ohne eine Entscheidung über die Zukunft von Magath zu Ende. "Das war eine turnusmäßige Sitzung, auf der Felix Magath keine Rolle gespielt hat. Dieses Thema haben wir erst am Mittwoch auf der Pfanne", sagte Tönnies im Anschluss an das rund vierstündige Treffen.
Am Mittwoch kommt es dann zur außerordentlichen Aufsichtsratssitzung, auf der das sofortige Aus von Magath beschlossen werden könnte. Zuletzt hatten Teile des Anhangs sich für einen Verbleib Magaths ausgesprochen, der mit seinem Team ins DFB-Pokalfinale und ins Viertelfinale der Champions League eingezogen ist.
Angesichts der sich zuspitzenden Auseinandersetzung erscheint es aber unwahrscheinlich, dass Magath bis zum Saisonende bleibt. Schon am kommenden Sonntag beim Spiel in Leverkusen (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) könnte ein neuer Coach auf der Trainerbank Platz nehmen. Als Kandidat wird Otto Rehhagel gehandelt, mit dem sich Schalke-Vorstand Horst Heldt am Freitag getroffen haben soll. Der 72 Jahre alte Rehhagel gilt aber nur als Zwischenlösung bis Saisonende.
Entsprechende Spekulationen wollte Heldt nicht bestätigen: "Das ist nicht der richtige Zeitpunkt, darüber zu reden. Jetzt geht es erst einmal um die Sitzung am Mittwoch."
Als Favorit auf den Trainerposten ab Sommer gilt Ralf Rangnick, der es in seiner ersten Amtszeit in Gelsenkirchen zwischen September 2004 und Dezember 2005 auf einen beachtlichen Punkteschnitt von 2,00 gebracht hatte.
jar/dpa
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Fußball | RSS |
| alles zum Thema Fußball-Bundesliga | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH