DFB-Gegner bei der WM Mexiko setzt trotz Drogenvorwürfen auf Marquez

Fußballstar Rafael Marquez sah sich schweren Vorwürfen des Drogenhandels und der Geldwäsche ausgesetzt. Mexikos Nationaltrainer ist davon aber unbeeindruckt und nimmt den Routinier mit zur WM.

Rafael Marquez, gefeiert in Mexiko
AFP

Rafael Marquez, gefeiert in Mexiko


Beim deutschen WM-Auftaktgegner Mexiko stehen die beiden Frankfurter Fußball-Bundesligaprofis Carlos Salcedo und Marco Fabian sowie Routinier Rafael Marquez im vorläufigen Aufgebot für Russland. Für Marquez wäre es die fünfte WM-Endrunde, womit der 39-Jährige mit den Rekordhaltern Lothar Matthäus, Antonio Carbajal (Mexiko) und Gianluigi Buffon (Italien) gleichziehen würde.

Der ehemalige Barcelona-Profi ist im Vorjahr von US-Behörden beschuldigt worden, eine Schlüsselfigur im Drogenhandel und bei der Geldwäsche zu sein. Marquez selbst hat alle Vorwürfe zurückgewiesen. In Mexiko selbst gilt er nach wie vor als Fußball-Ikone.

Nationaltrainer Juan Carlos Osorio berief am Montag insgesamt 28 Spieler, darunter auch den Ex-Leverkusener Javier Hernandez (West Ham United). Weil Diego Reyes, Andres Guardado, Nestor Araujo sowie die beiden Dos Santos-Brüder angeschlagen sind, wird er die endgültige 23er-Liste spätestens am Stichtag 4. Juni abgeben.

Vor dem WM-Auftakt gegen den Weltmeister am 17. Juni bestreitet El Tri noch Testspiele gegen Wales (28. Mai in Pasadena/USA), Schottland (2. Juni) und gegen Dänemark (9. Juni in Kopenhagen).

aha/sid



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andy70 15.05.2018
1. Moral?
Auch Löw wird schwierige Entscheidungen treffen müssen. Es wurde ja nicht irgendein "ausländischisches Staatsoberhaupt" im Wahlkampf unterstützt, sondern ein Diktator. Eine Parallele zu engstirnigen rechten Vorurteilen zu ziehen, bleibt völlig unangebracht, wenn man bedenkt, wie viele Unschuldige aktuell in der Türkei hinter Gefängnistüren mürbe gemacht werden sollen oder kurz davor stehen. Wenn die Fußballstars ihrer Vorbildfunktion nicht gerecht werden wollen, sollten sie wenigstens die Klappe halten und keine menschenfeindliche Politik als "gute Gesellschaft" oder "ehrenwert" verharmlosen und wie dumme und kritiklose Fans unterstützen. Sich nun nach dem Motto: "Mein Name ist Hase. Ich wusste von nichts." halbherzig zu distanzieren, klingt nach inhaltsleerem Aufsagen politisch vorgegebener Allgemeinplätze zur Schadensbegrenzung. Selbst als leidenschaftlicher Sportkommentator sollte man erkennen, dass es eine Anstandsgrenze gibt, die hier überschritten wurde. Egal von welchen Fußballgöttern...
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