Randale in Erfurt: Hansa Rostock kritisiert Polizei

Drittligist Hansa Rostock hat sich im Zuge der Krawalle rund um das Spiel gegen Erfurt über das Verhalten der Polizei beschwert. So sollen der Fan- und der Behindertenbeauftragte tätlich angegriffen worden sein. Kritik wurde aber auch an den eigenen Anhängern geübt.

Fans von Hansa Rostock: "Grundsatz der Verhältnismäßigkeit" Zur Großansicht
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Fans von Hansa Rostock: "Grundsatz der Verhältnismäßigkeit"

Hamburg - Drittligist Hansa Rostock hat sich nach den Krawallen rund um das Spiel bei Rot-Weiß Erfurt (1:1) deutlich von Gewalt distanziert, aber auch das Verhalten der Polizei kritisiert. Sowohl Hansas Fanbeauftragter als auch der Behindertenbeauftragte seien "von Beamten tätlich angegriffen worden", teilte der Club mit. Beide hätten dabei Verletzungen erlitten und werden laut Hansa eine Dienstaufsichtsbeschwerde anstrengen.

"Der FC Hansa Rostock ruft die zuständige Polizeibehörde und die handelnden Personen dazu auf, ihr Vorgehen kritisch zu hinterfragen und zwingend zum Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zurückzukehren", hieß es in einer Erklärung. Die Beamten hatten unter anderem Pfefferspray eingesetzt, als es beim Einlass zu Ausschreitungen gekommen war. Anschließend klagten mehrere Fans über Reizungen der Atemwege und der Bindehaut.

Ebenso verurteilte der Club das "Vorgehen einiger mitgereister krimineller Personen". "Flaschen-, Steinwürfe auf Polizisten, das Abbrennen von Pyrotechnik, der gewalttätige Übergriff auf einen Imbisswagen im Stadion, das In-Brand-Setzen einer Toilettenbox, Körperverletzungen und Diebstahlshandlungen auf dem Rückweg" seien nicht hinnehmbar. Hansa hoffe, dass die zuständigen Behörden die Täter identifizieren können. Bei den Ausschreitungen waren insgesamt 46 Personen verletzt worden.

jar/sid

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insgesamt 9 Beiträge
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1. ewig das gleiche
mc brain 27.11.2012
fast zu jedem Spiel kommt es zu ähnlichen Vorkommnissen. Eine kleine Minderheit von minderintelligenten und gewaltbereiten Fans ist hier absolut nicht zu leugnen. Ich behaupte jedoch, dass es durch die besondere Stigmatisierung der Rostocker Fans dazu kommt, dass die Polizei deutlich aktiver und aggressiver auftritt, als bei anderen Vereinen. Dies ist durch zahlreiche Augenzeugenberichte schon lange bekannt. Ich finde, seriöse Medien (wie etwa der Spiegel) haben die Verantwortung, bei dieser Thematik genauer hinzuschauen. Seit mehreren Jahren sinkt das mediale und öffentliche Bild des F.C.H. und seinen Fans. Dadurch und durch das aggressive Polizeiauftreten und natürlich den Provokateuren auf der Fanseite wird stets aufs neue eine Spirale der Gewalt in Gang gesetzt.
2. manche
Paul_Hunter 27.11.2012
kommentare sind einfach nur ein Witz zu verurteilen sind diese Ausschreitungen wenn man Augenzeugenberichte liest hört sich vieles aber auch anders an. das benehmen von sicherheitsdienst und Polizei sollte man nicht schön reden. diese verhalten sich ja nicht nur bei diesen spielen Beispiel letzte saison hannover gegen bayern als unschuldige fans im stadion mit pfefferspray verletzt wurden wegen nichts. medial wird alles hochgepuscht. auch merkt man in kommentaren die Verallgemeinerung in Richtung rechts, so gilt ja nicht nur Rostock als Verein mit rechten fans in kleinem teil auch dortmund, Braunschweig oder aachen haben dieses Problem und diese sind nicht im Osten!!!! nachdenken und danach sich eine meinung bilden.
3. Bitte sachlich bleiben...!
niki97 27.11.2012
Ich bin seit Jahren Fan von Hansa Rostock ! Für diesen kleinen Teil , der es immer wieder schafft meinen Verein in den Dreck zu ziehen schäme ich mich zutiefst ! Allerdings darf man nicht den Fehler machen sofort zu pauschalisieren und die Vorurteile auf alle Hansa-Fans zu beziehen ! Das wird mir und ganz vielen anderen nicht gerecht ! Außerdem hat der Verein eine Fangemeinde von mehreren Zehntausend Anhängern auf der ganzen Welt verteilt, was sich bei der Rettungsaktion "JA zum FCH " im vergangenen Mai zeigte ! Diese Leute sind nicht der Verein ! P.s. am Wochenende war der Polizeieinsatz wirklich eine Katastrophe und so nicht hinnehmbar ! Grüße aus Berlin
4. Auch wenn ich mit Hansa Rostock...
lensenpensen 27.11.2012
Zitat von sysopDrittligist Hansa Rostock hat sich im Zuge der Krawallen rund um das Spiel gegen Erfurt über das Verhalten der Polizei beschwert. So sollen der Fan- und der Behindertenbeauftragte tätlich angegriffen worden sein. Kritik wurde aber auch an den eigenen Anhängern geübt. Randale in Erfurt: Hansa Rostock kritisiert Polizei - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/randale-in-erfurt-hansa-rostock-kritisiert-polizei-a-869656.html)
nichts am Hut habe, finde ich es wichtig, dass endlich ein Schlaglicht auf die Einsatztaktiken und so manches Verhalten der Einsatzhundertschaften geworfen wird. Gegen berechtigtes Einschreiten gegen Gewalttäter ist nichts, aber auch gar nichts einzuwenden! Allerdings muss man bei vielen Einsätzen rund um den Fußball die Frage nach der Verhältnismäßigkeit mancher Handlungen von Seiten der Polizei stellen. "Das Pfeffergespraye" gehört bei manchen Beamten wohl zum "Guten Ton", auch wenn dieses massiv auf Unbeteiligte, wie auch eigene Kollegen wirkt. Wie wir im Fanlager hat eben auch die Polizei schwarze Schafe in ihren Reihen.
5. die Antworten hier sind teilweise mal wieder...
mc brain 27.11.2012
... absolut diffamierend und einfältig. Die GROSSE MEHRHEIT DER ROSTOCK-FANS DISTANZIEREN SICH VON JEGLICHEN POLITISCHEN EINSTELLUNGEN. Was mit den Menschen in Mecklenburg Vorpommern und den Rostock-Fans öffentlich umgegangen wird ist absolut unverantwortlich und kontraproduktiv. Leute wie hundotto und gandalf_guevara scheine nicht im geringsten zu verstehen, was hier schon seit mehreren Jahren abgeht bzw. haben keine Ahnung von dem Leben in einer strukturschwachen Region wie MV. Denn natürlich gibts es extremistische Auswüchse und Gewaltbereitschaft. Dass es aber nur ein winziger Teil ist der hier provoziert wird stets außer Acht gelassen. Andersherum wird natürlich auch dann die breitere Masse aktiver, wenn die Polizei wie in Erfurt (und unzähligen anderen Städten) provoziert, "Normalos" angreift und auf deeskalierende Vorgehensweisen verzichtet.
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