Dortmund gegen Schalke: Randale rund um das Duell im Revier

Das Spiel war noch nicht einmal angepfiffen, da hatte es bereits gekracht: Rund um das Derby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 ist es zu Zusammenstößen beider Fangruppen mit der Polizei gekommen. Die Krawalle sollen heftiger als in den Jahren zuvor gewesen sein.

Krawalle in Dortmund: Schlägereien vor dem Stadion Fotos
Getty Images

Hamburg - Fußball-Fans haben vor und nach dem Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 am Samstag in Dortmund für Ausschreitungen gesorgt. "Wir haben eine sehr dynamische Lage rund ums Stadion und leider an vielen Stellen Randale", sagte eine Sprecherin der Polizei vor dem Spiel. Viele Gästefans hätten bei ihrer Anreise nur die Krawalle zum Ziel gehabt. Es kam zu Prügeleien und Sachbeschädigungen, rund 200 Personen wurden in Gewahrsam genommen. Bei ihnen stellten die Beamten unter anderem Handfackeln, Rauchpulver, Pfefferspray und Sturmhauben sicher.

Eine Gruppe von etwa hundert Schalke-Fans wurde von der Polizei eingekesselt, als einige von ihnen auf dem Weg zum Stadion Feuerwerkskörper abbrannten und Prügeleien anzettelten. Mehrere Fans seien vermummt gewesen. Bei dem Versuch der Polizei, gegnerische Fangruppen vor dem Stadion zu trennen, hätten BVB-Anhänger Flaschen auf die Beamten geworfen.

Nach Angaben der Polizei wurde auch eine Gaststätte in Stadionnähe demoliert. Die Fans hätten das Mobiliar zerlegt und auf die Straße getragen, "um es als Wurfgeschosse gegen gegnerische Fans und Polizeibeamte einzusetzen", hieß es in einer Pressemitteilung. Ein Einsatzfahrzeug sei dabei beschädigt worden.

Während und nach dem Spiel blieb es im Dortmunder Stadion weitgehend friedlich. Vor dem Stadion musste die Polizei jedoch häufig hart durchgreifen. Mehrere hundert Dortmunder - einige davon vermummt - attackierten etwa 600 Schalke-Fans bei deren Ankunft. Mit Flaschen und Farbbeuteln ausgerüstet griffen die Fans auch Polizisten an, als diese versuchten, die Fan-Lager zu trennen. Die Beamten setzten Pfefferspray ein. Im Stadion und davor brannten Fans bengalische Feuer ab.

Auch bei der Abreise der Fans sei es vor dem Stadion und in der Innenstadt noch zu Schlägereien gekommen. Diese hätten die Beamten aber schnell beenden können. Am Bahnhof und im U-Bahn-Bereich gab es der Bundespolizei zufolge ebenfalls einige Auseinandersetzungen.

Ein Polizist sei nach ersten Erkenntnissen bei den Krawallen vor dem Stadion verletzt worden, sagte die Sprecherin. Wie viele Fans verletzt wurden, konnte die Polizei am Abend noch nicht sagen.

Beim Derby waren über tausend Polizisten im Einsatz, mehr als doppelt so viele wie an anderen Spieltagen. Die Begegnungen zwischen den beiden Ruhrgebietsclubs gelten seit Jahren als Problemspiele. Am Stadion, aber auch in der Innenstadt gebe es viele gewaltbereite Fans, erklärte die Polizei. Die ganze Stadt werde "belagert". In den vergangenen Jahren habe es im Vorfeld weniger Krawalle als diesmal gegeben.

ham/dpa

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insgesamt 40 Beiträge
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1. optional
waltherwhite 20.10.2012
sollte man nicht tasächlich die fussballvereine an den kosten für über tausend beamte beteiligen??
2. Sehr geehrter Heisenberg ;)
KnoKo 20.10.2012
Zitat von waltherwhitesollte man nicht tasächlich die fussballvereine an den kosten für über tausend beamte beteiligen??
Die Polizei ist eine staatliche Institution und ihre Finanzierung erfolgt über Steuermittel. Großeinsätze der Polizei gibt es aufgrund unterschiedlichster Anlässe immer wieder. Nach welchem Prinzip soll denn da die Kostenübernahme geregelt werden? Oder sollen lediglich Fußballvereine an den auftretenden Kosten für Polizeieinsätze beteiligt werden und alle anderen Verursacher unbehelligt bleiben?
3.
TomRohwer 20.10.2012
Zitat von waltherwhitesollte man nicht tasächlich die fussballvereine an den kosten für über tausend beamte beteiligen??
... Sollte man nicht endlich solche Randalierer für zwei bis drei Jahre ins Gefängnis stecken?
4. Die Rowdies und die Clubs kräftig zur Kasse bitten
gaia71 20.10.2012
Tja, es wird wohl Zeit richtig hart durchzugreifen. Die Randalierer dürfen sich gern an den Kosten der Polizei-Einsätze beteiligen zuzüglich eines empfindlichen Bussgelds, beide Clubs zusätzlich mit harten Strafen belegen und beim nächsten Derby halt kein Publikum mehr (die Einnahmen sind dann auch futsch). Leider müssen das die Fans beider Clubs ausbaden, die ohne Randalieren und Prügeln Fans ihres Clubs sind. Irgendwann kommen diese und vielleicht noch härtere Massnahmen, mit Fussball und Fan-Sein hat das nämlich nichts mehr zu tun.
5. Vollpfosten
Klaus.Freitag 20.10.2012
Die Frustration dieser Randalierer über das eigene - wohl auch sportliche, aber auch sonstige-Versagen im Leben ist sicherlich im Einzelfall bedauerlich, doch ansonsten nicht von Interesse. Insofern ist auch nicht einzusehen, warum die Gesellschaft Woche für Woche mehrere Millionen Euro für den Schutz vor diesen Vollpfosten bei Bundesligaspielen ausgeben soll. Anscheinend ist dies auch den Fussballvereinen egal, denn letztlich trägt die Kosten ja die gesamte Gesellschaft. Es gibt doch vor allem zwei Wege - die Vereine, die ja ihren Kickern mal locker Millionengehälter für deren Balltretkunst bezahlen, werden künftig spürbar an den Polizeeinsätzen finanziell beteiligt und stellen deutlich mehr Ordner auch schon beim Anmarsch aufs Stadion bereit. Diejenigen, die meinen, ihr persönliches gesellschaftliches Versagensdasein dadurch vergessen zu können, dass sie in Vereinskutten , die die Bierbäuche kaum vcerdecken, alkoholisiert und randalierend durch die Städte ziehen, sollten erheblich stärker die harte Hand des Rechtstaates zu spüren bekommen und saftige und per Schnellverfahren abgeurteilte und vollstreckbare Strafen wegen Landfriedensbruches, Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigungen kassieren- und, natürlich auch-neben Stadionverboten - kräftig für den Polizeieinsatz und anschließende Gewahrsamskosten zur Kasse gebeten werden. Die ach so romantische Allianz zwischen randalierenden Ultras und Hooligans und den Vereinen, die sich zwar distanzieren, aber dennoch diese Spezies u.a. durch niedrige Stehplatzpreise hätscheln und tätscheln, würde spürbare Risse erleiden, wenn es auch den Vereinen und den Ultras endlich ans Geld geht.. Ich habe keinen Bock darauf, dass meine hart erarbeiteten Steuergelder für den Polizeischutz bei Fussballspielen ausgegeben werden, blos weil ein paar Nichtsnutze, die sich im Rudel ja bekanntermaßen besonders gut fühlen und ihr eigenes fehlendes Selbstvertrauen dort aufpolieren und anderen die Fresse polieren, meinen, ihnen gehört -wenigstens für ein paar Minuten pro Woche, die Welt. Ich denke, es ist so langsam genug- Fussball ist ein Sport -nicht mehr und nicht weniger. Wer nicht in der Lage ist, dies richtig einzuordnen, kann von der Gesellschaft keine sonderliche Rücksichtnahme mehr erwarten.
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