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Rassismus-Skandal: Anhänger von Pro Patria zu Gefängnisstrafen verurteilt

Milan-Profi Boateng: Nach Affenlauten den Platz verlassen Zur Großansicht
AFP

Milan-Profi Boateng: Nach Affenlauten den Platz verlassen

Ihre rassistischen Ausfälle gegenüber Kevin-Prince Boateng haben ein Nachspiel: Weil Fans des italienischen Clubs Pro Patria den Milan-Spieler mit Affenlauten verhöhnten, müssen sie nun ins Gefängnis und eine hohe Geldstrafe zahlen.

Hamburg - Sechs Fans des italienischen Fußball-Viertligisten Pro Patria sind wegen rassistischer Sprechchöre im Testspiel gegen den AC Mailand zu Gefängnisstrafen von 40 Tagen bis zwei Monaten verurteilt worden. Das Gericht in Busto Arsizio belegte die Männer zudem mit einer Geldstrafe von insgesamt 10.000 Euro, ebenso müssen sie für die Verfahrenskosten aufkommen.

Die Angeklagten hatten bei der Partie in Busto Arsizio Anfang Januar Kevin-Prince Boateng und weitere dunkelhäutige Milan-Spieler wiederholt mit Affenlauten verhöhnt, bis Boateng den Ball auf die Tribüne schoss und den Platz aus Protest verließ. Seine Teamkollegen folgten ihm in die Kabine, das Spiel wurde abgebrochen.

Die Anklage hatte wegen der rassistischen Beleidigungen Haftstrafen von vier bis sechs Monaten gefordert. Richter Toni Adet Novik blieb mit seinem Strafmaß von zwei Monaten für fünf Angeklagte weit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Ein Fan kam mit 40 Tagen Gefängnis davon, weil er mit der Justiz zusammengearbeitet hatte.

Den Milan-Spieler Sulley Muntari verurteilte das Gericht zu einer Geldstrafe von 500 Euro, weil er unentschuldigt nicht zur Zeugenaussage erschienen war. Zuvor hatten bereits seine Teamkollegen Boateng und M'Baye Niang in dem Prozess ausgesagt.

psk/dpa/sid

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insgesamt 8 Beiträge
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1. optional
Sterngeborener 05.06.2013
Haftstrafen? Das ist also möglich, wenn es um einen Prominenten geht, der beleidigt wurde. Täglich höre ich rassistische Beleidigungen, und im Maximalfall raunzt der anwesende Polizist etwas in Richtung der Täter. Ich wünschte, alle Ausländer (egal wo) hätten den gleichen Promi-Bonus.
2. Gut!
feuercaro1 05.06.2013
Hoffentlich keine Bewährungsstrafen.
3. Richtig so. .... aber ein Berlusconi?
raber 05.06.2013
Richtig entschieden. Was natürlich schwer vermittelbar ist, ist wieso Herr Berlusconi der der Steuerhinterziehung, Mafia-Geschäften, Sex mit Minderjährigen, Cliquen-Wirtschaft und alles was man möglicherweise an Verbrechen begehen kann beschuldigt wird, nicht im Gefängnis gelandet ist.
4. Moment..
divStar 05.06.2013
.. nur mit "Affenlauten"? Das heißt sie haben ihn nicht mit Schimpfwörtern "beworfen" und nur deswegen gibt es gleich Haft- und Geldstrafen? Das ist echt unglaublich, denn Affen können Weiße ebenso sein. Wer das aber auf sich anwendet, ist selbst Schuld. Ich dachte die hätten ihn wirklich rassistisch angefahren - dann wäre es ja eventuell vertretbar. Aber das alles ist auch nur möglich weils sich um nen Promi handelt. Echter Rassismus gehört zweifelsohne verfolgt - aber eventuelle nicht eindeutige Andeutungen nicht unbedingt. Aber ist ja klar .. ist wie bei Frauenquote usw. Da fühlen sich die entsprechenden Parteien ja sofort angegriffen.
5.
Munster 05.06.2013
Zitat von raberRichtig entschieden. Was natürlich schwer vermittelbar ist, ist wieso Herr Berlusconi der der Steuerhinterziehung, Mafia-Geschäften, Sex mit Minderjährigen, Cliquen-Wirtschaft und alles was man möglicherweise an Verbrechen begehen kann beschuldigt wird, nicht im Gefängnis gelandet ist.
So sehr ich rassistische Verunglimpfungen auch ablehne, aber was ist daran richtig? Ist jemand zu beleidigen jetzt schon ein Verbrechen in dem Sinn, als dass man in's Gefängnis muss? Das ist doch mal wieder so ein typischer Anti-faschistischer Übereifer wie man ihn Europa und speziell Deutschland oft erlebt. Wenn man damit anfängt, landet man irgendwann noch wegen ganz anderen Sachen im Knast, denn ein Rassist ist man nach Meinung der politisch Korrekten schon bei weitaus geringeren "Vergehen". Aber ich glaube ja ohnehin, dass irgendwann die politsich korrekte Diktatur kommt.
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