Rassismus im Fußball: Pro Patria, Ungarn und Bulgarien müssen ohne Fans auskommen

Einige Fans des italienischen Viertligisten hatten den Mailand-Profi Kevin Prince Boateng rassistisch beleidigt, nun muss der Club ein Spiel vor "Geisterkulisse" austragen. Auch Ungarn und Bulgarien wurden mit einem Heimspiel ohne Fans bestraft.

Milan-Profi Boateng (r.): Geisterspiel für Viertligist Zur Großansicht
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Milan-Profi Boateng (r.): Geisterspiel für Viertligist

Hamburg - Der italienische Viertligist Pro Patria muss nach den rassistischen Vorfällen im Testspiel gegen den AC Mailand ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Das legte am Dienstag ein Sportrichter der Lega Pro fest, der Vereinigung der italienischen Dritt- und Viertligisten.

Laut Richter Pasquale Marino sei der Vorfall besonders gravierend gewesen, da es sich um ein Freundschaftsspiel handelte. Der Richter hob hervor, dass im Laufe dieser Saison Pro Patria wegen ähnlicher Vorfälle bereits zur Zahlung einer Geldstrafe von 5000 Euro verurteilt worden war.

Vor und während des Testspiels gegen Mailand hatten Fans von Pro Patria den früheren Bundesliga-Profi Kevin Prince Boateng und weitere dunkelhäutige Milan-Spieler rassistisch beleidigt. Daraufhin unterbrach Boateng in der 26. Minute das Spiel, schoss den Ball in Richtung der Zuschauer und verließ den Platz. Seine Teamkollegen folgten ihm, das Spiel wurde abgebrochen.

Auch die Nationalmannschaften von Ungarn und Bulgarien sind vom Weltverband Fifa wegen Fehlverhalten ihrer Fans zu Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit verurteilt worden. In der Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien muss Ungarn die Begegnung gegen Rumänien am 22. März ohne Zuschauer bestreiten und umgerechnet etwa 33.000 Euro Strafe zahlen. Bulgarien wird am gleichen Tag gegen Malta vor leeren Rängen spielen und muss rund 29.000 Euro zahlen.

Ungarische Anhänger hatten im Länderspiel gegen Israel am 15. August 2012 antisemitische Sprüche skandiert und andere verunglimpfende Symbole gezeigt. Im WM-Qualifikationsspiel zwischen Bulgarien und Dänemark am 12. Oktober war der Däne Patrick Mtiliga von einer Gruppe bulgarischer Fans bei jeder Ballberührung nach dessen Einwechslung in der 54. Minute rassistisch verunglimpft worden.

bka/sid

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1. Name ist Programm?
beeefy 08.01.2013
Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege; aber meinen Lateinkenntnissen zufolge müsste "Pro Patria" direkt übersetzt "Für das Vaterland" heißen... Auch wenn die Gründungsväter/-mütter dieses Vereins etwas anderes im Kopf hatten, als sie den Namen aussuchten, lässt sich doch mit ein wenig Verstand voraussehen, dass er reichlich Gesindel rechter Gesinnung anlockt oder?
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