Hamburg - Das wegen rassistischer Vorfälle abgebrochene Testspiel zwischen dem AC Mailand und dem Viertligisten Pro Patria wird am 28. Januar in Busto Arsizio nachgeholt. Das hat der der Bürgermeister der italienischen Stadt, Gigi Farioli, im Interview mit dem Magazin "Chi" gesagt.
Dabei ließ sich Farioli in einem Trikot mit dem aufgedruckten Namen des Mailänder Profis Kevin-Prince Boateng fotografieren. "Mit diesem Trikot will ich ein Friedenszeichen setzen", sagte Farioli. Er habe Boateng ein Versöhnungsgeschenk geschickt. "Ich will ihm die Hand schütteln und Schüler ins Stadion bringen", sagte er.
Für Boateng hat der Spielabbruch keine Strafe zur Folge. Das teilte die Disziplinarkommission der Serie A mit. "Wir können keine Geste der Unterstützung für einen Spieler, der nur aufgrund seiner Hautfarbe Opfer vulgärer Beleidigungen wurde, sanktionieren", hieß es in einem offiziellen Statement.
Vor und während des Testspiels bei Pro Patria hatten Fans des Viertligisten Boateng und weitere dunkelhäutige Milan-Spieler mit Affen-Lauten beleidigt. Daraufhin stellte Boateng in der 26. Minute sein Spiel ein, schoss den Ball in Richtung der Zuschauer und verließ den Platz. Seine Teamkollegen folgten Boateng, das Spiel wurde abgebrochen. Für seine Aktion bekam Boateng weltweit Anerkennung. Allein Fifa-Boss Sepp Blatter sorgte für heftige Irritationen, weil er die Aktion mit den Worten kommentierte: "Das kann nicht die Lösung sein."
psk/sid
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