2. Fußballbundesliga RB Leipzig verlangt Schutz von der DFL

RB Leipzig verlangt besseren Schutz gegen Fanattacken. Hier sieht der umstrittene Zweitligist vor allem die DFL in der Pflicht. Die hat bereits Unterstützung für RB signalisiert.

Widerstand gegen RB Leipzig: "Wir sehen dringenden Handlungsbedarf"
Bongarts/Getty Images

Widerstand gegen RB Leipzig: "Wir sehen dringenden Handlungsbedarf"


Hamburg - Nach den Vorfällen rund um das Zweitligaspiel beim Karlsruher SC nimmt RB Leipzig die Deutsche Fußball Liga (DFL) in die Pflicht. "Wir sehen dringenden Handlungsbedarf. Ich fordere den Ligaverband auf, schnell, energisch und konsequent Position zu beziehen und dann unverzüglich zu agieren. Der Fußball hat ein offensichtliches Problem, dessen Lösung keinen Aufschub erlaubt. Den Verursachern darf kein Spielraum mehr gewährt werden. Dies kann nur unter Federführung des Ligaverbandes erfolgen", sagte der RBL-Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff am Donnerstag.

Die DFL hat allerdings schon reagiert und den Anfeindungen gegen den umstrittenen Zweitligisten den Kampf angesagt. "Ich lasse mir nicht sagen, dass das was mit Kommerz-Kritik zu tun hat. Das sind Schatten-Argumente, ein Deckmantel, der Gewalt-Fantasien verhängt", sagte DFL-Boss Christian Seifert der "Bild"-Zeitung.

Der 45-Jährige kündigte zudem an, dass sich die Verantwortlichen der Profiklubs mit dem Fall Leipzig beschäftigen werden. "Das wird bei der nächsten Liga-Versammlung ein Thema sein", äußerte Seifert.

Der von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz finanzierte Verein war in den vergangenen Wochen mehrfach in den Fokus von Fan-Protesten geraten. In Karlsruhe erreichten die Anfeindungen mit dem Blockieren des Mannschaftsbusses und des Autos von Sportdirektor Ralf Rangnick sowie einem geforderten Trikot-Rücktausch und dem Auftauchen am RB-Mannschaftshotel ihren Höhepunkt. Der Leipziger Verein denkt nun darüber nach, künftig das Teamhotel von Sicherheitskräften überwachen zu lassen.

Mintzlaff sehe aber nicht ein reines RBL-Problem: "Die Vorfälle in Karlsruhe waren nur eine Fortsetzung der vergangenen Wochen. In Stuttgart wurden Polizisten von Hooligans so sehr bedrängt, dass sie Warnschüsse abgeben mussten, in Gladbach stürmten Köln-Ultras den Platz. Es muss jetzt drastisch und konsequent gehandelt werden."

aha/sid/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 93 Beiträge
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gästeblock 12.03.2015
1.
Ich denke, dass mit dem Spiel in Karlsruhe das Schlimmste überstanden ist. Bei den anderen Vereinen ist man dann doch etwas besonnener in der Fanszene. Vom Modell RB halte ich nichts, aber es hat alles seine Grenzen.
themistokles 12.03.2015
2.
"Ich lasse mir nicht sagen, dass das was mit Kommerz-Kritik zu tun hat. Das sind Schatten-Argumente, ein Deckmantel, der Gewalt-Fantasien verhängt" Vollkommen richtig. Zu ergänzen wäre es noch, dass dies ausschließlich ein Phänomen im Fußball ist. Fans jeder anderen Vereine in jeder anderen Sportart würden sich über einen potenten Sponsor für ihren Lieblingsverein freuen. Nur im Fußball nicht. Der "gehört" ja schließlich den Hardcore- Fans, die ihr Wohnzimmer mit Fandevotionalien zugepflastert haben und ihre Kinder nach Vereinsspielern benennen. Und natürlich den "Ultras" und Proletenprüglern, denen der Fußball nur als Deckmantel dient.
Lazzaro 12.03.2015
3. Lippenbekenntnisse und Verharmlosung durch die Vereinsführungen...
Die Anfeindungen gegen RB sind seit Jahren Gang und Gäbe, das Auftreten der Ultras befindet sich seit Jahren in einer Abwärtsspirale aus offen zur Schau getragenem Hass. Probleme im Fanblock werden beim u.a. beim BVB, Dynamo, Köln, Lautern, KSC etc. seit Jahren nicht konsequent verfolgt, weil sich die Präsidien nur sehr ungern gegen ihren eigenen (meist jungen) Ultra-Anhang stellen wollen. So lange Vereinspräsidenten keine Taten folgen lassen und die wohl bekannten Störer nicht mit einem satten Stadionverbot belegen, durch ihre Aussagen noch quasi zur Hetze aufrufen (schönen Gruß an den BVB...) und die Ordnungsdienste Spruchbänder wie in Aue und Karlsruhe oder beim Spiel RB-Union nicht von vornherein rausfischen, so lange wird sich auch nichts in den Arenen ändern... Wenn dem DFB WIRKLICH an vernünftigen, deeskalierenden Verhältnissen gelegen wäre, wären einige Präsidenten und Vereine schon viel früher hart bestraft worden. Aber man tut sich ja nicht gegenseitig weh. Lieber empört sein und Lippenbekenntnisse formulieren. Bis der erste Fan tot vor einem Stadion liegt...
swingsession 12.03.2015
4. z einfach,
man hätte diesem Retortenclub niemals zulassen dürfen. Keine Fans, keine Mitglieder, die nicht bei der Ekelbrause angestellt sind usw. Aber da der Mammon des DFB oberster Gott ist, wird es so weiter gehen. BAYER Leverkusen, VW Wolfsburg, Audi Ingolstadt, SAP Hoffenheim. Aber das Brauseprojekt ist was ganz ekelhaftes; da wird versucht, das deutsche Vereinsrecht mit solche einem Konstrukt auszuhebeln. Und die Leipziger fallen auf den Matteschiss rein. Versucht mal, dort Mitglied zu werden. Das kann sich ein normaler Mensch nicht leisten; ergo wird es auch keine Mitglieder geben, sondern nur Sympathisanten.
anders_denker 12.03.2015
5. Sperrt doch mal die Agro-Fan Vereine
für 2-3 Spiele. Schon komisch das alle immer was ankündigen, aber das Problem seit Jahren ungelöst ist. Achso, es geht ums Geld...
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