Marcel Halstenberg Leipzig-Profi irritiert mit Selfie vor Holocaust-Mahnmal

Vom Holocaust-Mahnmal in Berlin laden Menschen immer wieder fragwürdige Selfies hoch, nun hat das auch ein Fußballprofi getan: Marcel Halstenberg von RB Leipzig bereut seine Fotos - und hat sie mittlerweile gelöscht.

Von Edgar Lopez

Leipzig-Profi Halstenberg: Irritation auf Instagram

Leipzig-Profi Halstenberg: Irritation auf Instagram


Im Urlaub gehören sie zum Standard-Repertoire: Selfies. Doch nicht jeder Ort eignet sich für diese künstlerische Neigung. Zum Beispiel Holocaust-Mahnmale.

Das hat nun auch Marcel Halstenberg, Abwehrspieler von Zweitligist RB Leipzig, lernen müssen: Der 24-Jährige verbrachte den Valentinstag gemeinsam mit seiner Freundin in Berlin. Dort besuchten sie das Holocaust-Mahnmal in der Nähe des Brandenburger Tors - und machten eine Reihe von Selfies und auch ein Video, die sie auf der Social-Media-Plattform Instagram hochluden. Das Video wurde mit dem Hashtag #laufschlampelauf! markiert. Es zeigt die beiden, wie sie im Mahnmal fangen spielen. Das Blog "Die Falsche Neun" berichtete zuerst über die Aufnahmen des Profis.

Fangen spielen am Holocaust-Mahnmal: "#laufschlampelauf!"

Fangen spielen am Holocaust-Mahnmal: "#laufschlampelauf!"

Die Selfies und das Video wurden noch am selben Abend wieder gelöscht. Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE räumte Halstenberg einen Fehler ein: "Ich bin ganz ehrlich: das dortige Verhalten und die beiden Postings auf dem Account meiner Freundin waren unpassend und ein Fehler. Wir haben das erkannt und gelöscht", sagte der ehemalige Spieler des FC St. Pauli.

"Manchmal denkt man in seinem Glück nicht darüber nach"

Halstenbergs Freundin hatte sich schon am Sonntagabend über Instagram zu Wort gemeldet und eine Entschuldigung verfasst. "Es tut uns leid wenn wir missverstanden worden sind", so die Frau auf Instagram.

Entschuldigung von Halstenberg-Freundin: "Tut uns leid"

Entschuldigung von Halstenberg-Freundin: "Tut uns leid"

Sie zitiert ein Interview mit Peter Eisenman, dem Architekten des Mahnmals, der erklärt, dass in der Installation spielende Kinder für ihn kein Ärgernis darstellen. "Manchmal denkt man in seinem Glück nicht darüber nach, wie es für andere rüberkommen könnte", so die junge Frau weiter. Doch auch dieser Post wurde bereits Montagvormittag gelöscht.

Dass Besucher immer wieder fragwürdige Selfies vom Berliner Holocaust-Mahnmal machen, beschäftigt auch die Betreiber der Stiftung, die die Gedenkstätte betreibt: "Es ist ein Problem", sagte eine Sprecherin unlängst. Es ist dort verboten, auf den Betonblöcken zu stehen oder darauf herumzuspringen. "Wenn wir das sehen, sprechen wir Besucher darauf an."

Auch in anderen Gedenkstätten ist es ein Problem, etwa im Konzentrationslager Buchenwald oder im Vernichtungslager Auschwitz. Eine Recherche der Internetseite "Vice" brachte verstörende Funde auf dem Fotoportal Instagram zutage.

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