Dortmunder Remis in Leipzig Ohne Linie

Das Spitzenspiel zwischen Leipzig und Dortmund bot zeitweise spektakulären Offensivfußball. Beim Ausgleich gab es allerdings wieder Ärger um den Videoschiedsrichter. Alles Wichtige zum Spiel.

Naby Keita, Marco Reus und Dr. Felix Brych (v.l.n.r.)
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Naby Keita, Marco Reus und Dr. Felix Brych (v.l.n.r.)


Szene der Partie: In der 38. Minute platzierte Mahmoud Dahoud einen wunderbaren Pass in die Schnittstelle der Leipziger Abwehr. Marco Reus konnte das Zuspiel aufnehmen und zum 1:1 verwerten. Problem: Der Dortmunder stand knapp im Abseits, wenn man den vorliegenden TV-Bildern - und der darauf abgebildeten Linie - vertrauen darf. Diese standen auch dem Videoschiedsrichter zur Verfügung, der allerdings nicht eingriff.

Ergebnis: RB Leipzig und Borussia Dortmund trennten sich 1:1 (1:1). Hier geht's zur Meldung.

Erklärer des Tages: Dr. Markus Merk muss im Sky-Studio nicht nur das Handeln der Unparteiischen einordnen (und verteidigen), sondern seit dieser Saison auch die Wackligkeiten des Videobeweises. "Fernsehtechnisch" sei das Abseits gewesen, räumte der Ex-Bundesliga-Schiedsrichter unwillig ein, wenn man es denn "beamtenmäßig" betrachten würde. Ein interessanter Vorwurf an diejenigen, die eine Regel sinnvoll angewendet sehen möchten.

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Leipzig vs. Dortmund: Ein Wurf mit Folgen

Regel Nummer elf: Bereits zuvor entwickelte sich eine innigliche Beziehung zwischen der BVB-Offensive und der im Regelwerk unter Punkt elf verorteten Position des strafbaren Abseits. Gleich dreimal standen Marco Reus, Mario Götze und André Schürrle zuvor knapp im roten Bereich, alle drei Situationen wurden von Schiedsrichter Dr. Felix Brych und seinen Assistenten richtig eingeordnet. Bei Nummer vier funktionierte die Zusammenarbeit dann nicht mehr.

Auf den Rängen: In der vergangenen Saison barg das Aufeinandertreffen dieser beiden Mannschaften auch außerhalb des Platzes allerlei Zündstoff. Heute blieb es vollkommen friedlich, was vielleicht auch an der spektakulär schlafmützigen Choreo des RB-Anhangs gelegen haben mag.

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— RB Leipzig (@DieRotenBullen) 3. März 2018

Die erste Halbzeit: Viel wird über die mangelnde Attraktivität der Bundesliga geschrieben, die erste Halbzeit in Leipzig war hingegen Werbung für die höchste deutsche Spielklasse. Erst scheiterte Timo Werner knapp (9. Minute), dann vergab Michy Batshuayi (10.) auf der Gegenseite. Den Führungstreffer der Leipziger durch Jean-Kévin Augustin (29.) konterte Reus (38.). Viel Tempo, intensive Zweikämpfe - ein Spitzenspiel, das den Erwartungen gerecht wurde.

Unglücksrabe Schü: Der Führungstreffer der Leipziger resultierte aus einem Einwurf des BVB. Lukas Piszczek warf den Ball zu André Schürrle, der sich diesen prompt von Naby Keïta wieder abluchsen ließ. Dann ging es schnell: Keïta passte in den Lauf von Augustin, der mit seinem Schuss aus halblinker Position ins lange Eck Roman Bürki im Dortmunder Tor keine Abwehrchance ließ.

Die zweite Halbzeit: Die größte Chance der zweiten 45 Minuten vergab Batshuayi, der nach Vorarbeit von Dahoud aus kurzer Distanz ungewohnte Abschlussschwächen offenbarte. Der Ball rollte nicht ins Tor, sondern durch die Beine des einschussbereiten Belgiers. RB agierte gegen sicher stehende Dortmunder zu umständlich, um die Gäste entscheidend in Gefahr zu bringen.

Österreich vs. Österreich: Beim Duell der beiden österreichischen Trainer in der Bundesliga, Ralph Hasenhüttl vs. Peter Stöger, gab es keinen Sieger und doch zwei Gewinner: Hasenhüttl musste seinem Gegenüber nach einem direkten Duell noch nie zu drei Punkten gratulieren, Stöger bleibt als BVB-Trainer weiterhin ungeschlagen. Keiner der beiden muss sich demnach zur Dampferfahrt ehemaliger Fußballhelden im August anmelden. Da gehen Andi Herzog, Toni Polster, Andy Ogris und Kollegen auf vierstündige Schippertour inklusive Heurigenbuffet.



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swandue 03.03.2018
1.
19:10 Fouls, 0:4 Gelbe Karten. Der BVB hat heute auswärts gegen zwölf Mann einen Punkt gewonnen. Grandios! Das soll der Herr Brych mal öffentlich erklären, wie es bei 19 Fouls noch nicht einmal ein einziges "Jetzt isses aber mal gut"-Gelb geben kann.
carinanavis 03.03.2018
2. spektakulär
Komisch, dass diese ewig jugendliche Dortmunder Elf nie gewinnt. So uneffektiv, so schlecht. Die "überalterten Bayern" machen da doch irgendetwas besser. spielt das Alter im Fussball vielleicht doch gar keine Rolle, sondern nur die Qualität? Oihme entsprechende Blödsinnsinthesen und idiotische Entschuldigungen würde ich schon gerne lesen!
nn280 03.03.2018
3. Dem Herrn Dr. Felix Brych
hilft offensichtlich sein Doktortitel zur Befähigung als Bundesliga-Schiri und höher. Die heutigen Fehlentscheidungen beim versteckten- und direkten Foulspiel zum Nachteil des BVB waren unübersehbar und unentschuldbar. Dieser Schiri hat bei seinen Ansetzern offensichtlich Protektion, denn in jedem seiner Spielleitungen gibt es mindestens zwei krasse Fehlentscheidungen. Von einer Welt- und einer Europameisterschaft wurde er nach jeweils zwei Spielen nach Hause geschickt. Heute hat Dortmund tatsächlich gegen 12 Mann gespielt. Aber ich habe ein begeisterndes und hochklassiges Spiel beider Teams gesehen.
janowitsch 03.03.2018
4. BVB mit viel Glück
Dortmund kann froh sein, dass Schiri Brych deren Zweikämpfe so großzügig bewertet hat. Insoweit täuscht auch die Statistik, da er RB jeden Zweikampf abpfiff und beim BVB sehr viel durchgehen ließ. Warum wird der Video-Schiri in einem Spiel eingesetzt und im anderen (also diesem) nicht? Fußball ist mit Video-Schiri ungerechter geworden.
ex_Kamikaze 03.03.2018
5. Das Leipziger
1:0 hätte bei konsequenter Regelauslegung auch nicht zählen dürfen. Denn Keita hat erst den Gegenspieler "bearbeitet" und dann den Ball. Klares Foulspiel!
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