Österreichs Fußballmeister Zuschauerschwund - RB Salzburg will Stadion verkleinern

Vier Meistertitel in Folge, Tore am Fließband: Sportlich ist RB Salzburg in Österreich das Maß der Dinge. Doch der Klub bekommt sein Stadion nicht voll - und will Konsequenzen ziehen.

Halbleere Ränge im Salzburger Stadion
imago/Eibner Europa

Halbleere Ränge im Salzburger Stadion


Österreichs Fußball-Meister RB Salzburg will wegen des sinkenden Zuschauerinteresses an den eigenen Heimspielen sein Stadion verkleinern. Der Oberrang der 30.000 Besucher fassenden Arena könnte bereits ab der nächsten Saison geschlossen und mit Planen verhüllt werden. Das Europameisterschafts-Stadion von 2008 würde dann 19.000 Plätze bieten.

"So könnten wir eine dichtere Atmosphäre schaffen", sagte RB-Geschäftsführer Stephan Reiter der "Kronen-Zeitung": "Angesichts der Größe der Stadt und des Einzugsgebiets, aber auch mit einem Blick auf die Besucherzahlen der anderen Vereine ist das realistisch."

Zu Salzburgs Heimspielen in der österreichischen Bundesliga kommen im Schnitt 6.789 Zuschauer, im Ligaschnitt ergibt das aktuell Platz vier (Platz eins: Rapid Wien mit 19.864). Im Vergleich zur Vorsaison bedeutet der Schnitt bei Salzburger Heimspielen einen Rückgang von 13 Prozent. Seit Sommer 2015 gab es nur zwei Partien, zu denen mehr als 19.000 Besucher erschienen waren: Im Playoff zur Champions League 2016 gegen Dinamo Zagreb waren es 23.451, im Europa-League-Gruppenspiel 2016 gegen Schalke 04 kamen 23.133.

In den Jahren nach der Übernahme des Klubs durch Investor Red Bull war das Faninteresse noch größer gewesen. Nachdem der Getränkehersteller 2005 den damaligen Erstligisten SV Austria Salzburg gekauft hatte, waren jahrelang im Schnitt mehr als 10.000 Fans ins Stadion gekommen. Doch seit der Saison 2013/2014 schrumpft die Zuschauerzahl jährlich.

Dabei ist Salzburg sportlich in Österreich das Maß der Dinge. Seit dem Red-Bull-Einstieg gewann das Team acht von zwölf Meisterschaften. Zusammenhängen könnte der Zuschauerschwund mit Bundesligist RB Leipzig. Leipzig war 2014, fünf Jahre nach der Übernahme durch Red Bull, in die zweite Liga aufgestiegen und hat sich mittlerweile als Spitzenklub in der Bundesliga etabliert. Seit Jahren verpflichtet der Klub die Top-Spieler wie Naby Keïta oder Dayot Upamecano aus Salzburg.

mon/sid



insgesamt 17 Beiträge
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bedarogs 16.02.2018
1. Kein Bedauern.
Wer sich daran erinnert mit welch rüdem Benehmen damals Austria Salzburg übernommen und plattgemacht wurde und wie man das Stammpublikum der Austria gegen das Eventpublikum austauschte, dem tut das nicht leid. Salzburg wird zum Farmteam für Leipzig. Sollte irgendwann ein RB Klub in der englischen Premier League spielen wird Leipzig dieses Schicksal teilen und die dann nicht mehr benötigte Filiale in Salzburg geschlossen werden. So ist Businessfussball nun mal.
milhouse_van_h. 16.02.2018
2.
ich hoffe das wird auch in Leipzig gelesen
alaba27 16.02.2018
3. Kein Wunder
Berlin hat mit Umland 4 Mio Einwohner und bekommt das Stadion nicht voll. In Salzburg und Umgebung wohnen keine 200 k - und die interessieren sich eher für Ski. Und wenn sie guten Fußball sehen wollen, fahren sie ein paar Kilometer nach München. :-)
Teigkonaut 16.02.2018
4. ein synthetisches Kunstrukt
wie RB Salzburg füllt auf Dauer keine Stadien. Was dort passiert sollte dem DFB und allen Fans eine Mahnung sein
hirlix 16.02.2018
5. Das ist doch mal eine gute Nachricht.
Ich hoffe der Trend setzt sich fort.
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