Götze-Wechsel zum FC Bayern Klopp ist sauer

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp ist verärgert, dass der Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern kurz vor dem BVB-Spiel gegen Real Madrid öffentlich wurde. Er hat einen Verdacht, warum es so gekommen ist.

REUTERS

Hamburg - Als Einstimmung auf das erste Champions-League-Halbfinale zwischen Borussia Dortmund und Real Madrid war die Pressekonferenz gedacht. Doch um die Partie am Mittwochabend (20.45 Uhr, ZDF und Liveticker SPIEGEL ONLINE) ging es zunächst nur am Rande. Im Mittelpunkt stand natürlich der Wechsel von Dortmunds Top-Star Mario Götze zum FC Bayern München.

"Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist ungünstig", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp und versuchte gar nicht erst, seinen Ärger zu verbergen. In der Nacht auf Dienstag war der Wechsel von der "Bild"-Zeitung gemeldet worden, beide Vereine bestätigten den Transfer am Vormittag.

"Es hätte noch schlechtere Momente gegeben. Vier Stunden vor dem Spiel zum Beispiel. Aber auf einer Skala von eins bis zehn sind wir bei neun angekommen", sagte Klopp, der die Spekulationen anheizte, wer die Information an die Presse weitergegeben hatte. "Der FC Bayern hat kein Interesse daran, uns ein Ei ins Nest zu legen, so weit geht die Rivalität dann doch nicht", sagte Klopp. Auch Götze und dessen Berater hätten keinen Vorteil vom jetzigen Zeitpunkt der Veröffentlichung. "Da bleiben ja nicht mehr viele übrig", so Klopp vielsagend - er spielte damit offenbar auf die Affäre Uli Hoeneß an.

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Klopp stellte mit Blick auf die Partie gegen Real jedoch klar: "Wer immer es gewollt hat, dass unsere Vorbereitung gestört wird, wird keinen Erfolg haben." Weil auch dem BVB-Coach nicht entgangen sein dürfte, wie heftig Götze in sozialen Netzwerken für seinen Schritt beschimpft wird, sagte er: "Allen, die wütend sind, sei gesagt: Wir haben im letzten Jahr Marco Reus für eine festgeschriebene Ablösesumme von 17 Millionen verpflichtet. Das wird in Mönchengladbach auch nicht für Begeisterungsstürme gesorgt haben. Und nichts anderes ist jetzt auch passiert."

Der Weggang Götzes sei zwar enttäuschend, sagte Klopp. Aber er habe generell Verständnis, dass der 20-Jährige die Ausstiegsklausel in seinem Vertrag nutzt, wonach er für die festgeschriebene Ablösesumme von 37 Millionen Euro wechseln darf. "Das war seine Bedingung, als er den Vertrag verlängerte", sagte Klopp. Er hatte nach eigener Aussage einen Tag nach dem Sieg über den FC Málaga und dem damit verbundenen Halbfinaleinzug von dem Wechsel erfahren. "Die Zeit heilt nicht alle Wunden, aber sie hilft beim Heilen auf jeden Fall", sagte Klopp.

ham/dpa/sid

insgesamt 170 Beiträge
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Seite 1
thorsten wulff 23.04.2013
1. Wie wird man eigentlich
Fussballspielerberater? Klingt nach nem Superjob.
xysvenxy 23.04.2013
2. Vergleich Reus/Götze
Mit Verlaub: Reus war schon früher Dortmunder und hat immer offen gesagt, dass er irgendwann dorthin zurückkehren würde. Bei Götze sieht das ja wohl ein klitzekleines bißchen anders aus - der ist in Dortmund groß geworden und geht jetzt zu den Geldscheißern ohne eine Verbindung dorthin zu haben...
enivid 23.04.2013
3.
Es irritiert die Vorbereitung auf jeden Fall und ist bestimmt nicht hilfreich für einen möglichen Einzug ins Finale. Drücke für Dortmund trotzdem die Daumen und hoffe auf ein guten Spiel!
genlok 23.04.2013
4.
Das ist alles sehr sehr wichtig!
hitzthehammer 23.04.2013
5. Widerspruch
Wieso sollte Klopp erst verneinen dass der FC Bayern was mit der Bekanntmachung zu tu hat, der Autor aber dann doch zum Schluss kommt dass der FC Bayern wegen der "Hoeneß-Affäre" etwas damit zu tun hat? Sehr unausgewogene Berichterstattung...
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