Mourinho-Abgang: Keine Gewinner, keine Verlierer

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Gescheiterter Real-Trainer Mourinho: "Es gibt keinen Gewinner oder Verlierer"

"Der Endpunkt dreier turbulenter Jahre": Für die spanische Presse kommt das Aus von José Mourinho als Trainer von Real Madrid nicht überraschend. Englische Medien zweifeln nicht an Mourinhos Rückkehr zum FC Chelsea. Angeblich hat er schon mögliche Neu-Einkäufe kontaktiert.

Hamburg - Diese Trennung ist richtig! Zu diesem Urteil kommt die spanische Presse nach dem Aus von José Mourinho als Trainer von Real Madrid. Die Zeitungen im Land des Welt- und Europameisters reagieren nüchtern auf die am Montagabend bekanntgegebene und nach Vereinsangaben im Einvernehmen getroffene Entscheidung, den schillernden Trainer am Ende der Saison abzulösen. "Es ist der Endpunkt dreier turbulenter Jahre, für Real beginnt ein neuer Abschnitt. Es gibt bei dieser Trennung keinen Gewinner oder Verlierer, sondern alle Seiten versuchen, sich versöhnlich zu geben", schreibt "El Mundo".

Nach einer Saison ohne Titel sahen die Verantwortlichen bei Real keine Basis mehr für eine Zusammenarbeit mit Mourinho. "In England dauert ein Fußballspiel 90 Minuten, dazu kommen zwei Stunden vorher und hinterher. Hier dauert es sieben Tage die Woche. Manchmal wirst du beleidigt und beschimpft", zitiert die Zeitung "AS" Reals Präsidenten Florentino Pérez.

Mourinho konnte demnach nicht mit dem Druck umgehen, mit dem ein Trainer bei den zum Erfolg verpflichteten Madrilenen leben muss. "Er hat zwar den Supercup gegen den FC Barcelona gewonnen - aber keinen der drei großen Titel: Champions League, Copa del Rey, Meisterschaft. Dabei begann seine Amtszeit mit einem klaren Ziel, der Entthronung von Guardiolas Barcelona", schreibt "AS". Mourinho selbst hat sein Scheitern zugegeben.

Sorgen um seine Zukunft muss er sich aber wohl nicht machen. Mourinhos Rückkehr zum FC Chelsea ist laut britischen Medien schon beschlossene Sache. Von 2004 bis 2007 hatte er den Londoner Club zum ersten Mal betreut. Schon vor Monaten habe sich der Verein des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch mit Mourinho über ein erneutes Engagement geeinigt, berichtet der "Guardian": "Der 50-Jährige bereitet sich schon länger auf die neue Saison an der Stamford Bridge vor. Unter anderem nimmt er Kontakt auf zu möglichen Neuverpflichtungen", schreibt die Zeitung.

Auch für die "Sun" gibt es an Mourinhos Rückkehr zum Champions-League-Sieger der vergangenen Saison keinen Zweifel: "Mourinho hat sich in den vergangenen Wochen alle Spiele der 'Blues' angeschaut, um sich ein Bild von dem Kader zu verschaffen, den er übernehmen wird."

buc/psk

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Mou's Raffinesse weiter gefragt
literatenonkel 21.05.2013
Mou wird es in Zukunft seinen Kritikern noch beweisen. Diese Saison war sicherlich suboptimal für ihn und Real. Aber ein Trainer von der Qualität eines Mourinho, ein Trainer mit einem Höchstmaß an List, Plan und Gewieftheit wie Mourinho es verkörpert, der wird es bei Chelsea ganz weit bringen. Die CL-Siege mit Porto und Mailand sprechen für sich. Ich freue mich auf Mou in England.
2. Gewieft?
omaiho 21.05.2013
Zitat von literatenonkelMou wird es in Zukunft seinen Kritikern noch beweisen. Diese Saison war sicherlich suboptimal für ihn und Real. Aber ein Trainer von der Qualität eines Mourinho, ein Trainer mit einem Höchstmaß an List, Plan und Gewieftheit wie Mourinho es verkörpert, der wird es bei Chelsea ganz weit bringen. Die CL-Siege mit Porto und Mailand sprechen für sich. Ich freue mich auf Mou in England.
Mou hat vor dem CL-Spiel gegen Dortmund seine Startaufstellung verraten. Nicht versehentlich ausgeplaudert, sondern einfach so. Ob man das gewieft nennen kann? Das war entweder Gedankenlosigkeit oder Arroganz, und das Ergebnis ist ja bekannt. So ein kapitaler Schnitzer sollte einem Trainer nicht passieren.
3.
isaban 21.05.2013
"Für die spanische Presse kommt das Aus von José Mourinho als Trainer von Real Madrid nicht überraschend." Na siehe das sich einer an, wer hätte das gedacht. Dass die spanischen Medien die Hauptverantwortlichen waren, dass Mourinho gegangen ist, sehen die Herrschaften natürlich nicht ein. Sowohl Barca als auch Real haben in Spanien und nicht zuletzt den nach Ausland getragenen Druck der Medien nicht mehr stand halten können. Die Medien sind so mächtig in Spanien geworden, dass sie wirklich keiner Manipulation, keinen Vernunft und keine Gnade mehr kennen. Da sind unsere Medien hingegen wie Märchen aus Kinderbüchern. Unverantwortlich.
4. Mit seiner Sturheit
TheDjemba 21.05.2013
war Mourinho durchaus selbst verantwortlich für sein Scheitern. Die schlechte Stimmung in der Mannschaft, erzeugt durch die Ausbotung von Cassillas, die Lagerbildung, die dadurch entstand, die Erfolglosigkeit zuletzt im Copa del Rey, für all das ist Mourinho selbst verantwortlich, nicht die Presse.
5. Mourinho zum FC!
Pipo 1948 21.05.2013
In Köln beim FC könnte er mal zeigen was er kann.
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