Duelle mit Madrid: Der Alptraum von Bernabéu

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Fotostrecke: Hinspiel-Rausch und Rückspiel-Kater Fotos
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Drei Tore muss Real Madrid gegen Borussia Dortmund in der Champions League aufholen. Eine unlösbare Aufgabe? Nicht ganz. Ein anderes deutsches Team hat im Bernabéu-Stadion schon einen höheren Vorsprung verspielt.

Berlin - Der 11. Dezember 1985 veränderte das Leben von Jupp Heynckes. Bis zu diesem Abend in Madrid war er ein zufriedener Trainer von Borussia Mönchengladbach. Nach diesem Abend stand für ihn fest: Er muss den Verein verlassen. Es war der Abend des Wunders von Bernabéu - ein Abend, den die Fans von Real in diesen Tagen vor dem Halbfinalrückspiel gegen Borussia Dortmund aus ihrer verzweifelten Hoffnung heraus immer wieder heraufbeschwören.

Die Situation der Spanier war vor 28 Jahren noch ein bisschen aussichtsloser als heute. Am Dienstagabend muss Real ein 1:4 aus dem Hinspiel von Dortmund aufholen. Die Gladbacher hatten sich 1985 im Achtelfinal-Hinspiel an einem nebligen Novemberabend im damaligen Düsseldorfer Rheinstadion in einen Spielrausch gesteigert. Ein Abend wie aus den großen siebziger Jahren der Borussia, und ARD-Kommentator Heribert Fassbender kam nicht mehr hinterher vor lauter Lobeshymnen. Frank Mill, der damals überragende Uwe Rahn und Ewald Lienen hatten für das Heynckes-Team getroffen, dazu lenkte Real-Verteidiger Salguero eine Flanke des jungen Michael Frontzeck ins eigene Tor.

5:1 hieß es am Ende. In der Euphorie ging fast unter, dass Heynckes bemängelte, man hätte noch höher gewinnen müssen, ein 5:1 sei ein durchaus gefährliches Resultat. Heynckes war eben damals schon ein echter Experte.

Das große Zittern in der Borussen-Abwehr

Mit einem bequemen Vier-Tore-Vorsprung und dem Gefühl, dass nicht mehr viel passieren kann, fuhren die Borussen-Profis nach Madrid - und erlebten dort die vielleicht schwärzeste Europacup-Stunde der Vereinsgeschichte. Der bullige argentinische Angreifer Jorge Valdano, sehr viel später auch einmal Sportdirektor bei Real, hatte nach sechs Minuten die frühe Führung erzielt und schon zwölf Minuten später mit dem 2:0 nachgelegt.

In der Borussen-Abwehr um Routinier Wilfried Hannes ging das große Zittern los, aber irgendwie hielten die Gäste den Zwei-Tore-Rückstand bis zur 75. Minute. Kein Grund zur Panik also. Dann jedoch kam der große Auftritt des Angreifers Carlos Santillana. Nach seinem 3:0 in der 76. Minute brachen alle Dämme. Real, vom Publikum nach vorne gepeitscht, schnürte die Gladbacher im Strafraum ein, dem deutschen Torwart Uli Sude flogen die Bälle nur so um die Ohren, und in der 89. Minute passierte, was passieren musste: das 4:0. Santillana war wieder zur Stelle, Real eine Runde weiter, Gladbach ausgeschieden.

Mill und Heynckes danach vor dem Absprung

Für die Borussia war das eine Art Genickbruch im internationalen Fußball. Im Grunde war es die letzte große Party der Gladbacher im Europapokal, bis heute.

"Die Niederlage hat man damals versucht, mir an die Backe zu kleben", kann sich Mittelstürmer Frank Mill noch mehr als 25 Jahre später aufregen. Man: Das war vor allem Heynckes, der Mill zur Last legte, im Hinspiel zwei hundertprozentige Torgelegenheiten leichtfertig vergeben zu haben. Für den gekränkten Mittelstürmer war danach klar, dass er Gladbach verlassen werde. Er ging am Saisonende - zu Borussia Dortmund.

Und Heynckes? Es heißt, dass er damals so wütend auf die Mannschaft war, dass er die Vorbereitung auf das folgende Bundesligaspiel gegen Schalke 04 weitgegehend schriftlich vollzog und zu seinem Team nur den einen Satz sprach: "Ihr wisst ja sowieso alles besser." Den Brief, in dem er seinen Rücktritt vom Amt ankündigte, hatte er damals schon geschrieben, ihn allerdings nicht abgeschickt. Aber er wusste von dort an, dass es noch etwas anderes in seinem Trainerleben geben musste als Mönchengladbach. Zum Beispiel Bayern München. Zum Beispiel Real Madrid.

Was das alles mit dem heutigen Halbfinale von Real gegen Dortmund zu tun hat? Aus BVB-Sicht könnte man hoffen: gar nichts. Und wenn doch, wäre Jürgen Klopp ab sofort kein zufriedener BVB-Trainer mehr.

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insgesamt 20 Beiträge
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1. nee
dadanchali 30.04.2013
Zitat von sysopimago Drei Tore muss Real Madrid gegen Borussia Dortmund in der Champions League aufholen. Eine unlösbare Aufgabe? Nicht ganz. Ein anderes deutsches Team hat im Bernabéu-Stadion schon einen höheren Vorsprung verspielt. http://www.spiegel.de/sport/fussball/real-madrid-holte-gegen-borussia-moenchengladbach-vier-tore-auf-a-897126.html
Natürlich ist ein Ausscheiden von Dortmund möglich, aber es spielen keine Akteure von damals mit, es ist nicht mal der gleiche Verein. Diese Pseudovergleiche sollten nicht für einen ganzen Artikel reichen, nicht für seriöse Magazine.
2. genau
dau=maccie 30.04.2013
Zitat von dadanchaliNatürlich ist ein Ausscheiden von Dortmund möglich, aber es spielen keine Akteure von damals mit, es ist nicht mal der gleiche Verein. Diese Pseudovergleiche sollten nicht für einen ganzen Artikel reichen, nicht für seriöse Magazine.
wir würgen ihnen in der ersten halbzeit zwei stück rein und gut is - im finale machen wir dann die bayern einen kopf kürzer
3. Beschwören kann man es nicht
Emil Peisker 30.04.2013
Zitat von dau=macciewir würgen ihnen in der ersten halbzeit zwei stück rein und gut is - im finale machen wir dann die bayern einen kopf kürzer
Es ist eben alles möglich, ein 3:0 der Madrilenen und ein 3:0 der Dortmunder. Das ist eben Fußball im besten Sinne, spannend und nicht vorherzusagen. Und falls Dortmund 0:3 verliert ist er trotzdem ein großartiger Trainer. Man kann gegen Real in ihrem Heimstadion verlieren, das ist den besten Mannschaften der Welt schon passiert. Beschwören kann man es nicht.
4. correct
dau=maccie 30.04.2013
Zitat von Emil PeiskerEs ist eben alles möglich, ein 3:0 der Madrilenen und ein 3:0 der Dortmunder. Das ist eben Fußball im besten Sinne, spannend und nicht vorherzusagen. Und falls Dortmund 0:3 verliert ist er trotzdem ein großartiger Trainer. Man kann gegen Real in ihrem Heimstadion verlieren, das ist den besten Mannschaften der Welt schon passiert. Beschwören kann man es nicht.
... aber ich wette immer 5:1 (für die unsern), also morgen auch für die bayern (danach war's das mit den bayern)
5. haarscharf
pariah_aflame 30.04.2013
der artikel trifft es fast: dortmund kann in madrid ausscheiden - wenn sie genauso vom schiedrichter verarscht werden wie gladbach 1985.
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