Spanischer Fußball: Real-Präsident dementiert Spieler-Revolte gegen Mourinho
Real Madrids Trainer José Mourinho steht massiv in der Kritik - doch Club-Präsident Florentino Pérez nimmt seinen Coach aus der Schusslinie und geht auf die Presse los. Einen Aufstand der Spieler gegen den Portugiesen gebe es nicht, stellt der Real-Boss klar.
Hamburg - Die Aufregung war groß: Kurzfristig hatte der Präsident von Real Madrid, Florentino Pérez, am Donnerstag für 13 Uhr zu einer Pressekonferenz geladen. Würde er die Trennung von Trainer José Mourinho verkünden? Das lag zumindest nahe, schließlich sieht sich der Portugiese seit Wochen heftiger Kritik seitens der Medien und der Öffentlichkeit ausgesetzt. Doch aus dem vermuteten Rauswurf wurde ein großes Dementi von Gerüchten.
"Meldungen, dass es ein Ultimatum der Spieler gibt, sind völlig falsch", sagte Pérez. Die spanische Sport-Tageszeitung "Marca", die dafür bekannt ist, immer bestens über Vorgänge bei Real informiert zu sein, hatte von einem Treffen zwischen dem Präsidenten, Manager José Ángel Sánchez sowie den beiden Real-Kapitänen Iker Casillas und Sergio Ramos am Dienstag berichtet. Dabei sollen die Spieler im Namen der Mannschaft sinngemäß zu Pérez gesagt haben: Entweder Mourinho geht oder wir.
"Das einzige Ziel dieses Berichts war, die prestigereichste sportliche Institution der Welt zu destabilisieren. Das sind sehr schwerwiegende Vorwürfe, und es sind Lügen", sagte Pérez und stellte klar: "Nur wir entscheiden über die Zukunft des Clubs." Zwar räumte der Präsident ein, es habe ein Gespräch von Casillas und Ramos mit der Vereinsführung gegeben. Dabei sei es jedoch um die Prämienregelung gegangen.
15 Punkte Rückstand auf Tabellenführer FC Barcelona
Mourinho war in den vergangenen Wochen mehrfach heftig kritisiert worden. Unter anderem, weil er Torwart-Ikone Casillas auf die Bank setzte, ohne dass es einen ersichtlichen Grund für eine Degradierung des Nationalkeepers gegeben hätte. Dazu kamen - trotz des Einzugs ins Pokal-Halbfinale am Mittwoch - viele sportliche Rückschläge. Titelverteidiger Real hat in der Tabelle bereits 15 Punkte Rückstand auf Erzrivale und Spitzenreiter FC Barcelona.
Mourinho war 2010 von Inter Mailand nach Madrid gewechselt und hatte vergangene Saison mit Real die spanische Meisterschaft gewonnen. Er ist der erste Trainer, der in vier großen Ligen in Europa den Titel gewann: In Spanien, Italien (mit Inter), England (mit dem FC Chelsea) und Portugal (mit dem FC Porto). Zudem gewann der 49-Jährige mit Inter und Porto die Champions League.
ham/sid
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- Donnerstag, 24.01.2013 – 14:10 Uhr
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