Real-Trainer: Mourinho bestätigt Interesse an Khedira
Spekuliert wird bereits seit einigen Tagen, nun hat José Mourinho Interesse an Stuttgarts Nationalspieler Sami Khedira angemeldet. Der Real-Trainer will den Mittelfeldmann nach Madrid locken - und "auf dem Transfermarkt mit einer völlig anderen Philosophie" auftreten.
Hamburg - Real Madrid will den deutschen Fußball-Nationalspieler Sami Khedira vom VfB Stuttgart verpflichten. Das bestätigte der neue Club-Trainer José Mourinho der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa. "Wir wollen wohl in Richtung Khedira gehen", sagte der Portugiese in einem am Freitag veröffentlichten Interview.
Laut der spanischen Zeitung "Marca" soll sich Khedira, der bei der Weltmeisterschaft mit starken Leistungen auftrumpfte, bereits mit Real geeinigt haben - und künftig ein Jahresgehalt von zwei Millionen Euro netto zuzüglich Prämien beziehen. Zudem schreibt das Real nahestehende Blatt, dass die Madrilenen für den 23-Jährigen zunächst eine Ablöse in Höhe von acht Millionen Euro geboten hätten. Der VfB, bei dem Khediras Vertrag bis zum 30. Juni 2011 läuft, hätte jedoch 15 Millionen Euro verlangt. Daher könnte die Transferentschädigung letztlich bei etwa zwölf Millionen liegen. Die Stuttgarter wissen nach eigenen Angaben jedoch nichts von entsprechenden Verhandlungen.
Mourinho kündigte unterdessen eine Veränderung in der Vereinspolitik an: Der spanische Traditionsclub wolle nicht mehr "Meister der Märkte sein und nicht mehr die teuersten und besten Spieler der Welt" kaufen. Auch Real könne nicht zwei oder drei Jahre hintereinander so viel investieren wie im vergangenen Sommer, als die Weltstars Kaká (65 Millionen Euro) und Cristiano Ronaldo (94 Millionen Euro) nach Madrid geholt wurden.
"Ohne Drama und ohne Druck"
"Wir müssen nun vorsichtig zu Werke gehen und uns auf dem Transfermarkt mit einer völlig anderen Philosophie präsentieren", meinte der Mann, der in der abgelaufenen Saison mit Inter Mailand die Champions League sowie die Meisterschaft und den Pokal in Italien gewann. Real benötige noch einen Mittelfeldmann und einen Abwehrspieler. Man wolle in diesem Sommer aber jüngere Profis mit "mehr Zukunftsprojektion und mehr Lernpotential" anheuern. Auf dem Transfermarkt wolle man "ruhig, ohne Drama und ohne Druck" agieren. "Diese Vorgehensweise gefällt mir", sagte Mourinho.
Obwohl Real nun nicht mehr so großzügig mit den Millionen umgehen möchte, hegt Mourinho große Ambitionen. Er wolle in der spanischen Hauptstadt Großes erreichen und als erster Trainer in die Geschichte eingehen, der die Champions League mit Vereinen aus drei unterschiedlichen Ländern gewinnt. Der Portugiese führte vor Inter in der europäischen Königsklasse auch den FC Porto (2004) zum Titel. Außerdem will Mourinho als erster Trainer "die drei wichtigsten Meisterschaften der Welt" gewinnen (die englische Premier League sowie die Ligen in Italien und Spanien). Das habe bislang weder ein Trainer noch ein Spieler erreicht, so Mourinho.
Die Erwartungen der Real-Fans dämpft Mourinho aber doch ein bisschen. Seine Teams hätten immer in seinem zweiten Trainerjahr den Leistungshöhepunkt erreicht. "Es war in meinem zweiten Jahr mit dem FC Porto, dass wir die Champions League gewonnen haben. Bei Chelsea haben wir in meiner zweiten Saison die Meisterschaft gewonnen, standen aber auch im Halbfinale der Champions League", sagte er.
"Die Menschen haben es langsam satt, dass ich so viele Titel gewinne"
Im ersten Jahr erlebe der Trainer im neuen Verein oft "negative Überraschungen", warnt er. Der oft als arrogant angeprangerte Mourinho wolle es mit dem Erfolg nicht übertreiben. Schließlich glaubt er zu wissen: "Die Menschen haben es langsam satt, dass ich so viele Titel gewinne."
Den Kritikern, die ihm eine zu defensive Strategie und "hässlichen Fußball" vorwerfen, entgegnet der 47-Jährige: "Es ist erstens nicht wahr, dass meine Mannschaften defensiv sind. Zweitens kümmert mich die Kritik nicht. Und drittens: Ich glaube, dass ein defensiver Coach vielleicht einmal gewinnt, aber nicht zwei-, drei-, vier-, fünf-, zehn-, 15-, 16- oder 17-mal. Meine Titel sprechen für mich."
wit/dpa
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