Rechtsradikale Fangesänge  "Terrorzelle Zwickau - olé olé olé"

Im Oberligaspiel zwischen dem FSV Zwickau und Erzgebirge Aue II ist es offenbar zu rechtsradikalen Zwischenfällen gekommen. Zuschauer sollen verfassungsfeindliche Parolen gerufen haben. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.


Hamburg - "Terrorzelle Zwickau - olé olé olé." Diese Gesänge während des Oberligaspiels zwischen dem FSV Zwickau und Erzgebirge Aue II (3:0) am vergangenen Freitag waren der Anlass für den Staatsschutz, Ermittlungen aufzunehmen. "Es wird der Vorwurf geprüft, dass bisher unbekannte Personen verfassungsfeindliche Parolen äußerten", teilte die Polizei mit.

Einem Bericht der "Chemnitzer Morgenpost" zufolge, soll zudem nach der Partie in der FSV-Kabine zwischen den "Sieg"-Rufen einmal auch ein "Heil" zu hören gewesen sein. "Das ist tatsächlich passiert und bestätigt", sagte Gerhard Neef, Sprecher des Präsidiums des FSV Zwickau. Allerdings seien die Gegebenheiten so, dass die Kabinentür offen steht und nach dem Spiel von anderen betreten werden konnte. Der Verein versuche derzeit, den Schuldigen zu ermitteln.

In einer auf der Internetseite des Clubs veröffentlichen Stellungnahme hieß es, dass sowohl der gesamte Verein als auch die Stadt die Vorkommnisse aufs Schärfste verurteilen. "Mit Entrüstung und Besorgnis nehmen die Aktiven und Betreuer der ersten Mannschaft sowie Vorstand und Verwaltungsrat des FSV die verbalen Entgleisungen faschistischer Gesinnung zur Kenntnis." Weiter heißt es in der Erklärung, dass es jetzt, "zur vorrangigen Aufgabe des Vorstandes gehöre, jene Brandstifter ausfindig zu machen".

Das Dezernat Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion der Polizeidirektion Südwestsachsen ermittelt wegen Volksverhetzung und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

mib/dpa/sid



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