Rechtsstreit: Sion-Spieler bleiben gesperrt

Jetzt könnte es ganz bitter kommen für den FC Sion: Das Kantongericht Wallis hat im Streit um unrechtmäßig eingesetzte Spieler der Fifa Recht gegeben. Dem Schweizer Club drohen damit Punktabzüge und der Absturz auf den letzten Tabellenplatz.

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Sion-Präsident Constantin: Niederlage vor Gericht

Hamburg - Der Fußball-Weltverband Fifa hat gegen den FC Sion einen Erfolg vor Gericht gelandet. Sechs Sion-Spieler bleiben gesperrt, weil der Schweizer Erstligist angeblich gegen das Transferverbot verstoßen hatte. Das entschied das Kantonsgericht Wallis, wie die Schweizer Zeitung "Blick" berichtet. Danach erhielten der Schweizerische Fußballverband (SFL) und die Fifa Recht. Beide hatte gegen eine provisorische Spielerlaubnis für die sechs Sion-Spieler durch das Bezirksgericht Martigny Einspruch eingelegt.

Vorausgegangen war diesem monatelangen Rechtsstreit einer von der Fifa im Juni 2009 verhängte Transfersperre. Weil Sion 2008 laut dem Weltverband den ägyptischen Torhüter Essam Al Hadari zum Vertragsbruch angestiftet hatte, darf der Club für die Dauer von zwei Transferperioden keine Spieler unter Vertrag nehmen. Der Schweizer Club ist der Meinung, der Transferbann sei bereits zu Ende, weshalb er im Sommer neue Spieler verpflichtet hatte. Laut Fifa gilt das Verbot aber bis zum Ende dieses Jahres.

Schweizer setzten die sechs neuen Spieler in der laufenden Saison in den Playoffs der Europa League gegen Celtic Glasgow ein. Daraufhin schloss die Uefa Sion von den europäischen Wettbewerben aus und gab damit einem Einspruch der Schotten statt. Sion wollte diese Entscheidung nicht hinnehmen und reichte eine Klage bei einem zivilen Gericht ein. Das Bezirksgericht Martigny gab dem Verein am 3. August Recht und wies die Fifa und die SFL an, die sechs Spieler umgehend spielen zu lassen. Beide Verbände legten daraufhin Einspruch ein, der nun zur Sperre führte.

Die wichtigste Frage für den Club ist jetzt: Gilt das Urteil ab sofort oder ab dem Zeitpunkt der Verweigerung der Spielberechtigung? Im zweiten Fall würde Sion rückwirkend alle Spiele verlieren, in denen einer der sechs Spieler auf dem Platz stand. Es könnten ihnen also 16 Punkte abgezogen werden, was einen Absturz auf den letzten Tabellenplatz bedeuten würde.

Liga-Präsident Thomas Grimm sagte dem "Blick": "Das Kantonsgericht hat die provisorische Verfügung vom 3. August aufgehoben. Damit sind die Spieler schon ab da nicht spielberechtigt gewesen. Wäre es anders, hätte das Gericht dies in seinem Urteilsdispositiv explizit erwähnt." Unklar ist nun, wie Sion-Präsident Christian Constantin vorgehen wird. Sollte er nochmals Einspruch einlegen, könnte die Tabelle der Schweizer Liga noch monatelang nicht endgültig feststehen.

lin/dpa

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