Referee-Diskussion Fifa schickt Pannen-Schiris nach Hause

Ihre Patzer empörten die Fußballwelt, nun ist die WM in Südafrika für Roberto Rosetti und Jorge Larrionda beendet - der Weltverband Fifa wird die Unparteiischen ab dem Viertelfinale nicht mehr einsetzen.

Referee Rosetti: Klares Abseitstor gegen Mexiko anerkannt
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Referee Rosetti: Klares Abseitstor gegen Mexiko anerkannt


Hamburg - Die Fifa setzt nach den hitzigen Schiedsrichter-Diskussionen der vergangenen Tage ein klares Signal: Die Weltmeisterschaft in Südafrika geht ohne die Pannen-Referees Jorge Larrionda (Uruguay) und Roberto Rosetti aus Italien weiter. Die Schiedsrichter-Kommission des Weltverbandes verzichtet ab dem Viertelfinale auf die Dienste der beiden Referees, die sich am Sonntag schwere Fehler erlaubt hatten.

Larrionda hatte einem Treffer von Englands Frank Lampard in der ersten Halbzeit gegen Deutschland die Anerkennung verweigert, obwohl der Ball klar hinter der Linie war. Rosetti erkannte ein Abseitstor des Argentiniers Carlos Tevez gegen Mexiko an. Seine Abreise ist besonders bemerkenswert, schließlich war der 42-Jährige 2008 noch zum besten Schiedsrichter der Welt gewählt worden. Bei der EM 2008 hatte Rosetti unter anderem das Finale zwischen Spanien und Deutschland (1:0) geleitet.

Neben den beiden hart kritisierten Schiedsrichtern und ihren Assistenten musste acht weitere Gespanne die vorzeitige Heimreise antreten. Beide Unparteiischen waren beim Pressetag der Schiedsrichter in Pretoria aus persönlichen Gründen gar nicht erst erschienen. Dennoch bezeichnete José Maria Garcia Aranda, Leiter der Fifa-Schiedsrichter-Abteilung, die Leistungen seiner Spielleiter, die weltweit in die Kritik geraten sind, insgesamt erneut als "exzellent". Es habe nur vier oder fünf Fehlentscheidungen in insgesamt 54 Spielen gegeben.

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Referees in der Kritik: Frust nach falschen Pfiffen
Diese Aussage stand im Widerspruch zu den Äußerungen von Fifa-Präsident Joseph Blatter, der sich am Dienstag öffentlich für die Fehler der Schiedsrichter entschuldigt hatte. Namentlich erwähnte er die Teams aus Mexiko und England, die in ihren Achtelfinals benachteiligt wurden.

"Ich habe ihnen gesagt: Es tut mir leid, was geschehen ist", sagte der 74-Jährige. "Ich bedauere es, wenn ich die offensichtlichen Fehler der Schiedsrichter sehe. Es ist kein Fünf-Sterne-Turnier für die Unparteiischen. Ich bin betrübt", so Blatter weiter.

Deutscher Schiedsrichter hofft auf das Finale

Zudem schloss der Fifa-Boss die Einführung von technischen Hilfsmitteln im Fußball nicht mehr aus. "Es wäre unsinnig, sich darüber keine Gedanken zu machen. Wir müssen dieses Thema wieder diskutieren", sagte Blatter.

Hoffnungen auf einen weiteren Einsatz darf sich Wolfgang Stark machen. Der 40-Jährige und seine Assistenten Mike Pickel und Jan-Hendrik Salver gehören zu jenen 19 Referees, die zumindest bis zum 1. Juli in Südafrika bleiben. "Wir sind sehr zufrieden mit unseren Spielen. Alles, was jetzt noch kommen sollte, wäre eine Zugabe", sagte Stark. Das Trio hatte drei Partien souverän gepfiffen.

jok/sid/dpa

insgesamt 819 Beiträge
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ritterchen 28.06.2010
1.
Nein!
Balla8872 28.06.2010
2. Nein
Zitat von sysopBei der WM in Südafrika gab es bislang viele umstrittene Schiedsrichterentscheidungen. Besonders stark diskutiert werden zwei Situationen im Achtelfinale - das nicht gegebene Tor von Englands Frank Lampard gegen Deutschland und das Abseitstor des Argentiniers Carlos Tévez gegen Mexiko. Nun wird von vielen gefordert, den Videobeweis einzuführen. Sind Sie dafür?
Nein, einmal angefangen würde es weiterführen bis der letzte Einwurf überprüft ist.
LariFariMogelzahn 28.06.2010
3.
Ja!
BeckerC1972, 28.06.2010
4.
Nein. Meine Güte, was wäre uns die letzten Jahrzehnte nur ohne das Wembley-Tor entgangen?
Voll Mann, 28.06.2010
5.
Selbst wenn das Video ein Beweis wäre, hätte es beim Fußball nichts verloren. Auf einen Beweis würden 20 nicht eindeutige Wiederholungen kommen. Wie gesagt, Kloses Tor , es war mindestens so wichtig wie das 2:2, hätte man in der Wiederholung anullieren können, dann wieder geben können und Jeder würde Jedem alles unterstellen. So war es eine Fehlentscheidung - Gut für die einen, Schlecht für die Anderen. Das nächste mal gibs Rache!
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