Hamburg - Das wegen durchweichten Rasens verschobene WM-Qualifikationsspiel zwischen Gastgeber Polen und England wird ein politisches Nachspiel haben. Polens Regierungschef Donald Tusk kündigte während eines Besuchs in Bukarest eine Kontrolle im Sportministerium und bei der Betreibergesellschaft NCS des Warschauer Nationalstadions an, berichtete die polnische Nachrichtenagentur PAP. Das Spiel war nach schweren Regenfällen, die den Stadionrasen durchweicht und unter Wasser gesetzt hatten, auf Mittwoch verschoben worden.
In der Nachholpartie kamen die Engländer schließlich nicht über ein 1:1 (1:0)-Remis hinaus. Wayne Rooney hatte die Gäste in Führung gebracht (31. Minute), Kamil Glik (70.) sorgte jedoch noch für den Punktgewinn der Polen.
Der polnische Fußballverband PZPN kündigte unterdessen an, er wolle beim Sportministerium und NCS eine Entschädigung für materiellen und Imageschaden einfordern. Der Verband kritisierte in einer am Mittwoch in Warschau veröffentlichten Stellungnahme, dass das Stadiondach nicht geschlossen worden sei.
Der Fifa-Delegierte habe eine Stunde vor dem geplanten Anpfiff die Schließung des Daches angeordnet. Die Betreiberfirma erklärte dies wegen des starken Regens für unmöglich - die Sensoren der Anlage würden bei diesen Wetterbedingungen nicht arbeiten.
Mehrere Oppositionsparteien forderten unterdessen die Entlassung von Sportministerin Joanna Mucha. Sie trage die politische Verantwortung für das Debakel, mit dem sich Polen auf der internationalen Fußballbühne blamiert habe.
jar/kem/dpa
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